Tagebuch

9.7.

wir machen sommerpause. weil sommer ist. und man besonders im sommer beim spielen immer so transpiriert. was mit flüssigkeitsverlust verbunden ist. und das lehnen wir ab. wir nehmen gerne flüssigkeit zu uns aber geben sie nicht gerne wieder her. also daher besser sommerpause.

brandstötter macht nicht nur sommerpause, der macht gleich eine jahrespause. weil er meint, dass er im winter beim spielen auch schwitzt und deshalb gleich an die sommerpause eine herbstpause und danach eine winterpause einlegt.

bitte, wenn er meint.

wir haben auf jeden fall albert gefragt, ob er nicht, während brandstötter schifahren geht, ein wenig bei uns mitmachen möchte. albert möchte gerne, weil mit dem schifahren hat er´s eh nicht so. er hat eine supergroße tuba, das ist schon mal gut. und spielen tut er wie ein weltmeister, das ist auch gut. und er schwitzt auch kaum beim spielen, auch gut.

und weil das tagebuch schon seit längerem eher ein monatsbuch als ein tagebuch ist, geht es auch in eine pause. und zwar auf unbestimmte zeit. weil eine tagebuch ohne tage ist ja bestenfalls ein buch, und da sind die geschmäcker ja bekanntlich verschieden. im sommer empfehlen sich krimis, im herbst was literarisches, an weihnachten das weihnachtsevangelium und im frühjahr das aussaathandbuch des lagerhauses.

habe die ehre!

15.1.

vor einiger zeit wurde bei zoltan in wien eingebrochen.

so weit so schlecht.

dabei wurde seine posaune geklaut.

so weit so gut.

skurril wurde es erst danach.

zoltan postete den tragischen verlust auf facebook, große entrüstung allerorten und siehe da: es meldete sich ein landsmann aus ungarn bei ihm. der hatte just diese posaune in einem restaurant an der grenze zu österreich von einem ihm gänzlich unbekannten um € 50 erworben  (soviel zum realen wert einer posaune, wenn man den ganzen liebhaberwert und glissandokoeffizienten abzieht und nur die nackten tatsachen bewertet).

man könne sich gerne in jenem restaurant treffen, um das geschäft gegen die barschaft von € 50 rückabzuwickeln.

zoltan kam pünktlich ins restaurant, man begann miteinander zu reden und es stellte sich heraus, dass der wert der posaune jetzt nicht mehr € 50 betrug sondern quasi über nacht und weil es ja eine besonders schöne posaune sei (über geschmack lässt es sich ja bekanntlich trefflich streiten) auf € 150 gestiegen sei.

doch bevor alles abgewickelt werden könne müsse man, wie es unter ungarn üblich sei, auf jeden fall noch gut miteinander essen und auch trinken und da man sich ja schon in einem restaurant befinde könne man ja gleich zur tat schreiten.

was soll man sagen: weit nach mitternacht hatte man alle eventualitäten hinter sich gebracht, alle paprikahühner waren gegessen, alle wodkas getrunken und der wert der posaune war mittlerweile auf realistische € 30 gesunken.

aus einer mischung aus menschenfreundlichkeit, rührseligkeit und posaunistenwahnsinn heraus erklärte zoltan edelmütig, trotzdem die ursprünglich vereinbarten € 50 für den rückkauf seiner posaune bezahlen zu wollen.

ob soviel ritterlichkeit lag man sich noch ein letztes mal weinend in den armen, danach gingen beide ihrer wege.

was lernen wir daraus: alles was eine posaune über € 150 kostet ist auf jeden fall zu viel. ausserdem sollte man vor geschäftsabschluss ordentlich essen und trinken gehen, damit man ein realistisches preisgefüge erreicht.

preisnachlässe bis 80% sind keine seltenheit.

12.1.

wir proben total fokussiert für´s neue programm.

die choreografien sind hammerhart, die geblasenen weisen süß wie honig und die lichtshow wird wie immer bei mnozilshows der wahnsinn! und wir haben extra einen tanzbären für die show angeheuert. die gibt´s ja eigentlich gar nicht mehr wegen tierschutz und so. unser tanzbär (namens bodo) hat sich aber selbst angetragen bei uns weil er sich nicht auf kaninchen für einen streichelzoo umschulen lassen wollte. moralisch ist das also ok.

was wir aber nicht bedacht haben ist, dass bodo nur businessclass fliegt und da auch nur auf zwei bis drei stühlen platz hat.

das wird wahrscheinlich die teuerste mnozil brass show aller zeiten.

18.10.

vorgestern haben wir in brighton gespielt. superschöne stadt, viele alte häuser und ein sehr schönes theater. und direkt am meer gelegen. mit einem pier, der 200 meter ins wasser hineinragt. auf stelzen. und auf dem pier gibt´s spielhallen und eine achterbahn, ein autodrom, natürlich eine geisterbahn  und viele andere attraktionen. bloß vom meer sieht man nichts mehr, weil ja überall die daddelbuden stehen.

recht so!

das meer wird ja generell total überschätzt. wie man in österreich zu sagen pflegt ist das meer ja total für die fisch´.

14.10.

sind grade in island und haben heute die touristentour gemacht.

erdspalte-geysir-wasserfall.

erdspalte ok, wasserfall auch, aber das mit dem geysir nehmen wir ihnen nicht ab. wasser, das von selbst kocht und dann alle paar minuten in die höhe spritzt und so. nicht mit uns. da sitzen garantiert ein paar isländer im keller, zwei erhitzen das wasser mit einem wasserkocher und drei oder vier pumpen, das es eine freude ist. und einen stock höher bekommen die touris feuchte augen, weil´s so schön spritzt und blubbert. und von sowas lebt eine ganze insel. ansonsten ist da ja nix, nur moos und flechten. und alle paar jahre pumpen sie ein wenig mehr, dann explodiert irgendein vulkan mit einem komischen nahmen und legt den flugverkehr in europa lahm. so bleibt die insel im gespräch.

clevere marketingstrategie!!

11.10.

wir haben gestern in st. albans ein schönes konzert gespielt. heute wollten wir zu fuß zum bahnhof gehen und brandstötter war felsenfest überzeugt davon, den weg zu wissen. 10 minuten fußmarsch, 800 meter. also alle ihm nach. 35 minuten und gefühlte 10 kilometer später war eigentlich nur mehr brandstötter überzeugt davon, den weg zu kennen.

wir haben dann den späteren zug genommen.

20.9.

wir sind wieder auf tour. alles groovt und schnurrt, dass es nur so eine freude ist.

um schneller von a nach b zu kommen, haben wir ein mietauto gemietet, und zwar von der firma hertz. tolle firma!!! die scheinen zu wissen, dass wir´s oft ein wenig eilig haben, deshalb haben die uns ein auto mit profillosen reifen gegeben. echte slicks quasi. formel 1 pneus.

yeah!

wir dachten zwar, dass im normalen strassenverkehr die reifen eine mindestprofiltiefe aufweisen müssten, aber hertz weiß es sicher besser als wir. und wir kommen schneller von a nach b.

solange die sonne scheint und die strasse trocken ist.

wir müssen uns jetzt einmal bei hertz erkundigen, wie das bei regen ist. wahrscheinlich bauen die dann irgendwo an der autobahn ein fahrerlager auf, wie in der formel 1. wir machen dann einen boxenstopp, wo uns in vier sekunden die reifen gewechselt werden.

cool, cool, cool.

danke hertz.

11.9.

unser sommerurlaub nähert sich dem ende und alle versuchen, die lippen wieder irgendwie zum schwingen zu bringen. alle töne klingen sehr nach sommer, nach meer und bergsteigen und ferien. es rauscht und zischt und gluckert beim blasen, dass es eine wahre freude ist!

einzig robert ist in perfekter form, er hat seinen urlaub in diesem jahr unbestätigten gerüchten zufolge auf dem marktplatz von krakau in polen verbracht. dort wird ja bekanntermaßen zu jeder vollen stunde vom turm der marienkirche ein trompetensignal von einem feuerwehrmann nach allen vier himmelsrichtungen geblasen, das sogenannte hejnal. und zwar seit dem 14. jahrhundert!!!! um an einen tartarenangriff von 1241 zu erinnern, bei dem der signaltrompeter blöderweise mitten im signal von einem feindlichen pfeil niedergemetzelt wurde. als nichttrompeter kann man die tartaren ja voll und ganz verstehen, aber die trompeter leiden schon sehr unter der schmach.

jetzt wurde aber just der in diesem sommer für´s signalblasen eingeteilte feuerwehrmann quietschvergnügt im juli und august an der oberen adria gesichtet, in der nähe von rimini, ausgerüstet mit schnorchel und badetuch. und komischerweise wurde robert gesehen, wie er sich stündlich von einem kaffeehaus am marktplatz in krakau in den turm der marienkirche verfügte.

und beim bürgermeister von krakau gingen ein paar anrufe ein, dass das signal vom turm auf einmal irgendwie anders, möglicherweise etwas unpolnisch erklinge. nicht mehr dadaadudu sondern eher mehr so schnetterepängpängpänggg. wo´s aber doch jetzt seit 700 jahren dadaadudu geklungen habe.

robert möchte sich dazu nicht äußern, aber seine töne klingen ganz und gar nicht sommerlich.

5.7.

wir sind fertig mit der welt. eine woche “brassweek samedan” liegt hinter uns. man glaubt ja gar nicht, mit wie wenig schlaf man auskommen kann. und dass man sogar im halbschlaf noch ein instrument bedienen kann.

unbestreitbarer höhepunkt für uns war die eröffnung des nagelneuen schwimmbades in  st. moritz, zu der wir auch ein kleines fanfärchen schmettern durften. allerdings brachte uns die ganze aktion an den rand des kreislaufkollapses, zum einen wegen des schon erwähnten schlafdefizites, zum anderen, weil in einem hallenbad ja eher feuchtschwüle bedingungen herrschen, was sich im konkreten fall in gefühlten 42 grad raumtemperatur und einer luftfeuchtigkeit von 92% bemerkbar machte. was unseren kreislauf allerdings erst so richtig zum explodieren brachte war eine riege von 12 äusserst attraktiven synchronschwimmerinnen, die in einem hauch von einem bikini zuerst zu lande und dann zu wasser eine sehr anspruchsvolle choreografie umsetzten, wie man sie bestenfalls aus schlechten einschlägigen filmen für erwachsene kennt. bevor wir also den ersten ton gespielt hatten waren wir schon bei der schnapp- bzw. hechelatmung angekommen und von konzentration konnte überhaupt keine rede mehr sein. prof. paul und roman wussten sich nicht mehr zu helfen und sprangen in voller konzertmontur während des spielens ins bis dahin (wenn man von den wahnsinnsmördermäßigen synchronistinnen absieht) völlig unberührte schwimmbecken.

ursprünglich hätte das bad gleich nach der eröffnung für badewillige seine pforten geöffnet, aufgrund starker wasserverunreinigung musste die übergabe an die bevölkerung leider um zwei tage verschoben werden.

solange dauert es, das becken einmal abzulassen und neu zu befüllen.

15.6.

alles easy, alles entspannt!

alle taxifahrten verliefen bestens und bis jetzt hatten wir nur eine klitzekleine zugsverspätung und einen klitzekleinen zugausfall, aber das ist ja selbstverständlich nicht der rede wert. kann jederzeit mal vorkommen.

lieber taxigott, lieber zuggott, in demütiger dankbarkeit erreicht uns euer erbarmen, das wir unwürdige gar nicht verdienen.

12.6.

wir sind sehr neugierig, wie unsere dieswöchige tour durch holland und deutschland verlaufen wird. letzte woche war der taxigott nicht gut auf uns zu sprechen, was sich folgendermaßen niederschlug:

1. tag shrewsbury: das taxi kommt eine halbe stunde zu spät zum flughafen, eintreffen am konzertort zehn minuten vor beginn der show.

2. tag perth: das taxi kommt 45 minuten zu spät zum bahnhof, um uns abzuholen. der taxifahrer schwört unter tränen, bereits seit zwei stunden dagewesen zu sein, aber am falschen bahnsteig gewartet zu haben

3. tag paris: das taxi ist pünktlich am flughafen, aber zu klein für sieben personen, wir üben uns wieder einmal in der sardinentaktik. das taxi vom hotel zum theater kommt gar nicht.

4. tag nantes: der taxigott wiegt uns in sicherheit und bereitet sich zum finalen schlag vor.

5. tag megeve: das taxi vom flughafen nach megeve kommt 45 minuten zu spät und hält am falschen terminal.

6. tag heimreise: das taxi von megeve zum flughafen verpasst die abfahrt zum flughafen und wir landen in einem großen stau. der taxifahrer verliert die orientierung, fährt irgendwo von der autobahn runter und bekennt auf nachfrage, jetzt auch nicht so genau zu wissen, wo wir sind. eintreffen am flughafen eine halbe stunde vor abflug, wo wir uns wieder einmal die schwarzen augenklappen umbinden und das flugzeug ohne ticket entern.

oh taxigott, was haben wir falsch gemacht. warum zürnst du uns unwürdigen? wie können wir deinen groll wieder besänftigen?

wir geloben hiermit feierlich, uns niemals mehr über zu hohe preise, absichtlich gefahrene umwege, ungepflegte oder betrunkene fahrer, dreckige oder zu kleine taxis und phantasievolle kofferzuschläge zu beschweren. niemals mehr!!!!!

wenn du uns denn nur nicht mehr grollst!!!!

18.5.

unsere shows laufen momentan etwas holprig, weil robert sich überhaupt nicht im griff hat. vorgestern hat er während eines sehr, sehr leisen, lyrischen, weich geblasenen solos von roman einen lachkrampf bekommen. das sieht bei ihm so aus, dass zuerst seine schultern zu beben beginnen, er sich dann heftig verkrümmt, der ganze mann zu wackeln beginnt und er ausserdem im gesicht knallrot anläuft, weil er ja nicht laut lachen kann während des konzertes. diese phase dauert ungefähr fünfzehn sekunden und dann lacht er doch laut, weil er es nicht mehr zurückhalten kann. das dauert dann ungefähr dreißig sekunden. danach sieht man ihm förmlich an, wie er sich innerlich wieder zu sortieren versucht. weitere zehn sekunden. dann kommt wie bei einem erdbeben das erste nachbeben, dauer ca. 20 sekunden. neuerliches sortieren, neuerliches nachbeben, aber schwächer uswusf. gesamtdauer ca. zwei bis drei minuten.

einmal wär es ja wurscht, aber gestern hat es ihn wieder erwischt, und wieder fast an der gleichen stelle.

was geht in dem mann vor?

16.5.

wir sind jetzt ein paar tage in belgien unterwegs und schlafen immer im gleichen hotel. das ist phantastisch! normalerweise wechseln wir jeden tag das hotel, was soviel heißt wie einchecken, koffer auspacken, zahnbüste ins bad stellen, konzert spielen, schlafen, frühstücken, koffer wieder einpacken, zahnbürste nicht vergessen, auschecken und tschüss.

diesmal aber heißt es nur koffer auspacken und genießen!

robert hat sich gleich blumen ins zimmer gestellt, gerhard hat sein zimmer, da die tapeten etwas abgenützt waren, gleich einmal neu tapeziert und prof. paul hat eine wand zum nachbarzimmer eingerissen, damit er etwas mehr platz hat.

nur zoltan möchte seinen gewohnheiten treu bleiben und zieht innerhalb des hotels jeden tag in ein anderes zimmer, weil er die abwechslung braucht.

6.5.

verona, cividale, limoux, höchstädt, eggingen, ramstein, compiegne.

kein zug war verspätet, kein anschluss wurde verpasst, alle flieger starteten pünktlich und landeten noch pünktlicher, wir wurden zuvorkommend eingecheckt, das gepäck kam immer mit und sogar in den restaurants lächelten uns die kellner freundlich zu.

irgendwas ist da faul.

29.4.

wir haben eine tolle reise hinter uns.

moskau, baerum, kristiansand und aalborg.

lauter supergute säle, in kristiansand und aalborg sogar zwei nigelnagelneue konzerthäuser mit toller architektur.

allerdings wären wir fast wieder einmal an der reiselogistik gescheitert. nach der überfahrt von norwegen nach dänemark mit der fähre hätte uns am pier ein taxi aus aalborg abholen sollen, um uns ins hotel zu bringen. allein, da kam nix. kein taxi, keine benachrichtigung, nix. praktischerweise hatte der veranstalter sein handy ausgeschaltet, und da standen wir nun wie bestellt, aber nicht abgeholt. irgendwann kam ein großraumtaxi, das eine reisegruppe zum hafen brachte und mit uns eigentlich nichts zu tun hatte.

unsere stunde war gekommen: in bester alter normannischer wikingertradition klappten wir unsere schwarzen augenbinden runter, enterten das taxi und zwangen den vor angst schlotternden fahrer, uns nach aalborg zu bringen, während wir rum tranken und wilde seemannslieder grölten. der fahrer schien sehr erleichtert, als er uns vor dem hotel absetzte und sich fluchtartig aus dem staub machte. als wir bemerkten, dass es das falsche hotel war, war sie schon weg, diese miese landratte.

der veranstalter entschuldigte sich tausendmal und schwor uns hoch und heilig, dass der transfer am nächsten tag zum flughafen auf jeden fall passen würde, er weinte sogar ein wenig.

nun ja.

pünktlichst um 07.30 uhr standen wir vor dem hotel, aber da war kein taxi. praktischerweise hatte der veranstalter sein handy ausgeschaltet. noch so ne miese landratte.

ein anruf bei der taxizentrale ergab, dass sie zwar von der buchung wussten, aber um 07.30 uhr leider so viel los war, dass sie kein taxi für uns hatten. blöd nur, dass unser flug schon um 08.30 ging. um 07.50 kam dann gemütlich das erste taxi um die ecke, der fahrer wusste von nix und hatte überhaupt keine eile. um 07.55 kam dann das zweite…

unser glück war, dass der flughafen nur zehn minuten aus der stadt lag und sowas von winzig ist, dass die jeden passagier per handschlag begrüßen. woanders wär der flug weg gewesen.

lieber veranstalter: gerade in stressigen zeiten wie diesen ist es ganz wichtig, dass man sich auch mal eine auszeit nimmt und bewusst auf die neuen medien verzichtet. deshalb hast du ganz richtig gehandelt, an beiden tagen das handy auszuschalten und so deine unabhängigkeit von der modernen welt zu demonstrieren.

liebe taxizentrale von aalborg: wir finden es toll, dass ihr euch eure unabhängigkeit bewahrt habt. eine taxivorbestellung kann, aber muss nicht bedient werden. so bleibt das leben würzig und die fahrgäste bleiben situationsflexibel. heutzutage ist eh schon alles so durchgeplant, da freut man sich über jede gelegenheit, in der man das leben wieder von seiner unberechenbaren, wilden seite spüren darf.

9.4.

wir sind jetzt gerade am flughafen in rom. mit einem großen zeitpolster, weil uns glaubhaft versichert wurde, dass es mit der abfertigung manchmal länger dauere und überhaupt uswusf. wie immer in solchen fällen lief alles bestens, wir waren in drei minuten eingecheckt und der security check dauerte inklusive anstellen zwei minuten. bleiben also noch eineinhalb stunden für´s espressotrinken. robert ist beim fünften espresso, thomas beim sechsten, und beide zucken schon so komisch mit den füßen. sie machen einen leicht aufgekratzen eindruck und strahlen eine der uhrzeit völlig unangebrachte wachheit aus.

wenn die beiden jetzt noch einen espresso trinken laufen sie wahrscheinlich nach wien.

8.4.

wir sind grade in rom angekommen. in lille hat unser fahrer im frühverkehr die richtige abzweigung verpasst und wir sind grade noch so in den zug nach paris charles de gaulle gesprungen. dafür durften wir in rom durch den halben flughafen laufen, weil unser abholer ganz woanders auf uns gewartet hat. er sprach kein englisch, dafür sprechen wir kein italienisch. was die kommunikation per handy naturgemäß ein wenig verkompliziert.

wurscht, jetzt sind wir da!

unser ablaufplan:

16.00 uhr ankunft

17.00 uhr treffen mit dem papst, um ihm ein ständchen zu blasen und ihm auf seinem weg alles gute zu wünschen. bei mnozil brass zu spielen ist kein kindergeburtstag. die katholische kirche zu führen, die ja auf jede veränderung freudig und bekanntermaßen offen reagiert ist aber wohl doch die noch schwierigere übung.

18.00 uhr einblasen

19.00 uhr pizza essen (evtl. mit papst franziskus, er muß aber noch irgendeinen kardinal finden, der für ihn die abendmesse lesen kann. wird schon klappen, in rom laufen eh genug davon herum.)

20.00 uhr espresso trinken oder wahlweise grappa

20.30 showtime

morgen früh um 06.00 uhr abfahrt zum flughafen.

also was das abspulen von städten betrifft sind wir schon schneller als viele touristen aus fernost. die machen drei städte in sechs tagen, wir machens umgekehrt.

7.4.

puh, es liegen harte tage hinter uns.

zuallererst mussten wir den musikverein wieder in den ursprungszustand bringen. wir möchten nicht ins detail gehen, aber es war viel arbeit. hätte natürlich auch jemand anders machen können, aber aus erzieherischen gründen wollte man, dass wir das selbst machen. damit wir daraus lernen und später nie wieder so laut spielen. die werden schön schauen beim nächsten mal. wir sind nämlich erziehungsresistent. und verhaltenskreativ. und sehr unelastisch, was wohlmeinende ratschläge betrifft.

mittlerweile sind wir schon wieder seit ein paar tagen auf tour: schweiz, frankreich, portugal, frankreich und morgen italien. wir bereisen die länder so, wie andere menschen an verschiedenen straßenbahnhaltestellen aus und ein steigen. leider spielt das wetter nicht so mit. während es in österreich  schön und warm ist hat es in portugal geregnet, und zwar nonstop. und kalt war´s auch.

da macht man sich schon so seine gedanken, wenn man in ein fremdenverkehrsland nummer eins fährt und dann regnet es die ganze zeit.

28.3.

heute dürfen wir mit symphonieorchester spielen, yippiieehh!

mit den tonkünstlern niederösterreich, das ist ein wirklich leiwandes orchester. und wir spielen im goldenen saal des wiener musikvereins, das ist der saal, in dem auch das neujahrskonzert stattfindet.

also, bis jetzt stattfand.

wir testen den saal heute abend mal aus, wie belastbar der ist. und ob das gold echt ist wollen wir auch wissen. mal schauen.

wenn das gold hält, bleibt alles wie gehabt. wenn der saal nach heute abend leichte gebrauchsspuren aufweist findet das nächste neujahrskonzert in der turnhalle oberlaa statt. dort ist es auch schön, außerdem ist gleich ein thermalbad in der nähe. damit wäre das ganze auch touristenfreundlicher als bisher.

 

21.3.

roman ist jetzt auch professor geworden. für angewandte lippologik und warmluftverteilung in kleinen messingdingern. etwas lapidar könnte man ihn auch als trompetenlehrer bezeichnen, was wir natürlich nie tun würden. für uns schwebt er jetzt auf einer ebene mit prof. paul. was er aber nicht will. er hat uns gebeten, ihn weiterhin einfach mit vornamen anzusprechen. er möchte weiterhin ganz bodenständig bleiben. wie papst franziskus, aber wahrscheinlich ohne kindersegnungen. er wird sein riesengroßes wissen und seine menschlichkeit am konservatorium privatuniversität wien weitergeben.

wir platzen alle vor stolz.

20.3.

man sollte es ja nicht für möglich halten, aber romans gepäck ging gestern auf dem flug von wien nach stuttgart verloren. die stuttgarter gepäcksermittlung (lufthansa…) sagte ihm die zustellung bis zum gestrigen abendkonzert zu. was so natürlich nicht stattfand und roman wieder einmal in zivilkleidung auf der bühne stand. anruf heute in wien bei der gepäcksermittlung, da in stuttgart telefonisch niemand erreichbar war.  ja, ja, der koffer stehe in wien im depot, nein, von stuttgart habe sich niemand gemeldet uswuswusw.

verarschung im ganz großen stil nennt man das.

aber offensichtlich auf einer nach oben offenen skala.

ankunft des koffers heute eine halbe stunde vor beginn des konzertes…

3.3.

a dream has come true! tränen des glücks wurden literweise verspritzt, dankesgebete wurden an alle eventuell involvierten gottheiten gesprochen, ein freudenfeuer wurde entzündet und ein lamm wurde geschlachtet.

brandstötters koffer ist wieder da!

nach drei telefonaten und einem kleinen durchhänger in der servicehotline der austrian airlines/lufthansa von ca. 1,5 stunden mit viermaligem rauswurf wurde der koffer ganz unspektakulär zugestellt. einfach so. ohne aufpreis. ohne zurechtweisung. ohne viel aufhebens.

brandstötter kann sein glück nicht fassen.

danke lufthansa!

28.2.

brandstötter hat mittlerweile einen leicht erhöhten blutdruck, aber noch immer keinen koffer. eine anfrage am montag per telefon war nicht möglich, das mail an die lufthasa wurde bis heute nicht beantwortet, weil die lufthansa ja nicht so gerne in kontakt tritt mit ihren zahlenden kunden. eine anfrage an die gepäcksermittlung frankfurt von heute wurde binnen zehn minuten beantwortet, und zwar mit einer detaillierten auskunft und einer vorgangsnummer. schade, dass die gepäcksermittlung frankfurt keine flüge durchführt, sonst würde brandstötter nur mehr mit der gepäcksermittlung fliegen. die damen und herren, die dort arbeiten sind im gegensatz zur lufthansa nämlich ein wenig flotter. allerdings ergab die anfrage auch, dass sich der koffer momentan in dubai befindet?????????????

macht wohl ein wenig urlaub, der kleine schlingel.

mittlerweile ist der koffer seit einer woche unterwegs, auf mails wird nicht geantwortet, telefonisch geht sowieso nichts, so schaut ein vorbildliches service am kunden aus.

wir empfehlen allen betreibern von servicehotlines, sich an der lufthansa ein beispiel zu nehmen.

danke lufthansa.

 

24.2.

ein großer tag.

prof. paul, robert und brandstötter begaben sich am flughafen wien zum lost and found schalter der lufthansa, um den verbleib der koffer zu klären. die dame am schalter erklärte sich schlichtweg für unzuständig und machte sie darauf aufmerksam, dass sie auf jeden fall am frankfurter flughafen hätten verbleiben müssen, bis sie ihre koffer ausgefolgt bekommen hätten. streik hin oder her, der fehler läge auf jeden fall bei den dreien. polizei hin oder her, ohne koffer hätten sie nicht weggedurft. und da sie ihren rückflug von stockholm nach wien mit airberlin abgewickelt hätten, gehe sie das ganze schon überhaupt gar nix an und sie sollten doch selber schauen, wie sie wieder zu ihren koffern kämen. punkt.

man könnte irrtümlich annehmen, das wort kundenfreundlichkeit umschlösse auch den begriff freundlichkeit. der ton, in dem ihnen das mitgeteilt wurde schließt das aber aus und lässt vielmehr an die begriffe zackig, kantig und spitz denken. wir empfehlen daher, den lost and found schalter der aua/lufthansa in wien mit stacheldraht gegen eindringlinge abzusichern und den mitarbeitern gummiknüppel und andere argumentationshilfen zum unterstreichen des gesagten auszugeben. da könnte ja ein jeder daherkommen und seinen koffer wiederhaben wollen.

wir bedanken uns für dieses gelebte beispiel österreichischer gastfreundschaft und möchten wieder einmal nicht wissen, wie österreichische servicemitarbeiter von menschen anderer nationalität wahrgenommen werden.

danke lufthansa.

23.2.

wir versuchen, per onlineformular der lufthansa unsere koffer wieder zu bekommen, was sich leider als schwierig gestaltet, da immer wieder fehlermeldungen kommen. heute spielen wir wieder einmal eins der konzerte, die man auch riechen kann, da wir ja keine klamotten zum wechseln haben. wie es wohl unseren koffern in frankfurt geht? oder sind sie jetzt in göteborg. oder sonstwo?

danke lufthansa.

ein streik ist das eine. wie man seine zahlenden kunden informiert, das andere.

22.2.

gestern war einer der nicht so superen tage. wir wollten von frankfurt nach göteborg fliegen, und der tag sah vom zeitplan ungefähr so aus:

06.00 gerhard tauscht die bahntickets dortmund-frankfurt um, weil in frankfurt ein streik des securitypersonals angekündigt ist und die lufthansa, mit der wir fliegen, die reisenden ersucht, früh genug am flughafen zu sein. es werde aber auf jeden fall abgeflogen, weil ja nicht alle streikten.

07.00 abfahrt von dortmund

09.30 ankunft am flughafen und einchecken. das personal beim check in gibt uns keinerlei information, das es vielleicht probleme geben könnte

10.00 wir stehen 50m vom check in entfernt und warten auf den security check.

11.00 wir stehen 50m vom check in entfernt und warten auf den security check.

12.00 wir stehen 50m vom check in entfernt und warten auf den security check.

12.15 die polizei kommt und fordert alle wartenden auf, den bereich zu verlassen, da der security check wegen streiks geschlossen sei. das haben wir uns auch schon gedacht.       die polizei macht die durchsagen auch auf englisch, was bei allen anwesenden für viel erheiterung sorgt.

12.30 unser flug ist weg. wir überlegen, mit dem taxi nach stuttgart zu fahren und von dort via berlin nach göteborg zu fliegen. ist aber zu knapp, da der flug schon um 14.50 uhr geht und es ca. 200 kilometer zu fahren sind.

13.00 niemand weiß was und die lufthansa ist nicht ansprechbar. die schlangen der wartenden sind gefühlte 20 kilometer lang. über die lautsprecher kommen unverdrossen die ansagen, welcher flieger von welchem gate abfliegt, hurra.

13.30 thomas versucht heldenhaft, unsere koffer wieder zu bekommen, was natürlich ein ebenso ambitioniertes wie hoffnungsloses unterfangen ist.

14.00 wir fahren mit dem zug nach düsseldorf. britta von südpolmusic, unserer agentur, hat einen flug gefunden, der um 18.30 von düsseldorf abfliegt und um 20.00 uhr in göteborg ist. die veranstalter werden informiert und das konzert wird nach hinten verschoben.

17.00 die lufthansa schickt ein mail aus, in dem gebeten wird, nicht zum frankfurter flughafen zu kommen, weil gestreikt werde. wir freuen uns mit der lufthansa, weil sie´s jetzt auch bemerkt haben.

20.20 wir verlassen den flughafen göteborg

21.45 wir kommen in vara am konzertort an und gehen direkt vom taxi auf die bühne. das publikum ist bestens drauf, weil der veranstalter an der bar happy hour gemacht hat und alle getränke um 25% billiger waren. wir spielen das konzert in jeans und t-shirt, da wir ja keine koffer haben und nehmen als requisiten, was uns unterkommt.

24.00 das konzert ist zu ende, alle sind glücklich.

 

20.2.

wir sind wieder auf tour. gestern alte oper frankfurt, super saal, super akustik, alles super.

heute dortmund konzerthaus, super saal, super akustik, alles super.

 

27.1.

wir sind gerade am heimfliegen von einer viertägigen frankreich tour. und die anzahl der tourtage entspricht auch genau unserer gewichtszunahme.

frankreich ist wunderbar!!

es hat die ganze zeit geregnet, es war kalt, das wetter war unfreundlichst, aber das spielt alles keine rolle.

die franzosen haben das essen erfunden, und sie wissen auch, wie man es zu sich nimmt.

nämlich in form einer suppe, dann ein kleiner gruß aus der küche, danach evtl eine kleine vorspeise, dann ein hauptgericht und zum abrunden etwas süßes mit kaffee und danach eine käseplatte.

und wenn möglich zweimal pro tag, zu mittag und zu abend.

herrlich!!!!

19.1.

gestern gab´s nach dem konzert ein meet and greet. das heißt, wir mischten uns nach dem konzert unter die leute und plauderten ein wenig mit jedem, der lust dazu hatte.

blöderweise wollte aber mit robert niemand reden.

mit brandstötter auch nicht.

die beiden standen also ziemlich verloren in der gegend herum, versuchten zu leuten blickkontakt aufzunehmen, lächelten, nippten am glas, lächelten wieder, na ja, was man halt alles so macht, wenn man wahrgenommen werden möchte. aber niemand interessierte sich für sie.

also meeteten and greeteten sie sich gegenseitig. so als ob sie sich noch nie zuvor gesehen hätten. so erfuhren sie, dass sie beide musiker seien. beide auf blechblasinstrumenten.

was für ein zufall!!!

als der eine dem anderen dann erzählte, dass er bei mnozil brass mitspiele, haute es sie beide vom hocker. der andere spielt da nämlich auch mit. und trotzdem hatten sie sich noch nie bemerkt. da gab´s natürlich viel zu erzählen und es wurde ein sehr vergnüglicher abend.

am schluss tauschten sie sogar die telefonnummern aus und schworen sich feierlich, von nun an in kontakt zu bleiben.

17.1.

also neulich wollten wir von salzburg nach bremen fliegen. salzburg ist ein wuzziminikleiner flughafen, wo man 30 minuten vor abflug zum check in kommt und 28 minuten vor abflug eingecheckt und nach absolvierten security check am gate steht.

wir kommen also eher knapp aber frohen mutes und nichts böses ahnend in die abflughalle und:  hunderte von menschen

urlauberschichtwechsel.

jeder von denen mit einem riesigen koffer und einem paar schi in der hand.

allein fünf flieger gingen an dem morgen von salzburg nach moskau, der rest nach wasweißichwohin.

und wir mittendrin.

ging sich im endeffekt eh aus, war aber knapp…

28.11.

jetzt müssen wir nur mehr einen winzigen, klitzekleinen und kaum der rede werten fernsehauftritt absolvieren, und dann sind wir praktisch schon wieder bei den schönen dingen des lebens angekommen: trompete üben, posaune üben, tuba üben.

das ist zumindest das, was wir uns offiziell versprechen.

inoffizell sind die schönen dinge des lebens natürlich: essen, trinken, fröhlich sein, schi fahren, dem christkind beim weihnachtsgeschenkverpacken helfen, mit den goldgelockten engeln (die ums christkind herumschwirren) einen glühwein trinken und das leben von einer ganz und gar unmusikalischen seite her zu betrachten.

das wird und leicht fallen!

25.11.

australien war echt eine reise wert! mittlerweile sind wir wieder auf dem nachhauseweg, aber wir haben ein kleines problem. wir fliegen mit emirates airlines, und zwar von melbourne nach dubai nach wien. so wurde der flug zumindest gebucht. mit einmal umsteigen also. jetzt sind wir aber in kuala lumpur zwischengelandet, um ein paar passagiere rauszulassen und ein paar neue an bord zu nehmen. alles raus aus dem flieger, alles gepäck mitnehmen und beim einsteigen nochmals durch den security check. also wenn das kein rückflug mit zweimal umsteigen ist heißen wir ab sofort die original fidelen hintervorderuntertaler. da es sich bei emirates aber um eine notleidende fluglinie handeln dürfte, die einfach nicht genug flugzeuge besitzen haben wir spontan eine soforthilfegruppe gebildet und der airline angeboten, auch noch in abu dhabi, izmir und hannover zwischenzulanden. den flughafen von izmir kennen wir eh noch nicht und man hilft ja gerne!

23.11.

wir überprüfen gerade das verhältnis von eins zu zehn. wir sind  über´s wochenende in australien, um zwei konzerte zu spielen, eins in sydney, eins in melbourne.

da kann man ungefähr 40 stunden flugzeit für 4 stunden konzertzeit veranschlagen. donnerstags abflug in wien, freitag abend ankunft in sydney, heute das erste konzert, morgen weiter per flug nach melbourne, am abend das zweite konzert und nach dem konzert gleich wieder auf den flughafen, um den rückflug zu erwischen. ankunft in wien am montag abend.

man muss halt gerne fliegen…

und noch lieber konzerte spielen…

dafür haben wir heute beim sydney opera house einen kaffee getrunken, und zwar in der sonne bei 28 grad. da kann wien momentan temperaturmäßig gar nicht mithalten.

der applaus heute abend war allerdings nicht eins zu zehn sondern eins zu eins, so wie überall sonst auch. und wir haben auch gestern nach der ankunft nicht an der hotelbar im verhältnis eins zu zehn…  sondern allerhöchstens eins zu einskommafünf oder so. allerhöchstens!! eher einskommavier…

 

 

18.11.

heute ist ein guter tag.

wir durften mit einem zug, der von brno über pardubice über prag über dresden kommend nach hamburg fuhr von dresden nach berlin reisen. ein echter, schöner, alter tschechischer zug mit einem echten speisewagen, mit echten kellnern, die ihr handwerk gelernt haben und mit einem echten koch, der alle speisen frisch zubereitete, und zwar in einer echten echten küche, nicht in der mikrowelle.

es wurde zum beispiel tschechische krautsuppe angeboten. und wiener schnitzel. und gefüllte maisbrust. und natürlich böhmische palatschinken. und sonst noch allerhand. nicht zu vergessen frisch gezapftes pilsner urquell.

keine spur von irgendwelchem “essen”, das angeblich von witzigmann, lafer und sonstigen kochgrößen kreiert wird, in plastik eingeschweisst und dann in der mikrowelle wieder aufgewärmt wird. und genauso schmeckt wie es zubereitet wird.

nein. echtes, frisches essen mit geschmack.

glückliches tschechien!

 

17.11.

wir gondelten grade in england rum. vorgestern reading, gestern coventry und jetzt sitzen wir am heathrow airport. weil wir nämlich ab heute in deutschland rumgondeln. in berlin und dresden. und danach gondeln wir in australien herum. in sydney und melbourne. für eine woche ist das eh nicht wenig.

wer immer den direktflug von wien nach australien erfindet möge sich bitte vertrauensvoll an uns wenden. wir sind dafür!

wir wollen keinen zwischenstopkaffee in abu dhabi trinken. auch singapur bedeutet uns wenig, zumindest auf der durchreise. dubai mag ja schön sein, aber…

und was ist eigentlich aus dem beamen geworden? da hat man auch schon lange nix mehr davon gehört. dabei wär´s doch so praktisch. abendessen im kreise seiner lieben. danach ein konzert in melbourne. und als abschluss des abends ein fläschchen wein, aber wieder zuhause bei der liebsten.

das kann doch nicht so schwierig sein!

23.10.

vorgestern haben wir in bethlehem gespielt.

ja, genau. in dem bethlehem. wo jesus geboren wurde. wahnsinn!

robert meinte zwar, er glaube gehört zu haben, dass es noch irgendwo ein zweites bethlehem gebe, das auch in frage käme, irgendwo in kleinasien, aber das kann eigentlich nicht sein.

alles, was trendy ist, kommt nun mal aus amerika.

das iphone, der ästhetische städtebau, der hiphop und die geschmackvolle kurze hose für den mann von morgen. alles aus amerika.

deshalb sind wir uns ziemlich sicher, dass jesus auch aus amerika kommt.

21.10.

alles läuft wunderbar!

nach einer übernachtung von gerhard und leonhard in manchester (maschine defekt – lufthansa) und ein paar stunden wartezeit für gerhard in frankfurt (maschine defekt- lufthansa) sind wir wohlbehalten in amerika angekommen. die konzerte laufen großartig (echt jetzt!) das essen ist hervorragend (auch ein sandwich oder ein burger kann in manchen kulturkreisen als vollwertige mahlzeit gelten) und alle flüge sind pünktlich. heute haben wir einen freien tag, deswegen ergab es sich gestern rein zufällig, dass die gesamte mannschaft an der hotelbar landete, sich stärkte und dann die bohemian rhapsody zum besten gab.

großer applaus der noch anwesenden anderen drei gäste.

14.10.

wir fliegen wieder munter durch die gegend und üben schon für unsere amerika tournee.

gestern sind wir von manchester über frankfurt nach wien geflogen. die lufthansa hat uns einen flug verkauft, bei dem in frankfurt genau 45 minuten fürs umsteigen berechnet waren. das geht sich nur schwer aus und da man nochmals durch den security check und die passkontrolle muss, geht sich das gar nicht aus. das wussten wir aber nicht und rannten durch den halben flughafen und kamen genau zur abflugszeit am gate an. dort teilte uns eine dame lapidar mit, dass das gate geschlossen sei. thomas, der etwas schneller gerannt war, war zwei minuten vorher noch durchgekommen und hatte der dame am gate auch gesagt, dass wir anderen gleich da sein würden. wurscht.

nix zu machen, sie ließ uns nicht mehr ins flugzeug (welches natürlich noch am gate stand…)

umbuchen auf einen anderen flug und drei stunden warten.

was wir weder am serviceschalter noch am gate gehört haben, war der einfache satz:

es tut uns leid, wir bitten um entschuldigung.

muss ja nicht sein, lufthansa ist ein transporteur und kein serviceunternehmen. und frankfurt ist ein regionalflughafen mit kurzen wegen und ganz sicherlich keinem kapazitätsproblem.

28.7.

wir haben heute zu mittag ein open air konzert gespielt. was ja nix ungewöhnliches ist. allerdings ist heute der heißeste tag des jahres, das kann man jetzt schon sagen. es hatte also gefühlte 50 und gemessene 40 grad. im schatten.

da unser bereich aber nicht überdacht war spielten wir in der prallen sonne. also bei gefühlten 50 und gemessenen 51,2 grad.

was uns aber sowas von wurscht war. weil wir nämlich cool sind, und das hat sich heute wieder einmal ausgezahlt.

am leichtesten war es für prof. paul. er hat bereits vor sieben oder acht jahren beschlossen, nie mehr wieder beim arbeiten zu schwitzen. und daran hält er sich auch.

der mann ging staubtrocken auf die bühne und kam staubtrocken nach zwei stunden wieder von der bühne runter.

der mann ist definitiv kein mundstückablutscher.

23.7.

abgesehen davon, dass roman und robert von biarritz nach lyon aus unerklärlichen gründen auf standby gesetzt waren und das flugzeug wieder erst im allerletzten moment besteigen durften, wollten uns die veranstalter des gestrigen konzertes allesamt heute morgen mit einem großraumbus nach lyon zum flughafen  bringen. blöd nur, dass gerhard um eine gute stunde früher als der rest flog. was natürlich heißt, das zwei autos benötigt wurden. was aber aus unerklärlichen gründen nicht zu organisieren war, ganz unmöglich, innerhalb von 24 stunden ein zweiter transfer, c´est pas possible, nix zu machen, rien ne va plus uswuswusw.

blieb wieder nur das gute alte taxi, gegen einen entsprechenden eurobetrag natürlich.

21.7.

es gibt so tage…

gestern sind wir von trier nach hasparren bei biarritz  gereist.

in trier kam das taxi zu spät, das uns zum bahnhof bringen sollte. ging sich aber aus und wir erwischten den zug.

leider baute sich dann aber von trier nach saarbrücken eine leichte verspätung auf. der schaffner beteuerte uns, dass wir den anschluss in saarbrücken kriegen würden. wir fuhren in saarbrücken ein, der ice nach paris fuhr am gegenüberliegenden gleis aus. kommunikation scheint nicht die stärke der deutschen bahn zu sein. da standen wir nun, und mit uns 35 andere passagiere, die nach paris wollten.

danke, deutsche bahn!

blöderweise mussten wir aber in paris einen flieger nach biarritz erreichen.

danke, deutsche bahn!

die dame am infopoint war sehr freundlich, konnte uns aber nicht helfen, da ihr telefonisch aus karlsruhe beschieden wurde, dass wir uns selber um unser schicksal kümmern sollten.

danke, deutsche bahn!

wir fuhren also mit dem taxi von saarbrücken nach paris. sind ja nur 400 kilometer. kostet auch fast nix.

danke, deutsche bahn!

da wir aber sieben sind, mussten wir zwei taxis nehmen, was den fahrpreis naturgemäß verdoppelte. wir haben also gestern eine, respektive zwei taxifahrten von saarbrücken nach paris für einen vierstelligen eurobetrag absolviert.

danke, deutsche bahn!

wir kamen in paris 30 minuten vor abflug am flughafen an, und hier beginnt der schöne teil der geschichte. zuerst wurden wir beim check in vorgelassen, dann bemühten sich die damen am schalter sehr, dass sich alles noch ausging. da das flugzeug komplett voll war, gab es für roman und robert noch kein ticket. wir anderen boardeten und erzählten dem kapitän von unseren turbulenten tag. der kümmerte sich persönlich darum, dass roman und robert ein ticket bekamen. ein vollbesetzer airbus wartete 20 minuten auf die beiden, weil wir sonst das konzert am abend nicht hätten spielen können.

ein dreifach hoch auf die air france!!!!

danke, deutsche bahn!

 

17.7.

er wollte nicht und nicht mit der wahrheit herausrücken. erst als wir drohten, er müsse ab sofort tenorhorn spielen wurde er weich.

brandstötter war in mörbisch.

bei einer operette.

da geht man normalerweise erst hin, wenn man über neunzig ist.

blöd nur, dass alle neunzigjährigen dort in jeans und turnschuhen unterwegs waren und brandstötter in seinem fein bildungsbürgerlichen outfit (mit krawatte!!!!) ganz unangenehm auffiel. er wäre fast nicht reingekommen, wenn sich nicht doch ein platzanweiser seiner erbarmt hätte.

jetzt ist er traurig, weil er nicht weiß, wann er seinen einzigen anzug überhaupt noch anziehen soll.

unser mitleid hält sich wie immer in grenzen.

14.7.

brandstötter hat sich heute besonders fein herausgeputzt. und riechen tut er auch so gut. nach moschus und veilchen mit einem hauch zahncreme.

das heißt, er hat sich also auch die zähne geputzt.

momentan überlegt er noch, ob er die gelb-grün-rotgestreifte krawatte oder die schwarze mit den kleinen blauen schwinchen drauf nehmen soll. wir halten uns mit ratschlägen zurück, weil zu seinem braunen anzug keine der beiden passt. er überlegt auch, die blauen schuhe anzuziehen. oder doch die silbernen clogs.

was hat der mann vor?

27.6.

zur zeit spielen wir drei programme parallel.

blofeld, happy birthday und hojotoho.

das ist nicht immer ganz leicht, weil´s vorkommen kann, dass an drei aufeinanderfolgenden tagen drei verschiedene programme gespielt werden. was wiederum jedesmal verschiedene requisiten erfordert.

thomas braucht z.b. bei blofeld und happy einen kaugummi, bei hojotoho aber nicht. in hojotoho brauchen wir einen abendstern und ein festspielhaus, sonst aber nicht. generell sind die kostüme unterschiedlich, leider auch die schuhe.

man glaubt ja gar nicht, was man alles zu hause vergessen kann. um es dann panisch fünf minuten vor konzertbeginn zu bemerken und hektische aktivität auszulösen.

nur robert bleibt immer cool.

er vergisst permanent, dass er in happy birthday eine geöffnete bierflasche braucht, wir haben die show ja auch erst zwanzig bis dreißig mal gespielt.

wir machen ihn schon ganz routiniert zwei minuten vor konzertbeginn darauf aufmerksam, worauf er sich gemessenen schrittes auf die suche macht und nach ziemlich genau fünf minuten mit bierflasche wieder erscheint.

deshalb beginnt die happy birthday show immer mit ca. drei minuten verspätung.

in der band laufen bereits wetten, ob er sich das mit dem bier jemals merken kann.

 

26.5.

unsere reisen werden immer komplizierter.

vorgestern haben wir in montreux gespielt. gerhard mit dem flugzeug von münchen nach zürich, weiter mit der bahn nach montreux. alle anderen mit dem flugzeug von wien nach zürich, weiter mit einem mietbus. roman in der nacht mit dem bus zurück nach zürich, am morgen heimflug nach wien. gerhard, robert, brandstötter und prof. paul am gestern weiter nach paris mit der bahn. zoltan gestern mit dem flieger nach paris und gleich mit dem zug weiter nach lille. thomas bleibt arbeitenderweise in montreux.

heute brandstötter, prof. paul, gerhard und robert mit dem zug von paris nach lille. roman mit dem flieger von wien nach paris und dann nach lille. thomas mit dem flieger von genf nach paris und mit dem zug nach lille.

und zoltan hat heute gar nix gemacht, weil er nämlich schon da ist.

capito?

4.5.

wir sind gestern von wien nach malta geflogen.

inklusive prof. paul.

der hatte ursprünglich aber ein flugticket für vorgestern bestellt, weil er sich malta ansehen wollte. was er aber völlig verdrängt hatte. also stand er am flughafen, wollte einchecken und konnte nicht. weil er ja für den vortag usw…

er löste das problem natürlich wie immer elegant und unauffällig mittels kreditkarte und den worten “so ein verd…. sch…dr…, f…ing airlines, bek….tes sch…jahr” usw. usw.

wir empfehlen in solchen fällen einen einsteigerkurs in timemanagement, weiters den erwerb eines taschenkalender sowie den gebrauch eines mobiltelefones mit erinnerungsfunktion.

30.4.

heute in der früh sind wir von new york kommend in wien gelandet. es war ein ruhiger flug  mit angenehmen mitreisenden.

was wir allerdings nicht wussten ist, dass die aua (austrian airlines) auf überseeflügen nostalgieflugzeuge einsetzt. unser flugzeug war gefühlte neunzig jahre alt, die sitzbezüge waren von erlesener durchgesessenheit, die farbe der bezüge zwischen militärgrün und graubraun schwankend und als entertainmentprogramm spielten uns die damen und herren flugbegleiterinnen selbstverfasst sketche vor, da die bildschirme, wo normalerweise die filme laufen sollten, zum teil schwarz blieben.

wir finden es total super und mutig von unserer österreichischen topairline wieder verstärkt auf den retrochic zu setzen und ihre flugzeuge auf paradedistanzen wie new york-wien keinesfalls mit den neuesten technischen errungenschaften auszustatten. kleine anmerkung: uns haben noch die lieder ums lagerfeuer herum gefehlt, um die gruppendynamik noch stärker zu fördern.

29.4.

unsere kanada/amerika tournee neigt sich dem ende zu. vor unserem letzten konzert gestern nachmittag hatten wir drei!!!! tage frei. diese haben wir paddelnd und im wald umherstreifend verbracht, da maine ja hauptsächlich aus wald und seen besteht. gerhard und roman waren besonders fleißig, die haben zum ersten mal in ihrem leben schwielen an den händen. und muckis in den armen. vom paddeln.

sollte es jemals ein wettpaddeln unter allen brassensembles dieser welt geben wären die beiden mit sicherheit ganz vorne dabei.

25.4.

was soll man mit solchen tagen machen?

um 5.45 uhr aufstehen.

um 6.20 uhr mit dem taxi zum flughafen in winnipeg.

um 8.20 uhr flug winnipeg-chicago.

um 11.40 uhr flug chicago-philadelpia.

um 16.40 uhr flug philadelphia-bangor mit einer stunde verspätung.

das kulinarische angebot auf kanadischen und amerikanischen flughäfen ist reziprok zur größe derselben. und von einem gepflegten weißwein ist man soweit weg wie mongolische schlagerstars von der carnegiehall in new york.

einzig brandstötter bot uns erheiterndes: er versuchte, im sitzen und mit der linken hand eine wasserflasche zu öffnen, die er sich zwischen die oberschenkel geklemmt hatte. das ergebnis war ein großer fleck auf seiner hose, und zwar genau dort, wo es am unpassendsten war.

ganz großes kino.

die einzig logische schlussfolgerung war, dass dieser mann unter extremer flugangst leidet und definitiv nicht mehr alle körperfunktionen unter kontrolle hat.

 

21.4.

wir befinden uns im ewigen winter.

wir dachten, in kanada würde endlich der frühling für uns anfangen, aber weit gefehlt. wir sind grad in calgary und draussen schneit es.

kann doch nicht sein.

gestern waren wir in saskatoon, und da war´s noch kälter. was aber den saskatoonern wiederum egal war, weil´s dort bis vor einer woche minus 25 grad hatte. für die war´s mit temperaturen um den gefrierpunkt angenehm warm und wir haben nicht nur einen in kurzen hosen herumlaufen gesehen. dafür war´s letzte woche für die sardinier mit plus 20 grad viel zu kalt für die jahreszeit, weshalb alle mit daunenjacken und in pullis rumliefen.

alles reine ansichtssache.

18.4.

wir überlegen, ob wir bandintern eine neue zeitzone einführen sollen, die sogenannte mnozilzeit.

wir hatten in den vergangenen acht tagen 11 flüge und dabei dreimal irgendwelche zeitzonensprünge. da kennt sich niemand mehr aus. deswegen brauchen wir eine praktikable lösung. wir denken momentan an die simpelste version, nämlich an die aufteilung des tages in drei einheiten: zeiteinheit 1: konzert, zeiteinheit 2: rest des tages, zeiteinheit 3: herumhängen auf irgendwelchen flughäfen, konsumation fragwürdiger und überteuerter getränke, verzehr von grauenhaftem flugzeugessen und das warten in diversen check-in schlangen.

15.4.

zurück in österreich.

phantastisches wetter.

14.4.

wir sind grade in england.

phantastisches wetter.

 

 

phantastische menschen.

13.4.

wir sind grade in portugal.

phantastisches wetter.

phantastisches essen.

phantastische weine.

phantastische menschen.

11.4.

wir sind grade in italien.

phantastisches wetter.

phantastisches essen.

phantastische weine.

phantastische menschen.

 

 

6.3.

heute ist mittwoch. heute spielen wir in berlin auf der tourismusmesse ein paar auszüge aus unserem wagnerprogramm.

für roman war aber schon gestern heute. also mittwoch. mittwoch am dienstag sozusagen.

deswegen fuhr er auch schon gestern zum flughafen in wien und wollte unbedingt nach berlin einchecken. die dame am schalter versuchte ihr bestes, konnte roman aber nirgendwo finden. und musste ihm sogar mitteilen, dass ein vollkommen fremder auf seinem platz säße. was roman natürlich zu protest veranlasste. bis sich die dame am schalter seinen boardingpass näher ansah…

wir vermuten, dass roman seiner zeit ganz einfach voraus ist.

wäre roman aber wirklich ganz cooler typ , dann wäre er gestern nach berlin geflogen und hätte den auftritt ganz alleine absolviert. ohne uns. soweit ist er der zeit aber dann noch nicht voraus.

2.3.

uns, die wir in einem gasthaus entstanden sind und den namen desselbigen mit stolz führen dürfen, wurde gestern eine ganz besondere ehre zu teil. wir durften in tokyo eine bar eröffnen. christian, ein freund von uns, der schon seit 15 jahren hier lebt, hat gemeinsam mit einem japanischen spezi ein lager in eine bar umgewandelt und uns eingeladen, diese am ersten abend auf ihre zweckmäßigkeit, gastfreundlichkeit und kapazität hin zu überprüfen. was wir gerne taten.

das heutige konzert war mit etwas kopfweh verbunden, das müssen wir zugeben. auf der anderen seite haben wir nun auch in tokyo eine aussenstelle, wo es österreichischen veltliner, vogelbeerschnaps und gulasch, speziell für zoltan, gibt.

freude!

27.2.

wir sitzen am flughafen und warten auf unseren flug nach tokyo. gerhard grinst wie ein überfressenes hutschpferd und brandstötter bringt sein gesicht auch nicht unter kontrolle. die beiden waren zwei tage lang schifahren und strahlen jetzt wie verknallte teenager. wir dachten eigentlich, dass die beiden seriöse musiker wären, aber weit gefehlt. die braucht man nur in den schnee zum spielen schicken und schon vergessen sie alles rundherum. die beiden waren am mount teine tiefschneefahren und fliegen jetzt nur mit uns nach tokyo, weil ihnen die kohle ausgegangen ist. sonst würden die ernsthaft hierbleiben bis zur schneeschmelze. die spielen nur ein instrument, weil sie müssen! um sich damit ihre schisucht zu finanzieren! wir werden die beiden bald einmal zu den ass schicken. das sind die anonymen schi süchtigen. vielleicht kann ihnen dort geholfen werden.

24.2.

also japan ist überhaupt unpackbar. wir sind auf hokkaido und da hat´s so viel schnee, dass kitzbühel, st. anton und st. moritz zusammen vor neid erblassen. hohe schneetürme häufen sich überall auf und was machen die japaner?

nix.

die sind soo cool. alle züge fahren pünktlich. der schnee wird nicht weggesalzen sondern einfach niedergetreten oder niedergefahren und alles funktioniert bestens. und bei uns zuhause fangen alle zu hyperventilieren an, wenn´s in der stadt vier zentimeter schneit. dann wirft sich jeder in den überlebenskampf mit schneeschaufel und eiskratzer und das öffentliche leben wird lahmgelegt. hier ist nix dergleichen festzustellen. sind die japaner am ende gar die besseren bergbewohner als wir?

morgen gehen wir in sapporo schifahren, dann schauen wir einmal…

21.2.

so, jetzt geht´s wieder einigermaßen. wir sind ausgeruht und die grüne farbe ist auch aus dem gesicht gewichen. passt eh, weil heute fliegen wir nach japan, und da wollen wir uns von unserer schokoladenseite, sprich mit einem geschmeidigen lippchen und rosigem teint präsentieren.

16.2.

pfoa, uns geht´s nicht gut.

wir haben zwei schöne geburtstagskonzerte in wien gehabt und mit freunden ein wenig gefeiert. ein wenig im sinne von wie zwanzigjährige junge hoffnungsfrohe menschen mit einem leichten gehirnaussetzer. nicht wie reife 30jährige. seit zwei tagen versuchen wir uns von diesem desaster zu erholen und wissen nun auch, wie es sich im körper eines neunzigjährigen anfühlt.

zoltan ist unser neuer könig. am ersten abend schlug er sich wacker bis halb fünf uhr morgens und am zweiten bis um neun uhr am vormittag. alle anderen gingen unwesentlich früher schlafen.

den nächsten runden geburtstag lassen wir aus.

auch wir haben ein recht auf leben.

13.2.

heute feiern wir unseren geburtstag!

zehn jahre mnozil brass.

und wir sind alle noch so jung!!!!

juhuhu!

wer ist denn auf die idee gekommen, dass wir als band schon 20 sein könnten?

eine abstruse vorstellung. wo wir bandmitglieder doch selbst erst am 30er kratzen.

prof. paul hat uns eine kopie seines reisepasses vorgelegt, aus der einwandfrei hervorgeht, dass er im april 29 jahre alt wird. damit ist er zwar der älteste in der band, aber 29 ist doch noch kein grund zur aufregung.

hach, was sind wir jung und chic und sexy.

roman hat grad sein brusthaartoupet aus der pfandleihanstalt zurückgeholt.

trallala.

 

12.2.

morgen und übermorgen feiern wir unseren geburtstag!

20 jahre mnozil brass.

juhuu!

nur mehr einmal schlafen!

juhuhuhu!

prof. paul stellt aber nicht ganz zu unrecht die frage, wie alt denn dann wir bandmitglieder sind? wenn die band schon 20 ist.

moment einmal, wir sind dann so ungefähr -

also wir müssten dann eigentlich in etwa -

also wir nicht, aber prof. paul., weil der ist ja älter-

evtl. auch robert, der ist ja auch nicht mehr der-

ogottogottogottogott.

sind wir etwa dabei, den charme der jugendlichkeit zu verlieren?

sind wir keine aufstrebende leichtsinnsband mehr?

keine sexy boygroup?

darf roman seinen nackten oberkörper noch herzeigen oder erinnert das schon an keith richards?

und was ist mir roberts nackten waden?

brandstötter hat erst kürzlich erwähnt, dass er beim stiegensteigen außer atem kam.

und thomas meinte, dass essen der sex des alters sei.

11.2.

übermorgen und überübermorgen feiern wir unseren geburtstag!

20 jahre mnozil brass.

juhuu!

nur mehr zweimal schlafen!

juhuhuhu!

20.1.

wir haben eine  schweiz tour mit hindernissen hinter uns und hätten fast das erste konzert in bern verpasst. der abflug in wien war für 9.50 uhr geplant, musste aber aufgrund heftigen schneefalls nach hinten verschoben werden. es wurde zwölf, es wurde zwei, es wurde vier uhr und wir waren noch immer in wien. und zwar im wunderbaren neuen skylink, einer architektonischen meisterleistung des 21. jahrhunderts. die baukosten wurden ja nur geringfügig ums doppelte überschritten, aber dafür punktet dieses juwel mit dem charme eines großraumbüros aus den 70er jahren mit überbordender gastronomie zu ganz dezenten preisen, die klos sind behindertengerecht über stufen erreichbar einen stock tiefer gelegt worden und rollbänder gibts nur in eine richtung, weil in die gegenrichtung kein platz mehr vorhanden war. eine meisterleistung. den verantwortlichen politikern häupl und pröll sei herzlich gedankt für ihre mühe im dienste des volkes.

das krisenmanagement war meisterlich, je länger wir festsaßen, umso spärlicher wurden die durchsagen. zwischen zwölf und vier fühlte sich überhaupt niemand mehr zuständig für uns. wir hatten aber großes glück und konnten um halb sechs uhr abends abfliegen. allerdings gab´s nur eine sehr leise durchsage, wodurch einige passagiere nicht boardeten und ihr gepäck dann noch ausgeladen werden musste.

wir landeten um halb sieben in in zürich, kamen um halb neun in bern an und begannen das konzert um neun. das publikum hatte ausgeharrt und uns die verspätung nachgesehen.

danke, danke, danke.

 

7.1.

Hojotoho!

und danach die premierenfeier. wer in dieser band mehr als zwei stunden schlaf braucht, steht schon auf verlorenem posten.

 

3.1.

schön langsam wird´s echt eng. nur noch drei tage bis zur premiere.

wir sind zwar alle topfit und reiten mittlerweile besser als alle araberhengste zusammen, aber man weiß ja nie. vielleicht hätten wir wirklich an allen tagen, die für proben reserviert waren, auch proben sollen.

und nicht an jedem zweiten in dieses tolle neue thermalbad gehen. auch wenn´s sehr entspannend war. und auch wenn die saunalandschaft dort so was von cool ist. und erst die wasserrutsche!!!!! einmal sind wir sogar alle sieben hintereinander als wurm runtergerutscht. das war vielleicht ein spaß! wenn´s einmal mit dem blasen nicht mehr so gut funktioniert werden wir sicherlich alle in so einem schuppen arbeiten. als bademeister. und als rutschentester. und als eisverkäufer. und als aufgussspeziealist.

 

6.12.

möglicherweise hat robert das bessere los gezogen! er muss zwar die ganze zeit singen und knödelt sich unentwegt einen auf heldischen wagnertenor herunter, aber wir sind noch schlechter dran. heute hat uns anne marie, unsere choreografin, eröffnet, dass die restlichen sechs beim walkürenritt die pferde darstellen werden. und dass der ritt momentan mit 23 minuten dauer berechnet ist. natürlich müssen wir den ritt auch selber blasen. und am rücken werden wir echte walküren tragen, jede mit ca. 120 kilogramm lebendgewicht. in einem gemurmelten halbsatz hat anne marie dann noch gemeint, dass das ausbildungsprogramm der amerikanischen navy seals ein weicheiprogramm sei, verglichen mit dem, was sie mit uns in den nächsten sechs wochen veranstalten werde.

30.11.

wir proben seit wochen wagner, wagner, wagner. und nochmals wagner. schön langsam reicht´s echt. dabei hat der kerl so einen unverfänglichen familiennamen.

richard wagner.

wer denkt da schon an was böses. bäcker heißen so. oder steuerberater. oder eventuell noch bankbeamten. aber doch nicht komponisten.

komponisten heißen beethoven. oder mozart. verdi geht auch noch. aber bei richard wagner denkt man echt an was anderes.

und dann schreibt der kerl opern, die vor abgründigkeit und lasterhaftigkeit und ausserehelichen liebesaffären und kämpfen nur so strotzen. krieg der sterne ist ein müder schas dagegen.

und wir machen da allen ernstes eine show draus. was für eine idee. wo in den 27 stunden musik, die der geschrieben hat vielleicht mal zwei lustige momente aufblitzen. der rest ist bleierner ernst.

und dann diese endlosen arien. gott sei dank singt die alle robert. wir haben ihn gefragt, ob er vielleicht ein liedchen singen möchte in dem programm und er hat ja gesagt. wir haben aber nicht dazugesagt, dass das liedchen zwei stunden dauert.

22.10.

wenn einer eine reise tut: am dienstag starteten wir in kusel, wo wir nach dem konzert zu einer party bei freunden eingeladen waren. es wurde heftigst musiziert in der wohnung, aber als um zwei uhr morgens die polizei vor dem haus hielt verhielten sich alle vorbildlich ruhig. in bremen erlebten wir den heißesten oktobertag seit beginn der temperaturaufzeichnungen und genossen den tag in diversen straßencafes in hemd und t-shirt.

in frankreich wiederum hatten wir ein wunderbares konzert, was das publikum betraf. allerdings sprachen die techniker kein englisch und fanden es auch nicht notwendig, sich die bühnenanweisung durchzulesen. und am nächsten morgen, als wir um 6.30 uhr auf unseren fahrer für den transfer nach lille warteten, von wo wir mit dem zug nach paris weiterfuhren, um nach oslo weiterzufliegen, kam kein fahrer. obwohl er uns um ein uhr morgens noch wortreich erklärt hatte, dass er schon um sechs da sein werde, um noch mit uns zu frühstücken. allerdings erklärte er uns das mit einem glas wein in der hand…

es wurde dann ein wenig hektisch, weil´s aufgrund der lage des hotels nicht möglich war, innerhalb von fünf minuten ein taxi zu kriegen. eine gute hotelseele erbarmte sich unser und fuhr uns dann mit einem hotelbus zum bahnhof, wo wir den zug gerade noch erwischten. da hätten wir doch fast ein konzert in norwegen verpasst, weil sich jemand in frankreich ausschlafen musste.

in norwegen war alles wunderbar! tolle halle, tolles sushirestaurant vor der halle und ein grandioser bustransfer von und zum flughafen. und zwar in einem bus, mit dem normalerweise die norwegischen rockbands fahren, mit kuscheliger sitzecke, großen flatsreens, internet und cafemaschine und einem wohlgefüllten kühlschrank.

das leben ist schön.

28.9.

robert scheint´s auf dieser tour gepachtet zu haben. als wir gestern zum flughafen abfahren wollten erschien er mit bleichem gesicht, weil er seinen reisepass nicht mehr finden konnte. schon blöd. ohne reisepass kein weiterflug von sydney nach brisbane und danach keine heimreise nach österreich. es begann also ein hektisches suchen und herumtelefonieren. robert vermutete, dass ihm der reisepass beim anflug auf sydney im flugzeug aus der brusttasche gefallen wäre. also hektisches nachforschen am sydney airport und tatsächlich: ein reisepass war gefunden worden und ein freundlicher mitarbeiter vom lost and found schalter kam mit roberts pass am check-in angetrabt.

dankenswerter weise stand am abend eine flasche sekt auf roberts kosten in der garderobe.

26.9.

und gestern hat es robert erwischt. früher flug von auckland nach melbourne, dann eine 500 meter lange schlange bei der passkontrolle in melbourne und ankunft im hotel um 13.00uhr. wir hätten ja gar nichts gemerkt, aber um halb acht machte uns jemand von der halle drauf aufmerksam, dass wir doch sieben leute seien und bis jetzt aber nur sechs da seien. anruf im hotel, wo robert nach dem zehnten klingeln den hörer abnahm. pünktlich um acht war er da, um diretissima auf die bühne zu gehen und 2000 begeisterten menschen ein wirklich zerdrücktes schlafgesicht zu präsentieren. die menge tobte.

gott sei dank gibt es noch aufmerksame zeitgenossen. wir hätten wahrscheinlich erst in der pause gemerkt, dass er nicht da ist.

24.9.

wir sind momentan in australien und neuseeand unterwegs. bis jetzt lief´s recht gut, aber wir mussten schon dreimal um 4.15 uhr in der früh aufstehen, um flüge zum nächsten konzertort zu erwischen. was natürlich zu einer gewissen übermüdung führt. heute flogen wir am frühen morgen von wellington nach auckland, um bereits um 10 uhr im frühstücksfernsehen aufzutreten und ein interview zu geben. da zoltan fand, dass sich die paar stunden schlaf eh nicht auszahlten ging er gar nicht ins bett und verkürzte sich die nacht mit ein paar freunden in ein paar bars. was dazu führte, dass er mitten in der fernsehsendung einschlief und sein haupt sanft an der schulter der moderatorin ruhte.

7.9.

wir haben mit den proben für unser wagner projekt in bayreuth begonnen.

alles super soweit, super kompositionen von thomas , leonhard und gerhard, super regisseur philippe arlaud, super spirit im team, super ideen, super hohe noten und super tiefe noten.

all das wird jedoch überschattet von einem ereignis, das keiner von uns jemals erwartet hätte.

prof. paul hat sich neue schuhe gekauft!

das hat er noch nie gemacht. wir kannten ihn bisher nur mit einem paar grüner schuhe der marke “waldviertler”. die trug er, seit er in der band ist. weil seiner meinung nach ein paar schuhe völlig ausreichend ist und die alten noch nicht in fetzen vom fuß hingen.

allerdings hat er sich jetzt ein paar braune schuhe gekauft und wir haben echt mühe, ihn zu erkennen. er ist da, aber man schaut quasi durch ihn hindurch weil er optisch nicht wiederzuerkennen ist. wenn er sich wenigstens wieder grüne gekauft hätte…

wir denken daran, sein altes paar einem heimatmuseum zu schenken.

 

2.9.

wir haben uns notenblätter auf die pulte gelegt.

und zwar für ein stück von buxtehude.

aber nicht hingesehen.

gespielt haben wir aber dann eh wie immer die brinpolka und die bohemian rhapsody. es hat den leuten sehr gut gefallen, die stimmung war für eine trauungszeremonie sogar ungewöhnlich locker…

und da reden wir noch nicht vom fest, das nachher stattfand.

23.8.

sebastian hat uns gefragt, ob wir nicht auch in der kirche zwei oder drei stücke spielen könnten.

nach noten. weil er doch jetzt opernsänger ist und sogar schon notenlesen kann. also singen und notenlesen gleichzeitig.

wir wissen auch nicht, wie er sich das vorstellt. beim singen ist´s ja leicht, aber beim spielen…

da müsste man ja quasi gleichzeitig notenlesen und ventile drücken und überhaupt.

ausgeschlossen.

16.8.

nächste woche heiratet sebastian fuchsberger und wir sind alle auf die hochzeit eingeladen. voll super! er heiratet seine kerstin in tracht. noch superer. wir haben uns alle lederhosen anmessen lassen, damit wir standesgemäß dort erscheinen können. echte österreichische hirschlederhosen. acht unschuldige hirschlein mussten wegen uns ihr leben lassen. bei sechsen von uns reichte ein hirsch für die hose, aber einer von uns brauchte gar zwei hirschlein, wegen des leibesumfanges und so.

doppelmörder

24.5.

die beiden kontrahenten einigten sich darauf, scharf zu schießen. richtig scharf.

und zwar mit einem fußball auf das instrument des gegners, aus 20 metern entfernung, drei versuche.

und da hat sich wieder einmal gezeigt, dass musiker musiker sind.

prof. paul schaffte keine 20 meter, der ball blieb nach 17 metern liegen, allerdings nicht vor der tuba, sondern in einem winkel von 90 grad von der tuba weggeschossen. brandstötter hingegen nahm einen furchterregend langen anlauf, war aber nach dem langen anlauf einfach zu müde, um noch einen geraden schuß abzugeben. in beiderseitigem einvernehmen wurde auf zehn meter verkürzt.

aus zehn metern distanz ein ähnliches bild: prof. paul schoß einem auto, das in einiger entfernung geparkt war, den seitenspiegel runter, brandstötter verstolperte im anlauf und war daher leider nicht in der lage, der basstrompete ernsthaft gefährlich zu werden.

in beiderseitigem einvernehmen wurde der dritte versuch abgeblasen.

handshake, schulterklopfen, besprechen des erlebten. zwei stunden und drei biere später hätte man meinen können, die beiden hätten den fc chelsea niedergerungen.

 

22.5.

wir sind wieder im normalen konzertbetrieb unterwegs, normal viele zuhörer, normale lautstärke, normales essen, normale gespräche.

fast normale gespräche.

brandstötter ist nicht so gut auf prof. paul zu sprechen.

er hat doch diese neue melton tuba, sein ein und alles, sein herzischatzi usw usw. das kennen wir ja schon von seinen früheren instrumenten. immer wenn er was neues daherbrachte, fiel er in ekstase. jetzt hat aber prof. paul unvorsichtigerweise im kleinen kreis bemerkt, dass eine tuba immer eine tuba bleibe, egal ob alt oder neu, egal ob groß oder klein.

wortwörtlich war er sogar noch etwas direkter, er bezeichnete die tuba generell als die röhre des grauens.

blöderweise saß brandstötter direkt hinter ihm und hat das gehört. brandstötter stand ganz ruhig auf, aschfahl im gesicht aber mit einem tödlichen blick in den augen und meinte mit einer knappen verbeugung: “ich fordere sie zum duell.”

12.5.

so eine g…v…….sch…..

das waren nicht 400, das waren 35.000 leute! aber uns sagt man das nicht vorab. natürlich hatten wir nicht genug zettel mit, und mit dem verteilen sind wir auch hinten und vorne nicht fertiggeworden. roman hat´s gar nicht mehr auf die bühne geschafft, weil er nicht mehr durch die menschenmassen durchgekommen ist. robert ist auch nicht wiedergekommen vom verteilen, aber der ist bei einem bierstand hängen geblieben. also haben wir die rhapsody zu fünft gespielt. mitgesungen hat natürlich niemand, es gab ja nicht genug textzettel. so eine miese organisation, so eine ganz miese. ausserdem waren überall fernsehkameras, das hat uns vorher auch niemand gesagt. und zugegangen ist es wie in einem fußballstadion. gejohle und geklatsche und all sowas.

wir sind doch keine sch….verf……popgruppe. wir sind ein seriöses bläserensemble. schauen wir aus wie justin bieber oder was????? dass die da alle so auszucken müssen??? das gibt´s ja echt nicht.

 

10.5.

morgen spielen wir bei der eröffnung der wiener festwochen am rathausplatz auf einer großen open-air bühne. wir werden die bohemian rhapsody spielen und möchten natürlich, dass das publikum  (zwischen 400 und 20.000 werden erwartet, da schwanken die angaben ein wenig) mitsingt. leider sind die österreicher aber bei der rhapsody nicht besonders textsicher. deshalb werden wir zehn minuten vor unserem auftritt handkopierte zettel mit dem text verteilen, dann wird´s schon klappen. wir bereiten jetzt einmal 500 zettel vor, mehr werden eh nicht da sein. 20.000, wer glaubt denn so was?

 

1.5.

norwegen und schweden waren auch nicht ohne.

bei den norwegen weiß man´s ja, wikinger und so und überhaupt recht abgehärtet und kein kälteempfinden und so. die laufen bei acht grad plus auch schon in der kurzen hose und im t-shirt rum, da glaubt man manchmal, man ist in amerika.

aber die schweden erst: wir spielen ein konzert in göteborg und werden danch zu einer kleinen privatfeier eingeladen. privat heißt bei denen ungefähr achtzig leute. es wurden auch getränke gereicht. allerdings musste man immer, bevor man trank ein lied singen. einen schnaps durfte man überhaupt nur auf dreimal anstoßen trinken, das heißt da waren auch drei lieder fällig. beim ersten schnaps. beim zweiten waren´s schon nur mehr zwei lieder, beim dritten nur mehr eines und danach wurde der singzwang aufgehoben. was wir nicht wußten war, dass bei der party auch verdeckte finnen waren, die nur das ende des liedzwanges abwarteten.

wir möchten daher folgendes festhalten: alles, was jemals über finnen geschrieben wurde, besonders was ihre sitten und gebräuche angeht, stimmt.

 

28.4

und voll nett sind sie auch, die dänen. wir sind grad in kopenhagen, und da muss wohl die frau des bürgermeisters oder seine kusine oder die nichte seiner kusine was verloren haben. jetzt helfen da alle zusammen, um das zu suchen. schon seit ein paar jahren. die graben die ganze stadt um. richtig sorgfältig. weil sie das verlorene noch nicht wieder gefunden haben. große baustellen überall, bagger und kräne und alles. und da suchen sie dann.

wir finden das unheimlich nett von denen dänen. weil wenn bei uns wer was verliert, zum beispiel in der band jetzt, also der robert verliert angenommen wieder einmal sein mundstück, oder noch besser, gleich eine ganze trompete, also da würde ihm keiner suchen helfen. suchen vielleicht schon noch, aber finden sicher nicht. also angenommen, der prof. paul fände jetzt die trompete vom robert, dann gäbe er die sicher nicht zurück. weil der prof. paul nämlich einen schwager hat, der mit altmetallen handelt. da würde er sich ja selber schaden, wenn er jetzt die trompete wieder dem robert gäbe.

der däne hingegen denkt da irgendwie anders.

 

27.4.

wir haben gestern unser erstes konzert in dänemark gespielt. da waren wir noch nie. das publikum war sowas von begeistert, das haben wir noch selten erlebt!!!

die haben gelacht und gelacht.

allerdings hat der moderator bei unserer ankündigung zwei, drei dreckige witze erzählt. jetzt vermuten wir, dass das sickerwitze waren und die leute im wahrsten sinn des wortes reihenweise die witze kapiert haben und dann zu lachen begonnen haben. am ende des konzertes kamen die lacher nämlich von ganz hinten, da dürften´s die letzten dann auch geschnallt haben.

danach sind wir in eine bar gegangen, wo sich gleich zwei dänen zu hauen begannen. quasi eine kleine rauferei unter freunden. hat man bei uns ja früher am land auch oft gemacht, als zeitvertreib. und damit die energie ein bißchen raus kann. so ein junger mensch hat ja soviel kraft, der weiß ja manchmal gar nicht, wo er hin soll damit. und da ist ein kleiner raufhandel natürlich super. die energie wird kinetisch abgebaut und man fühlt sich gleich wieder viel wohler nachher. sehr vernünftige leute sind das hier in dänemark.

10.4.

wir sind wieder wohlbehalten zuhause angekommen und müssen uns von steaks und burgern erholen. leider war jetzt grade ostern, was überhaupt gar nicht zur entspannung der lage, vor allem im bauch und gürtelbereich, beigetragen hat. wir überlegen ernsthaft, die nächsten shows im sitzen zu spielen, weil´s einfach gemütlicher ist.

1.4.

wir sind gestern ins feinste steakhouse von kansas city essen gegangen. jeder von uns hat ein gut abgehangenes steak (mindestens acht wochen, eher sogar zwei monate alt) und die notwendigen beilagen (pommes frites – kohlsprossen – zerdrückte erdäpfel – karöttchen – irgendwas gelbgrünes, das wir nicht zuordnen konnten – spargel – sauce hollandaise – noch ein paar andere kleinigkeiten) verdrückt. dazu wurden bier, wein, grappa, whisky, eiswein und limonade gereicht. als es dann ans zahlen ging wurde uns plötzlich schlagartig klar, dass wir unser monatsbudget klar überschritten hatten. wir hätten auch gerne abgewaschen, aber darauf schien kein wert gelegt zu werden. man expedierte uns einigermaßen ruppig nach draussen, dann erklärten uns vier sehr großgewachsene und überaus breite herren, dass das so nicht gehe, was wir durchaus devot zur kenntnis nahmen. wir wollten sie dann noch in ein gespräch über die vorteile der drehventiltrompete gegenüber der perinettrompete verwickeln, aber das ging diesen kulturlosen menschen sonstwo vorbei. früher wären wir davongerannt, aber man wird ja nicht jünger. ausserdem war das hotel ca. 20 kilometer weit weg, da wären wir lang gerannt.

zum glück brachte uns dann ein somalischer taxifahrer nach hause, und zwar alle sieben auf einmal. wie genau wir uns da ins auto gefaltet haben wissen wir leider nicht mehr, aber es war eine vergnügliche fahrt.

26.3.

leider ist gestern brandstötters tuba doch noch vor konzertbeginn zugestellt worden. wo sie herumgeflogen ist, weiß keiner, aber jetzt ist sie wieder da. allerdings fehlen von sechs ventilen drei. da hat wohl jemand gemopst. brandstötter ist´s völlig gleichgültig, er hat gesagt, für die paar töne, die er bei uns spielen muss reichen ihm eineinhalb ventile. und wirklich, es hat so geklungen wie immer.

leider.

 

24.3.

wir sind heute von wien nach washington und weiter nach new orleans geflogen. wir möchten nämlich endlich unseren traum wahrmachen und unsere große chance in amerika nützen!!!

vom musiker zum tellerwäscher!!

leider ist brandstötters tuba irgendwo verlorengegangen. ein mitarbeiter von united airlines sagt, dass die tuba in wien gar nicht eingeladen wurde. ein anderer sagt, sie sei in washington. in washington hat einer behauptet, dass sie eh dabei sei, aber leider momentan unauffindbar.

ist uns wurscht, endlich wieder einmal ein konzert ohne tuba, das wird schön!!!!

 

16.3.

wahnsinn! wir sind vom orf angefragt worden, ob wir bei einer castingshow mitwirken möchten!!! wir freuen uns so!!die große chance!!
wir sollten uns einfach anmelden und mitmachen!! und wahrscheinlich so tun, also ob wir noch nie ein studio von innen und eine bühne von oben gesehen hätten.
wir haben sinngemäß geantwortet, dass wir daran mäßig interessiert seien und das ganze unseriös wäre, weil wir schon über die grenzen österreichs hinaus gespielt hätten und sogar schon in südtirol und bayern aufgetreten wären. die rückantwort unseres geliebten leitmediums lautete nicht sinngemäß, sondern im wortlaut:
Sehr geehrter Herr Brondstötter,
 
wir nehmen ihre Mail zur Kenntnis.
 
Mit freundlichen Grüßen

tja, sachen gibt´s.

 

12.3.

fliegen ist toll! brandstötter wollte heute in der früh von pau nach paris fliegen und hat wie üblich zwei tickets bekommen, eins für sich und eins für sein schatzi, die tuba. wie üblich ging aber das schatzi wieder einmal nicht durch den scan beim security check, weil das schatzi ein bißchen zu dick ist. normalerweise ist das kein problem, weil man dann zu einem anderen gerät geht, das größer ist.voila, problem gelöst.

das sah der mitarbeiter in pau aber nicht so. er sagte, entweder gehe die tuba durch genau dieses gerät oder die tuba müsse wie ein normales gepäckstück eingecheckt werden, und zwar in den bauch des flugzeuges. da die zuständigen gepäcksverlader auf den flughäfen ja bekanntermaßen sehr zartfühlend mit den koffern umgehen und sie nie mehr als drei meter weit werfen roch das sehr nach einem totalschaden für´s schatzi.

das sah brandstötter aber nicht ein, weil wenn air france ein ticket für einen extrasitz verkauft sollte man das auch benützen dürfen. es folgte eine kleine diskussion, die brandstötter auf französisch (dürftig), englisch (akzeptabel, aber leider hatte der typ in pau noch nie was von dieser sprache gehört) und deutsch (flüssig in wort und schrift, allerdings versetzt mit diversen ausdrücken, die man zu hause oder in gesellschaft oder in gegenwart von kindern auf gar keinen fall verwendet (ebenfalls sinnlos, deutsch und englisch spielten sich bei dem typen auf der selben bewusstseinsebene ab)).

danach gab´s eine kleine drängerei, und dann fand man eine elegante lösung a la francaise. die tuba wurde ganz offiziell eingecheckt, aber brandstötter bekam sie beim einstieg ins flugzeug von einer charmanten stewardess wieder überreicht und durfte sie mit an bord nehmen.

geht doch.

danke air france!

 

9.12

in narita ging´s hoch her, das kann man ganz ohne übertreibung sagen. zuerst haben wir die ersten zwei runden auf gerhard konsumiert. dann hat brandstötter eine weitere runde gespendet, weil bald weihnachten ist. dann thomas, weil er bald geburtstag hat. dann haben wir die instrumente ausgepackt und zu spielen begonnen, zuerst weihnachtslieder, dann alle möglichen lieder und am schluss kirchenlieder. dann haben wir gesungen und wohl auch ein wenig getanzt. dann haben diverse anwesende eine runde gestiftet. dann wollten wir das flugzeug besteigen, aber das ging nicht, weil das flugzeug schon vor vier stunden abgeflogen war. danach haben wir uns eine tröstungsrunde gespendet und wollten uns auf einen anderen flug umbuchen lassen. nach hawaii, weil´s dort wärmer ist. hat auch geklappt, war aber nicht ganz billig. in hawaii blieben wir zwei tage und befanden dann, dass es zu warm sei und wir doch nach hause fliegen sollten.

gestern sind wir angekommen.

man sollte auf flughäfen alkohol meiden.

 

3.12.

heute geht´s heimwärts!tagwache um sechs uhr (morgens!!), abfahrt um halb sieben mit sechs minuten verspätung, weil gerhard gestern von irgendjemandem zu hören glaubte, dass die abfahrt erst um zwanzig vor sieben sei (so kann man verpennen auch kaschieren (aber egal, eine runde zahlt er so oder so, da gibt´s kein pardon (ausserdem sprachen seine kleinen augen bände))), ankunft am flughafen sendai deshalb um sechs nach sieben, geplanter abflug um acht uhr. da am flughafen sendai dankenswerter weise morgens um sieben zwei!! schalter für internationale flüge offen haben, sind wir punkt acht uhr mit dem einchecken fertig. um punkt zwanzig nach acht sitzen wir im flieger um pünktlichst um halb neun fliegen wir.geht doch.und jetzt sitzen wir in narita herum und überlegen, was wir als nächstes auf gerhard´s rechnug konsumieren sollen.geht noch viel besser!!und es ist noch viel zeit bis zum weiterflug nach wien, hähähä.

 

29.11.

gestern abend kamen wir nach dem konzert ins hotel zurück. soweit so normal.

als thomas seine zimmertüre öffnete saß auf seinem sofa ein älterer japaner in anzug und krawatte aber ohne schuhe. thomas glaubte, im falschen zimmer zu sein, ging wieder raus, kam wieder rein und der herr saß noch immer da. thomas erklärte ihm sehr höflich, dass er –der japaner – sich wohl im zimmer geirrt habe. was dem japaner aber völlig wurscht war, weil er erstens weder des deutschen noch des englischen mächtig war und zweitens, was noch schwerwiegender war, einen dermaßenen zacken in der krone hatte, dass von verstehen geschweige denn antworten keine rede mehr sein konnte. ein brummen war das einzige, was er ihm noch entlocken konnte. als der herr sich dranmachte, sich auf´s sofa zu legen, um den schlaf des gerechten zu schlafen, rief thomas an der rezeption an. die schickten umgehend jemanden hoch, der aber auch nicht viel bewegen konnte, weil sich der herr sachlichen argumenten, dass zb das flügelhorn, das auf dem bett lag, eher darauf hindeute, dass es sich um thomas raum handle, gänzlich verschloss. der mann war absolut sicher, in seinem eigenen zimmer zu sein. neuerlicher anruf an der rezeption, die schickten zwei polizisten. die wollten zwar amtshandeln, konnten aber nicht, weil unser japanischer freund mittlerweile tief und fest schlief. wir ließen uns die sache natürlich auch nicht entgehen, und so befanden sich zuletzt cirka zwölf leute in thomas zimmer. man einigte sich darauf, den herren schlafen zu lassen. thomas bekam ein neues zimmer zugewiesen, das wir umgehend alle aufsuchten, um bei einer kleinen zimmerparty (nur mehr zehn leute, die polizisten wollten nicht) auszuloten, was genau der herr konsumiert haben musste, um in diesen nirwanaähnlichen zustand zu kommen.

 

 

24.11.

beim zugfahren in japan hakt´s auch ein wenig, aber das liegt nicht an der japanischen bahn. das liegt an uns. wir sind es einfach als gelernte europäer nicht gewohnt, dass ein zug pünktlich abfährt. und auch pünktlich ankommt. wo gibt´s denn sowas????? und zwar immer!!! es ist zum verzweifeln.

wir haben in den ersten vier tagen viermal unseren zug verpasst. nummer eins, weil wir zum ersten zug als gelernte österreicher einfach mit zölf minuten verspätung am bahnsteig ankamen und uns sicher waren, dass der ohnehin mit den üblichen 15 minuten verspätung abfahren würde. nummer zwei, weil roman sich noch was zu trinken besorgen wollte und uns glaubhaft versicherte, dass kein zug dieser welt pünktlich abfährt. nummer drei, weil robert ganz einfach nicht um 14:26:40 uhr in einen zug steigen wollte, der um 14:26:50 uhr die türen schloss und pünktlichst um 14:27:00 uhr abfuhr. er glaubte, es könne sich nur um den vorgängerzug handeln, der zwar zu spät, aber für unsere verhältnisse pünktlich abfuhr und er daher auf den nächsten, seiner meinung nach richtigen zug warten wollte, der wohl in ein paar minuten kommen würde. und nummer vier, weil ein ein posaunist im zug ganz entspannt seinen gedanken am stillen örtchen nachhing, wohl zu wissen glaubend, dass bis zum umsteigen ohnehin noch mehrere minuten zeit seien. und wenn man aus einem shinkansen nicht pünktlich aussteigt dann fährt man die nächsten zweihundert kilometer auch noch mit.

wie machen das die japaner? pünktliche züge? immer!

wir befinden uns wieder einmal im kulturschockzustand.

18.11.

momentan hakt´s ein wenig beim fliegen. letzte woche hat es zoltan, thomas und ulmppp (nach ablegen der würde jetzt doch wieder ganz schlicht prof. paul) erwischt. sie wollten von paris nach wien fliegen, was nicht so leicht war. die erste maschine war ganz einfach kaputt, da war wohl das triebwerk nicht so gut geölt.

also hieß es umsteigen in ein ersatzflugzeug. als alle wieder angeschnallt waren, kamen dem kapitän bedenken, ob auch wirklich alle koffer rechtmäßig an bord wären. kurzerhand wurden alle gepäcksstücke auf´s rollfeld gestellt und jeder passagier durfte dann seinen koffer eigenhändig wieder auf´s förderband in den flugzeugbauch stellen. so wurde aus einem frühflug ein abendflug. (wobei man aber ryan air chef o´leary nichts vom selber einladen des gepäcks sagen sollte, weil der findet das gut und übernimmt die idee gerne für seine fluglinie-motto: lad dein gepäck selber ein und zahl dafür nur ein paar euro mehr)

diese woche traf es gerhard. der plan war, von salzburg über wien nach tokyo zu reisen. leider, leider hob die maschine in salzburg aber nicht ab, was wiederum den anschluss nach tokyo unmöglich gemacht hätte, was wiederum für das konzert am nächsten tag blöd gewesen wäre, weil die japanischen konzertbesucher fix davon ausgingen, dass mnozil brass aus sieben mitgliedern besteht. (die wissen zb nicht, dass es uns zu sechst eh lieber wäre, weil man da die gage einfach besser aufteilen kann…aber wer sagt das gerhard.)

gerhard sprach also ein ernstes wörtchen mit dem kapitän (ein anderer als beim paris flug), wohin er sich sein flugzeug usw usw usw.

daraufhin lud der kapitän höchstpersönlich gerhard´s gepäck aus der maschine wieder aus, rief ihm höchstperönlich ein taxi, das ihn von salzburg nach münchen brachte und kümmerte sich vorbildlich darum, dass er auf einen ersatzflug von münchen nach tokyo gebucht wurde. gerhard kam mindestens drei stunden vor konzertbeginn in der halle an, was aber eh viel zu früh war.

man kann sich doch nicht drei stunden lang einblasen, da bekommt man ja schon vor dem konzert eine lippenlähmung.

15.11.

ulmlppp hat seine würde nach genau drei tagen wieder abgelegt und sechs freunde zurückgewonnen. kein frack mehr, keine lackschuhe oder wie ulmlppp so treffend bemerkte: würde kann man nicht essen. und trinken schon gar nicht. alleine erst recht nicht. vor allem nicht, wenn man gerade in japan ist. dem japaner ist ulmlppp nämlich ziemlich schnurz, uns nicht.

ausser vielleicht ein paar basstrompetenjapanern.

 

8.11.

ulmlppp trägt seinen preis mit großer würde. ulmlppp hält sich momentan auffallend gerade. ulmlppp spricht auch nur mehr das nötigste, um seine bedeutung zu unterstreichen. ulmlppp hat übrigens den frack, den er bei der preisverleihung trug noch immer nicht abgelegt, auch wenn die lackschuhe mittlerweile schon erste kratzer aufweisen. ulmlppp ist mit einem wort zu einer respektsperson geworden.

ulmlppp wird sein bier daher in zukunft alleine trinken müssen.

der arme.

 

5.11.

wir haben zum ersten mal einen echten preisträger in unseren reihen.

wahnsinn!

es ist ganz klar, dass einen preis nur eine wirkliche persönlichkeit bekommen kann. deshalb ist es weiters klar, dass nicht jeder so einen preis bekommen kann. folglich kam bei uns natürlich logischerweise nur prof. paul in frage.

er darf sich ab sofort träger des lichtenburg-preises des musikantenlandes nennen. der preis wurde ihm in kusel im pfälzer bergland verliehen. wir sind alle stolz und gerührt und haben jetzt erst verstanden, welcher kapazunder prof. paul ist.

um seiner gesteigerten wertschätzung ausdruck zu verleihen haben wir daher einstimmig beschlossen, ihn ab sofort nur mehr und ausschließlich als “unser lieber musikanten land preisträger prof. paul”, kurz ulmlppp, oder auch “unser hochverehrter musikanten land preisträger prof. paul”, kurz uhmlppp, zu titulieren.

15.10.

das neue programm blofeld ist super!!!!! da gibt´s ein stück, wo brandstötter sich vorne an der rampe mit einem überflüssigen tubasolo die seele aus dem leib bläst und wir hinten mal zeit haben für die angenehmen dinge des lebens.

reden, trinken, noten anzünden usw.

gestern ist robert draufgekommen, dass wir brandstötter´s tubatrichter wunderbar für dreipunktewürfe mit zusammengeknülltem zeitungspapier verwenden können. der merkt´s eh nicht, weil er mit der koordination von zunge, luft und fingern mehr als ausgelastet ist – vom denkprozess wollen wir jetzt gar nicht reden, da scheint´s noch immer ein paar mankos seit seinem unfall zu geben – und wir haben sogar ein wenig sport während der show. gestern am abend haben wir nur freiwürfe gemacht, vielleicht können wir heute ein kleines match zwischen den trompeten und den posaunen machen.

 

8.10.

brandstötter ist soweit wieder ok. eine lange, hässliche narbe wird ihm wohl bleiben, aber was soll´s. man sieht ihn eh nicht hinter der tuba.

bei tubisten ist´s ja völlig wurscht, wie sie aussehen. und im prinzip ist´s auch völlig wurscht, wie sie spielen. und es ist sogar wurscht, ob sie spielen. es kümmert eh niemanden. auf der anderen seite ist´s natürlich gut, wenn sie in eine musikgruppe integriert sind, weil dann können sie anderwertig keinen schaden anrichten. und da sie beide hände zum tragen des instrumentes brauchen kommen sie gar nicht auf dumme gedanken. tubisten sind ja eigentlich körperliche schwerarbeiter, die glauben, sie seien in einem künstlerischen beruf geistig tätig.

was für ein irrtum.

 

3.10.

keine tour ohne verletzten.

prof. paul hat brandstötter eine tür auf den schädel geknallt. genaugenommen hat er eine tür sehr schwungvoll geöffnet und brandstötter ist frontal hineingelaufen. die folgen sind schwerwiegend. ein cut genau zwischen den augen, als ob es mit dem lineal gezogen worden wäre. brandstötter sieht jetzt aus wie harry potter ohne haare und ohne brille.

für prof. paul gilt die unschuldsvermutung.

in brandstötters schädel brummt´s noch, aber das ist eh sehr erfreulich, weil das schon ein fortschritt ist zu der stille, die vorher darin herrschte. und was das tubaspielen betrifft ist es völlig unerheblich, weil brummen brummen bleibt.

30.9.

gestern war es soweit.

erstes konzert nach dem urlaub.

immerhin waren fünf von sieben leuten auf der bühne. zoli nicht und prof. paul auch nicht, der hat moch mal ne urlaubswoche eingeschoben.

von den fünf waren vier spielbereit, roberts mundstück ist leider noch nicht wieder zum vorschein gekommen.

spielmäßig waren wir also in quartettbesetzung + sänger (robert hat einige seiner parts sehr schön auf tenoraler basis dargeboten)

thomas und roman an der trompete, gerhard an der posaune und brandstötter an der tuba.

wir haben gespielt wie ein streichquartett, was heißt hier wie, noch schöner als ein.

das publikum war hingerissen.

 

28.9.

morgen sollten wir eigentlich das erste konzert nach der sommerpause spielen.

deshalb wollten wir heute eine probe machen, welche allerdings katastrophal gescheitert ist.

alle hatten sowas von null ansatz, dass es für drei dorfmusikkapellen gereicht hätte.

ausserdem findet robert sein mundstück nicht mehr.

bei thomas gehen immerhin noch zwei von drei ventilen an der trompete, bei roman gar keins mehr, die dinger sind einfach eingetrocknet.

prof. paul wirkte unmotiviert und hat dauernd irgendwas von einem super urlaub in las vegas gemurmelt.

brandstötter kann sich maximal noch an 10% des repertoires von blofeld erinnern und zoltan hat uns aus australien gemailt, dass er seinen urlaub noch ein wenig verlängern wird, aber spätestens am 15. dezember wieder in wien sein wird, hoch und heiliges ehrenwort.

nur gerhard tanzte hoch motiviert an und meinte, dass wir unbedingt ganz dringend und sofort so viele konzerte wie möglich spielen müssten, weil er nämlich so was von abgebrannt sei und sich nicht mehr in seine bankfiliale traue und überhaupt dringend geld benötige und ob nicht jemand von uns den taxifahrer bezahlen könne, der seine posaune als pfand zurückbehalten habe.

na eh super startbedingungen für unsere herbstkonzerte.

 

30.5.

eia poppeia, heia, heia, nix auweia.

premiere gut, alles gut.

alles eitel wonne, für uns scheint die sonne.

trallala, trallala.

alle haben sich lieb.

 

22.5.

die nerven liegen endgültig blank.

noch fünf tage bis zur premiere. wir arbeiten unter hochdruck, feilen an den übergängen und den bildern, am tag sind szenische proben, in der nacht musikalische. ferdinando ist in grüblerisches schweigen versunken, ab und zu raunt er einem von uns etwas ins ohr, es ist die rede von luzidität, transparenz, gedankenaustausch, freiem fluss der emotionen und umfassender bühnenpräsenz.

thomas darf jetzt doch eine gerstenähre sein, allerdings im aufgehenden westwind.

robert stößt immer wieder leise verwünschungen aus und beteuert auf nachfrage, dass natürlich niemand von uns gemeint sei.

einzig zoltan ist so wie immer, kommt ab und zu zu spät und träumt von einer karriere ohne zwänge, einschränkungen und vorgaben.

nur er und sein posäunchen.

 

10.5.

mann, mann, mann, schön langsam reicht´s uns wirklich.

thomas musste nun eine woche lang eine gerstenähre darstellen, die sich im untergehenden ostwind einer verlassenen kaukasischen steppenlandschaft bei halbmond traurig hin und her wiegt. und jetzt kommt unser herr regiechoreograph drauf, dass er doch eher eine weizenähre sein sollte, weil das der stimmung mehr entspräche.

wie soll thomas sich zwei wochen vor der premiere noch so mir nix dir nix umstellen?????

das sind ja ganz andere bewegungsabläufe, da geht´s um eine total andere ästhetik, der philosophische hintergrund passt überhaupt nicht mehr.

das stellt alles infrage!!

wir stehen quasi wieder am anfang.

scheiss regietheater

 

2.5.

leider nicht.

prof. paul ist zurückgekehrt. mit ferdinando chefalo im gepäck. der wunderwaffe aus kalabrien. chefalo hat uns beine gemacht im wahrsten sinne des wortes.

wir müssen nun zu allen siebzehn stücken von prof. paul esoterische ausdruckstänze lernen. robert muss imaginäre bäume umarmen, roman imitiert frischgeschlüpfte pferdefohlen, der rest wiegt sich als getreideähren im wind.

prof. paul genießt und schweigt.

 

26.4

wir können mittlerweile siebzehn hochkomplexe stücke von prof. paul in und auswendig. gestern wollte er uns drei weitere aufoktruieren. wir haben wortlos sechs baseballschläger ausgepackt. prof. paul hat wortlos den raum verlassen. wir sind uns wortlos um den hals gefallen.

haben wir das joch des peinigers abgeschüttelt?

 

18.4.

diese woche hat uns prof. paul wortlos sieben neue stücke auf´s pult gelegt und dazu eine handbewegung angedeutet, die dem schwingen eines baseballschlägers nachempfunden war.

ja, ja, alles klar, wir üben eh.

 

9.4.

wir mussten diese woche dreimal proben!!!!

dreimal!!!!!

acht stunden lang, und zwar jedesmal!!!!

prof. paul hat uns, wiederum kommentarlos, freunde vorbeigeschickt, die uns wortlos aufgefordert haben, unseren musikalischen verpflichtungen nachzukommen.

wir wollten eh widersprechen. leider arbeiten diese freunde in einem gewerbe, wo die gesamte arbeitszeit nicht tagemäßig sondern stundenmäßig abgerechnet wird. ausserdem hatten die herren etwas dickere holzknüppel bei sich, landläufig auch als baseballschläger bezeichnet. mit eingravierten kerben. was der professor für leute kennt…

 

2.4.

prof. paul hat uns gestern ein neues stück auf´s pult gelegt, kommentarlos.

sehr viele noten. sehr, sehr viele.

und synkopen.

und in h-moll, was bei blechbläsern überaus beliebt ist.

glaubt er etwa, er ist der legitime nachfolger von johann sebastian?

gott sei dank wird dieses stück niemals gespielt werden, da wir ja zu proben aufgehört haben!

 

21.3.

wir haben in der letzten zeit viele konzerte gespielt. proben gab es keine.

die stimmung in der truppe ist super!! alle fühlen sich wohl, es wird gescherzt und geherzt! wir mögen uns!

conclusio: wir werden ab sofort zu proben aufhören!!!!!

 

4.3.

gestern haben wir wieder geprobt. brandstötter hat ein paar kleine bühnenaccessoires mit gebracht, weil er dachte, uns damit zu helfen…

drei handpuppen, darunter ein kasperl und ein frosch, eine babyrassel, eine komische pfeife, eine spieluhr, ein gockelhahnkostüm (ganzkörper), eine schweinsnase, ein glatzentoupet (evtl. für roman oder leonhard) und zwei rollen klopapier. allerdings konnte er uns bis jetzt nicht schlüssig beantworten, was wir damit machen sollten.

 

28.2.

wir haben mit gott jetzt ein wenig hin und her verhandelt und uns auf folgendes geeinigt: wir machen die show im prinzip alleine, er schickt uns aber ab und zu den heiligen geist mit einem gläschen zirbenschnaps vorbei, sozusagen zu inspirationszwecken. ausserdem hat der schutzengel von prof. paul einen anpfiff bekommen, weil er nicht aufgepasst hat, als der professor auf die leiter stieg. der grund dafür war ürbrigens eine kleine zirbenschnapsverkostung mit dem hl. geist.

so schließt sich also der kreis.

die musen, die jungen, die sollen wir uns aus dem kopf schlagen. von denen hat er nicht genug. die paar, die er hat braucht er für die ganzen durchgeknallten modeschöpfer.

 

19.2.

gott hat grade angerufen und gemeint, das ganze oh gott und oh gott oh gott würde uns auch nichts nützen. wir sollten selber schauen, wie wir da raus kämen.

wer sich eine show einbrockt muss sie auch selber auslöffeln.

und prof. paul solle endlich seine medizin einnehmen, sonst könne er, gott, auch nichts machen.

da hat er natürlich nicht ganz unrecht.

auf der anderen seite hat er ja immerhin die welt erschaffen, da kann´s ja nicht so schwierig sein, uns bei der nächsten show ein wenig unter die arme zu greifen.

auf der anderen seite, wenn man sich die welt so ansieht…

vielleicht machen wir´s doch besser alleine. dann soll er uns wenigstens ein paar musen beisteuern, das ist ja wohl noch das mindeste, was er tun kann.

das kann ja nun echt nicht das problem sein.

15.2.

und jetzt liegt er zu allem überfluss siech darnieder mit einer  saftigen grippe. wo wird das alles noch hinführen?

wir sollten volle kanne proben für unsere neue show blofeld und der liegt im bett herum. wegen ein paar viren. oh gott! das heißt natürlich in weiterer folge, dass er nicht einmal basstrompete spielt zur zeit. der spielt momentan einfach gar nichts!!!!

nicht posaune, nicht basstrompete, nicht blockflöte.

der spielt momentan allerhöchstens mit seinen gedanken.

das wird sich nie ausgehen! und im mai ist schon premiere! und wir haben erst vier minuten der neuen show fertig! oh gott, oh gott!

 

12.2.

also erstens einmal körperlich.

prof. paul ist unlängst zum beispiel von einer leiter gefallen. die war acht meter hoch. er fiel aber nur vier meter runter, weil er sich eh nicht höher hinaufgetraut hatte. deshalb spielt er fast nur mehr basstrompete, weil´s mit dem ziehen bei der posaune nicht mehr so hinhaut. prof. paul muss seither quasi als negatives fallbeispiel herhalten, wenn´s um´s körperliche geht.

und da reden wir noch nicht vom sexuellen.

8.2.

und es wird natürlich nicht leichter, wenn man älter wird.

 

7.2.

es ist alles sehr kompliziert.

 

24.10.

ein namhafter brauereikonzern hat uns viel geld angeboten, damit wir ihm die bier in bier lösung in lizenz verkaufen. sehr viel geld. sogar unglaublich viel geld. leider ist roger dagegen. er sagt, er hat schon sehr viel geld, aber was er mit soviel geld wie geboten anfangen soll, weiß er nicht.

deswegen möchte er den deal lieber nicht machen.

wir sind irgendwie gerührt, weil er so ein bescheidener mensch geblieben ist und haben das angebot des konzerns rundheraus abgelehnt.

ausserdem schenken wir roger unsere kleine abfüllanlage, damit er seine pensionssorgen vergessen kann.wir wollen uns wieder mehr auf´s trinken als auf´s brauen konzentrieren.

zudem brauchen wir das geld gar nicht, wir haben ja uns.

soll roger damit in den schweizer bergen glücklich werden, vielleicht lädt er uns  ja einmal auf seine alm oder in seinen bauernhof oder in seine villa oder in seinen zweitwohnsitz in monte carlo oder in seinen drittwohnsitz in miami oder in seinen viertwohnsitz in kenia ein.

 

20.10.

wir stehen vor einem weiteren durchbruch.

wir haben alles ins bier eingelegt, was hier in asien so unterwegs ist. sushi, nudeln, mangas, gebackenes, gebratenes und frittiertes. und nur durch einen zufall sind wir draufgekommen, dass bier in bier eingelegt am allerbesten schmeckt. hätte thomas sein bier ganz ausgetrunken und robert nicht ins noch halbvolle glas nachgeschenkt, dann wären wir da niemals draufgekommen!!!

die besten lösungen sind oft so einfach.

bier in bier.

für diese entdeckung müssten wir zumindest die nobelpreise für mathematik und den weltfrieden bekommen.

 

14.10.

thomas hat uns aufgeklärt, dass der radfahrer nicht neil armstrong heißen kann, weil neil armstrong ein ganz berühmter trompetenspieler war der aber leider schon gestorben ist. herr armstrong hat sich auch nicht mehr gemeldet bei uns, ein freund hat uns erzählt, dass er sich zur er leistungssteigerung neben unserem bier auch noch ein bullenmastmittel in den hintern gespritzt hätte und seither nur mehr muhen könne.

sei´s drum, wir sind gerade in asien und experimentieren wieder am geschmack herum. gestern abend haben wir sushi in´s bier eingelegt, schmeckt gar nicht schlecht. morgen experimentieren wir weiter.

6.10.

unser geschäftsmodell steht wie ein einser! wir verkaufen bier en gros, mittlerweile beliefern wir sechs staaten.

jetzt hat sich noch irgendein radfahrer bei uns gemeldet, der bei irgendeiner rundfahrt durch frankreich mitfahren möchte. neil armstrong oder so ähnlich war sein name. er meint, dass durch den tennissockengeruch unseres bieres andere substanzen überdeckt würden. wir wissen auch nicht genau, was er damit meint.

von uns aus kann er von dem bier zwanzig liter am tag trinken.

er meint aber, er möchte es sich lieber spritzen????? weil das alle so machen????? na ja, uns egal, andere länder, andere sitten.

wir trinken bier, andere spritzen es sich.

wird bald der nächste kommen, der es inhalieren möchte.

 

1.10.

es geht voran!!

kühe lieben unser bier, schweine ebenfalls, und jetzt hat sich auch noch der kasachische gewichtheberverband bei uns gemeldet. die haben einen athleten, der seit der einnahme unseres bieres 20 kilo mehr stemmen kann. die möchten das jetzt auf breiter basis ausprobieren.

wir kaufen jetzt erst einmal eine größere abfüllanlage.

roger ist glücklich, seine pension scheint gesichert. ausserdem möchte er eh lieber bierwerbung machen und nicht irgendeinen kaffee bewerben, den keiner braucht.

 

27.9.

schön langsam kommt doch bewegung in die sache.

erstens saufen die schweine das bier wie blöd. wir liefern jetzt nicht mehr in flaschen aus, sondern in fässern.

zweitens haben wir den slogan geändert: mnoger federer – damit auch sie schwein haben.

und drittens schaut es so aus, dass auch kühe auf das bier abfahren.

 

20.9.

wir haben uns dazu entschlossen, das bier zu verkaufen, und zwar unter dem namen mnoger federer – ein bier zum träumen. leider konnten wir bis jetzt noch nicht soviel verkaufen wie erhofft.

genaugenommen haben wir bis jetzt 44 flaschen verkauft. an einen bioschweinebauern aus westungarn. er sagt, seine schweine lieben das bier.

roger macht sich ernstliche sorgen um sein altenteil.

 

10.9.

roger federer hat uns angerufen.

er möchte das nach alten tennissocken riechende bier gerne vermarkten, weil er nur mehr nummer zwei der weltrangliste ist und sich sorgen um sein einkommen macht. ausserdem begleitet ihn dieser geruch, seit er denken kann. der smell gibt ihm so ein gefühl von heimat.

wir überlegen noch.

 

6.9.

also das mit den käsen auf tour funktioniert irgendwie nicht. zuerst waren wir in tschechien. die haben gesagt, dass der käse ja irgendwie ok sei, aber natürlich keine chance gegen ihren olmützer quargel hätte. dann waren wir in deutschland. wir sind aus zwei intercityexpresszügen geflogen, weil es denen zu streng gerochen hat. dann waren wir in frankreich, und die franzosen haben uns ganz geradeheraus gesagt, dass unser käse ja ganz nett sei, aber viel zuwenig weich und cremig. gestern waren wir in belgien, und die haben den käse lange betrachtet, hin und her überlegt und ihn dann kurzerhand in bier eingelegt. jetzt haben wir keinen käse mehr, aber dafür ein bier kreiert, dass nach sehr selten gewaschenen tennissocken schmeckt.

1.9.

wir haben ein wenig urlaub genossen.

robert hat zb ein käseseminar mit schwerpunkt auf unverdaulichen stinkkäsen aus der nordbretagne gemacht. dabei ging´s vor allem um ziegenkäse von ziegenböcken, weil die als aromatisch besonders ausgereift gelten. alles wurde durchgenommen: reifung, fermentierung, flatulenzierung und endausscheidierung.

wir werden ab sofort immer eine kleine auswahl an edelsten käsen mit uns führen, um für den kleinen hunger zwischendurch bestens gerüstet zu sein.

 

10.8.

brandstötter ist etwas eingefallen!!!

gestern war von ferne ein leises singen zu vernehmen, das immer näher kam und an lautstärke beängstigend zunahm. an der spitze einer prozession von hunderten weißgewandeten choralmönchen schritt brandstötter, in der einen hand eine fackel, in der anderen seine tuba, direkt auf georg zu. zwei mönche packten georg und zwangen ihn auf die knie. vor seinen augen wurde ein scheiterhaufen aus kontrabässen errichtet, den brandstötter mit der fackel in brand steckte. bleich vor angst schwor georg sofort aller geblasenen musik ab. das unrechtmäßig erschlichene geld stellte er müttern, die ledige kinder von durchziehenden blechbläsern aufziehen, zur verfügung. ausserdem darf er sich für die nächsten fünf jahre einer brassband nicht mehr als zwei kilometer annähern.

zudem muss er, natürlich auf völlig freiwilliger basis, alle hotelbarrechnungen von mnozil brass auf unbestimmte dauer begleichen. das tut richtig weh!

 

3.8.

wir fühlen uns irgendwie verschaukelt. wir haben jetzt drei konzerte für georg gespielt und ihm jedesmal die gage überwiesen. jetzt hat er gemeint, dass wir das ja so beibehalten könnten. wir spielen die konzerte und überweisen ihm die kohle. er begibt sich sozusagen in eine langandauernde halsentzündung. irgendwie ist das ja dann so wie es früher war, nur das wir kein geld dafür kriegen.

wir haben brandstötter einen brief ins kloster geschickt, ob ihm etwas dazu einfällt.

 

25.7.

georg hat eine halsentzündung und kann nicht spielen.

wir haben ihm daher vorgeschlagen, dass wir zu sechst für ihn einspringen könnten. er hat sich nach langem hin und her breitschlagen lassen. allerdings müssen wir ihm die gesamte gage überlassen. er denkt noch drüber nach, ob er uns ein fahrtgeld ausbezahlt oder nicht. catering gibt´s keines, aber wir dürfen uns butterbrote von zu hause mitnehmen.

danke georg.

 

21.7.

so ein unglück! georg hat sich von seiner freundin getrennt!

mnozil brass besteht ab sofort nur mehr aus einem kontrabass.

 

16.7.

das neue konzept von mnozil brass setzt ab sofort auf eine bratsche und einen kontrabass. alles andere sei überflüssig und nur beiwerk. die bratschistin ist zufällig georgs freundin. die gagen bleiben gleich.

irgendwas ist da faul. wir sind uns nicht sicher, ob´s da nur um das musikalische geht.

12.7.

 

georg meint, dass man die drei verbleibenden trompeten super durch zwei geigen und eine bratsche ersetzen könnte, weil´s dann noch besser klingt. wir sind uns nicht ganz sicher, aber er wird´s schon wissen. er meint, dass es geradezu genial ist, wenn ein blechbläserseptett aus vier streichern besteht. werbetechnisch, konzeptmäßig, musikalisch und überhaupt.

das hat natürlich schon was.

 

7.7.

die überlegung, wer bei den posaunen aufhören soll, hat sich erübrigt.

georg meint, dass man eigentlich auch ohne posaunen spielen könnte, weil die eh nicht so gut intonieren können, und da reden wir noch von keiner sauber gespielten tonleiter. alle sind dafür, mnozil besteht ab jetzt aus drei trompeten und einem kontrabass.

und einem choralsänger in ausbildung natürlich, aber ob der jemals wieder auf der bildfläche erscheint ist fraglich. die wiener sängerknaben sollen gerüchten zufolge interesse an brandstötter angemeldet haben, weil er so einen schönen sopran hat.

 

29.6.

der georg ist so ein gescheiter.

er hat uns jetzt vorgeschlagen, dass wir eine posaune einsparen sollen, weil man durch sechs das geld besser teilen kann. prof. paul war begeistert und hat sofort gesagt, am besten wäre es, wenn gerhard aufhörte, weil der ohnehin viele andere interessen hätte und seine zeit nicht mnozil verplempern solle. gerhard überlegt noch.

24.6.

wenn alle gerüchte stimmen lässt brandstötter sich im kloster zum choralsänger ausbilden.

das soll ja die nerven beruhigen und ihn womöglich auch über den verlust des geliebten tieres hinwegtrösten.wir wissen nicht, ob und wann er wiederkommt, weil choräle gibt´s ja einige, und bis er die durch hat…

georg breinschmid spielt jetzt statt ihm, kontrabass ansatt tuba, und das passt hervorragend.

erstens klingt ein kontrabass natürlich viel eleganter als eine tuba.

zweitens ist georg immer freundlich, auch ohne hase.

drittens ist er ein irrsinniger checker, er hat sogar eine eigene homepage, für sich alleine!!!!!! wir müssen uns eine teilen, zu siebt!!!!

er hilft uns jetzt auch beim management, weil da kennt er sich auch total aus. er hat sogar schon einmal beim papst gespielt, wahnsinn!

18.6.

brandstötter steckt in einer krise.

er hat es sich so zu herzen genommen, dass er nicht einmal das geschlecht des hasenneutrums feststellen konnte, dass er das bemitleidenswerte tier aus gram zu tode gestreichelt hat. zuerst hat dem hasen das gestreichelt werden ja noch gefallen, aber irgendwann wollte er oder sie oder es nicht mehr, was brandstötter aber nicht bemerkt hat. der hat einfach immer weiter gestreichelt und zack, plötzlich hat das tier die augen verdreht, die löffel aufgerichtet und dann hängen lassen und aus war´s mit dem hasenleben.

wir finden´s nicht so übel, weil man aus hase ja bekanntlich braten, marmelade oder ribiselkompott machen kann, aber brandstötter sieht das nicht so. er hat uns eine herzlose bande genannt und sich auf unbestimmte zeit in ein kloster verzogen.
thomas hat einen freund, der ganz passabel kontrabass spielt, der hilft uns jetzt erst einmal aus bei den konzerten.

aber vorher gibt´s hase zum essen.

13.6.

robert hat brandstötter gefragt, ob dieses wuschelig etwas ein männchen oder ein weibchen sei. brandstötter wusste es nicht! robert hat gemeint, er könne gerne einmal nachschauen. was er auch gemacht hat. allerdings musste er das tier zuerst am bauch abrasieren, weil es so behaart ist. jetzt sind wir aber auch nicht klüger, weil robert möglicherweise etwas zuviel abrasiert hat.

brandstötter hat jetzt also entweder ein zwerghasenweibchen oder ein zwerghasenkastratenmännchen. oder wie heißt das jetzt korrekt?

zwerghasenochse? zwerghasenmuli?

zwerghaseneunuchenrammler?

kastratenrammler?

und kann der jetzt besonders hoch singen?

 

10.6.

brandstötter hat sich einen zwerghasen gekauft! es könnte aber ein kaninchen auch sein. oder ein meerschweinchen. man kann diese viecher ja kaum auseinander halten.

momentan sind sie in der aneinandergewöhnungsphase. brandstötter hat uns anderen verboten, dieser laufenden perücke auf vier beinen näher als 10 meter zu kommen, damit sich die beziehung der beiden entwickeln und festigen könne…

 

7.6.

brandstötter war so komisch in letzter zeit. schreckhaft irgendwie. und mürrisch!

jetzt hat er uns gestanden, dass er das laute trompetenspiel einfach nicht mag, und schon gar nicht, wenn´s hoch und laut ist. thomas hat gemeint, dass das ein bedauerliches einzelschicksal darstellt. roman hat gesagt, dass man da leider nichts machen könne.

und robert hat gegrinst und gesagt, dass er sich einen zwerghasen kaufen solle, das beruhige die nerven. und mindestens dreimal täglich streicheln!

 

5.5.

und da sind wir auch schon wieder zuhause.

zoli wollte gar nicht mehr aus seinem businessclassklo aussteigen, weil das größer war als seine wohnung. und zudem mit aircondition ausgestattet.

die expo war ganz toll, wir haben viele menschen aus vielen nationen gesehen, hauptsächlich aber chinesen und chinesinnen. gerade in shanghai dürfte es besonders viele geben, weil die da überall sind. in cafés, in kaufhäusern, auf der strasse, in taxis, einfach überall. und zwar in ziemlich großer anzahl.

wir haben beschlossen, im herbst nochmals hinzufliegen und nachzuschauen, ob´s dann immer noch so viele sind.

vielleicht sind es nämlich in echt gar nicht so viele.

vielleicht hat das chinesische zentralbüro nämlich bloß alle chinesen nach shanghai geschickt, um uns ausländer zu beeindrucken.

29.4.

heute fliegen wir nach shanghai, um dort für drei tage die expo mit heavy metal brass sound zu verwöhnen. alle dürfen in der businessclass fliegen. für zoltan wurde ein businessklo vorbereitet, das doppelt so groß ist als ein normlaes klo. er riecht jetzt auch nur mehr ganz schwach, weil er in der letzten woche ganz oft geduscht hat und seine restliche zeit in der parfumabteilung großer kaufhäuser verbrachte und sich dort duftproben auf alle möglichen körperteile sprühen ließ.

er überlegt sogar, sich jetzt zum parfumeur ausbilden zu lassen, weil´s auf der haut so schön kribbelt, wenn man angesprayt wird.

 

22.4.

wir sitzen im tonstudio und nehmen wieder mal etwas für eine cd auf.

zoli spielt besser als je zuvor.

aber er riecht auch ziemlich streng.

und wir wissen nicht, wie wir reagieren sollen. weil er doch so einen tollen charakter hat und wegen uns sogar in die donau gesprungen ist und quasi sein leben riskiert hat und überhaupt ein ganz ein toller ist usw. usw.

auf der anderen seite ist es fast nicht auszuhalten in dem kleinen studio. wir haben jetzt vorerst einmal hundert duftbäume mit waldduft aufgestellt, wie man sie normalerweise ins auto hängt. nützt aber auch nicht viel. jetzt riecht´s halt nach waldklo.

morgen reden wir mit ihm.

 

17.4.

gestern abend stand zoli plötzlich vor der türe.

klatschnass und etwas unterkühlt, aber über´s ganze gesicht grinsend.

er hatte beim ostereier suchen die orientierung verloren und war vom weg abgekommen. da es schon fast dunkel war wollte er durch einen kleinen fluss waten, weil er auf der anderen seite eine strasse vermutete. dabei erfasste ihn die strömung und er wurde abgetrieben. irgendwann schwamm eine alte klotüre vorbei, an der er sich festklammern konnte. zwei oder drei tage später zogen ihn matrosen eines schubschiffes aus dem wasser und versorgten ihn. dabei stellte sich heraus, dass der kleine fluss die donau war und er an ungarn vorbei bis serbien fortgetragen worden war. zoli bat inständig darum, dass der frachter umkehren möge, damit er rechtzeitig wieder bei uns sei!! welch ein ehrenmann!!!

er erntete aber nur kopfschütteln und musste bis rumänien als schiffsjunge mitfahren. da er sich drei tage an die alte klotüre geklammert hatte roch er nicht so gut und wurde zum latrinenputz eingeteilt. fast am schwarzen meer angekommen sprang er in der nacht auf ein entgegenkommendes boot und fuhrt wieder zurück, und zwar als blinder passagier, diesmal im maschinenraum. etwas oberhalb von wien sprang er wieder ins wasser und wurde punktgenau über den donaukanal in die innnenstadt abgetrieben, wo er glücklich das ufer erklomm und nach hause wankte.

was für eine abenteuerliche reise!

rübe ist raus, und zwar weil er charakterlich gegen zoltan nicht den funken einer chance hat!!! zoli forever!!!!

hoffentlich geht der geruch bald weg.

 

12.4.

wir leben in interessanten zeiten: zoli ist weg, rübe kommt aus seinem hotelzimmer nicht mehr raus, lässt aber ab und zu einen fan beziehungsweise genaugenommen einen fanin ins zimmer und roman hat sich die haare getönt, die wimpern gezupft und benützt ganz plötzlich ein etwas penetrantes parfum. prof. paul hat uns ausserdem berichtet, dass roman gestern bei prof. pauls cousine im beautysalon war und sich eine gurkenmaske auf´s gesicht klatschen ließ.

roman findet noch immer, dass rübe aus künstlerischen gründen nix in der band zu suchen hat. alles rein künstlerisch, mit persönlichen eitelkeiten hat das keineswegs etwas zu tun.

 

10.4.

zweites konzert ohne zoli.

rübe hat zuerst ein konzert von vivaldi für kamm und mnozil brass gespielt, danach ein solostück, das man früher von richard claidermann oder kleidermann oder gleidermon oder wie auch immer kannte, irgend eine schnulze für eine gewisse adeline oder so ähnlich. zum abschluss gab´s ein medley der schönsten opernarien von puccini, verdi, wagner und lachenmann. danach, und das kann man leider nicht anders sagen, hat rübe alle schmachtenden damen auf sein hotelzimmer eingeladen und wir anderen konnten nicht gut schlafen.

roman ist total sauer und drängt aus künstlerischen gründen darauf, rübe sofort wieder rauszuwerfen. ausserdem hat er persönlich ein suchteam nach zoltan losgeschickt.

 

8.4.

zoli ist noch immer nicht da, wir haben gestern ohne ihn gespielt.

es gibt da einen bühnenarbeiter am berliner ensemble, der ziemlich gut kammblasen kann. der hat gestern bei uns ausgeholfen. sein rufname ist rübe, aber eigentlich heißt er alfons. er sieht auch gut aus, sogar besser als roman und kann gut witze erzählen. wenn zoli nicht bald zurückkommt sind seine tage in der band wohl gezählt. und der sound des kammes gibt unserer band plötzlich so etwas verträumt lyrisches.

von uns aus ist es eigentlich schon fast fix, dass rübe bei uns einsteigt. einzig roman wehrt sich gegen ihn, aus künstlerischen gründen, wie er behauptet.

 

6.4.

wir werden morgen unser erstes konzert nach der osterpause in berlin spielen.

leider ist zoltan noch nicht vom ostereiersuchen zurückgekommen. seine frau hat zu ihm gesagt, dass die eier im garten versteckt seien, obwohl sie in wirklichkeit im haus hinter der blumenvase sind. zoltan hat zuerst im eigenen garten gesucht, dann in dem des nachbarn, danach in einem angrenzenden wäldchen, danach in der lobau, einem naturschutzgebiet im osten wiens. dort verliert sich seine spur.

mal sehen, ob er bis morgen wieder zurück ist.

 

25.3.

vorgestern waren wir noch in chicago, heute sind wir wieder zu hause.

und eines kann man definitiv sagen: in wien ist es um ein paar grade wärmer. deshalb ist uns der abschied nicht allzu schwer gefallen. wir haben die üblichen abschiedszeremonien hinter uns gebracht (friedenspfeife rauchen, kaltgetränke konsumieren, herzen und küssen, am flughafen noch schnell geschenke für die lieben zuhause einkaufen, zollbeamte bestechen, bordbar im flugzeug überprüfen, danach den flugkapitän fragen, ob fliegen immer so langweilig ist, usw, usw) und uns wieder ins zivile leben eingegliedert (schlafengehen vor 5 uhr morgens, frühstück vor 10 am vormittag und nicht erst um 15.00 uhr, schön sprechen und nicht nach jedem dritten wort f… einfügen, allgemeines wohlverhalten)

eine großartige tour ist zu ende.

 

 

20.3.

gestern sind wir von billings über denver und chicago nach dayton geflogen.

es war wunderbar!

abfahrt vom hotel in der früh war um sieben uhr morgens, ankunft in dayton war um 22.00 uhr abends.

2x umsteigen, ein verpasster anschlussflug in chicago, niemand der uns umbuchen wollte oder konnte oder durfte oder sollte.

reisen ist super!

ja, man kann sich einen ganzen tag lang von flugzeugessen in form von crackern, fett und kalorien ernähren.

und nein, schmecken tut es nicht.

 

18.3.

zoltan und thomas bzw. zoli and thommy, wie der amerikaner zu sagen pflegt haben sich vorgestern in beverly hills einen schnieken weißen rolls royce cabrio und einen ferrari f 40, natürlich in rot gekauft. irgendwie muss man ja bei den mädels ein wenig eindruck schinden. zuerst haben sie an einen porsche gedacht, aber den hat dort jeder. und zwar als drittwagen. und die mädels in beverly hills stehen definitiv mehr auf solide werte als auf irgendetwas anderes.

da aber keiner der beiden einen führerschein hat sitzen sie noch immer auf dem gelände des autohauses in ihren tollen kisten und keine merkt´s. sie machen das radio an und aus, drehen an den lenkrädern und sehen cool aus.

fahren dürfen sie trotzdem nicht.

blöd gelaufen.

 

14.3.

new york haben wir hinter uns gebracht, alles ist soweit ganz gut verlaufen, dass blöde ist halt nur, dass man in der stadt nicht schlafen darf, weil man sonst was verpasst. gestern waren wir in washington, da hat´s die ganze zeit geregnet. was uns aber egal war, weil wir bei obamas zum tee eingeladen waren, und da ist es eh besser, wenn das wetter nicht so schön ist. leider ist gerhard dauernd eingeschlafen, weil er von new york noch so müde war. sein kopf lag die halbe zeit in der schüssel mit den biskuits. barack und michelle-mit denen wir uns gleich gut verstanden haben, da ihnen prof. paul als ältester das du wort angeboten hat-sind recht nett und wollten von uns alles über blasmusik im mitteleuropäischen raum wissen.

 

11.3.

wir sind da! in amerika, dem land der träumer, äh, dem land unserer träume, äh, dem land der träume mancher menschen!

wobei es nicht einfach war. fast alle waren pünktlich am flughafen wien, aber nur fast. roman, der mit dem der korrekten umgang mit weckern nicht so vertraut ist, schlief zu dem zeitpunkt noch in seliger ruhe zu hause. wie er es dann trotzdem schaffte, nach unserem anruf in 25 minuten seinen koffer zu packen, ins taxi zu springen und am flughafen zu sein bleibt sein geheimnis. allerdings hatte er kein geld dabei und konnte das taxi nicht bezahlen. und die kreditkarte funktionierte nicht. und der taxifahrer wirkte auch nicht so überzeugt, als roman ihm hoch und heilig versprach, dass gleich jemand kommen würde, um ihn zu bezahlen.

der flug war problemlos, brandstötter konnte sich wieder ganz dem onboard video programm hingeben und einmal mehr die schauspielkünste der aufgespritzen lippen von angela jolie bewundern. ausserdem gab´s die zwei gesichtsausdrücke von tom cruise: cool und haifischlächeln.

bei der einreise war es ganz einfach. die zollbeamten in new york akzeptierten widerspruchslos, dass alle mitgeführten 2000 dvds für promozwecke seien.wobei man anmerken muss, dass robert ihnen ein klein wenig druck machte, indem er so tat, also ob er sich gleich einblasen wollte. das macht jeden weich.

die burschen zuckten also mit keiner wimper und wir waren durch!

 

 

8.3.

das reisefieber steigt.

thomas fliegt schon heute, aber nicht, um sich ein paar schöne tage vor dem ersten konzert zu machen. nein, aus nächstenliebe! robert war kurz davor, den trip zu canceln, weil wir ihm glaubhaft versichert hatten, dass es in amerika keine vegetarischen tofuburger gäbe. und auch sonst nix vegetarisches. nur hamburger und roastbeef und steak. um ihn zu beruhigen hat thomas sich bereiterklärt, die schwere last der restaurantsuche zu übernehmen. nur ein glücklicher und satter robert kann auch trompete blasen.

danke thomas!

4.3.

es scheint, als stünde unserem amerika trip nichts mehr im wege. die flüge sind bezahlt, wir haben alle erforderlichen visa (um ein arbeitsvisum in amerika zu bekommen braucht man nicht einmal neun monate) eingeholt und wir stellen unsere lippen bereits jetzt schön langsam auf amerikanische verhältnisse um. was soviel heißt wie schneller, höher, lauter! auch wir wollen unseren traum endlich wahrmachen und während der zehntägigen tournee alles niederblasen, was sich uns entgegenstellt.

ein motto haben wir auch schon: vom millionär zum tellerwäscher.

 

12.2.

heute fand der showdown zwischen prof. paul und gansch in einem renommierten institut für sportwissenschaft statt.

mehrere wissenschaftler waren vier stunden lang damit beschäftigt, die körpergröße und das gewicht der beiden in ein kompliziertes computersystem einzugeben. der rechner rechnete 14 minuten lang, dann brach das system zusammen. weitere großrechner wurden dazugeschaltet, der rechner rechnete 17 minuten und dann kam das ergebnis: die beiden haben den exakt gleichen body mass index. worauf prof. paul kommentarlos eine nagelschere aus der tasche holte, sich die zehennägel schnitt, somit auf einen besseren wert kam und unter lauten jubelrufen aller anwesenden als stolzer sieger den ort des gemetzels verließ.

gansch weinte, zum ersten mal seit 32 jahren.

 

8.2.

es wogt ein kampf seit tagen hin und her.

gansch möchte prof. paul bezwingen, aber jener ist unerbittlich. fastet gansch, fastet prof. paul härter. geht gansch zum joggen joggt prof. paul weiter. macht gansch aerobic nach jane fonda aerobict prof. paul nach einem geheimen aerobic programm der amerikanischen streitkräfte länger.

ausserdem wird prof. paul nicht müde darauf hinzuweisen, dass gansch ja mit unfairen mitteln kämpfe, da er in seiner jugend einfach nicht so stark gewachsen sei und gegen ihn wohl nur als untergroß zu bezeichnen sei und es jetzt ein leichtes sei, ihn, prof. paul gewichtsmäßig zu egalisieren. er poche daher unbedingt auf die überprüfung des body mass indexes.

gansch hat zugestimmt.

 

27.1.
brandstötter ist geschlagen! bis gestern befand er sich im dauerstress, weil er nicht schwerer sein wollte als gansch. er hat also gymnastik gemacht, genaugenommen aerobic nach jane fonda, ausserdem wurde er zum unermüdlichen treppensteiger und buffetverschmäher. gestern kam ihm aber ein ebensolches in die quere, worauf er weinend über der wurstplatte zusammenbrach. jetzt isst er wieder!

prof. paul ist der nächste!

 

21.1.

gansch hat ein wenig abgenommen und bringt damit die balance der gruppe gehörig durcheinander. bis vor nicht allzulanger zeit war er einer der gewichtigeren in der truppe. jetzt hat er robert nach unten abgehängt, zoltan mühelos überholt und nun prof. paul und brandstötter im visier. die beiden geben sich unbeeindruckt, wurden aber dabei beobachtet, gestern am abend gemeinsam nichts gegessen zu haben.

 

18.1.

ab heute schlägt das jahr wieder unerbittlich zu für uns.

back on the road.

vorgestern haben wir in belgien ein aufwärmkonzert gespielt.

mann oh mann, haben die viele verschiedene biersorten.

 

13.1.

robert ist soweit wieder hergestellt und kann sich wieder ganz normal bewegen. keine spur von steifheit mehr in seinem körper. er ist gelenkig wie eh und je und kommt, wenn er sich vornüber beugt mit den händen fast bis zum boden. also genaugenommen bis auf kniehöhe.

das ohr blieb leider verschwunden, wir vermuten, dass es vom lawinenhund verspeist wurde. der dachte wohl, so ein kleiner snack zwischendurch könnte nicht schaden. zur abwechslung mal was gefrorenes…

wir haben robert aus brotteig ein neues ohr gebastelt. man muss den teig nur fest kneten, dann ein wenig spucke drauf, modellieren, trocknen, fertig.

robert meint, dass er damit sogar besser hört als vorher.

die frage ist wie immer, von welchem niveau man ausgeht.

 

9.1.

es war nicht der tofu. aufgrund des doch wieder gestiegenen körpergewichtes konnte robert das gleichgewicht nicht halten und ist kopfüber in ein schneeloch gefallen. gestern wurde er von einem lawinenhund gefunden. da er doch volle zwei tage im loch gelegen ist müsssen wir ihn jetzt sehr vorsichtig wieder auftauen. wir haben ihn deswegen an den heizkörper gelehnt und schön langsam kommt wieder leben in seine glieder. die zehen wackeln schon wieder. leider ist bei der bergung ein ohr abgebrochen, aber das macht nichts. er ist eh trompeter, der merkt das gar nicht.

 

6.1.

es läuft wunderbar. wir können unser gewicht halten und fühlen uns prächtig. allerdings hätten wir gestern robert fast verloren. da wir ja jetzt in einem bescheidenen fünfsternehotel residieren sind die gegebenheiten naturgemäß etwas rustikaler. im moment suchen wir gerade robert. er hat vor zwei stunden das plumpsklo aufgesucht und ist noch nicht wieder erschienen.

zuviel tofu?

 

2.1.

also das  mit dem meditieren ist auch nicht das wahre. wir haben´s wirklich versucht, aber es war schon hart. erstens dieses rumsitzen und an nichts denken. das ist eh schon schwierig.

zweitens dieses blöde in sich reinhören. die meisten von uns haben da gar nichts gehört. ausser natürlich den eigenen magen, der verzweifelt nach nahrung rief.

womit wir schon bei drittens sind. von 3000 kalorien am tag kann niemand leben. schon gar nicht so stramme burschen wie wir. wir sind ja keine anorektischen magermodells, die werbung für irgendwelche schlaff herunterhängenden lagerfeldteile machen. wir brauchen futter!

wir haben uns daher von unserem superluxuriösen sechssternehungerhotel verabschiedet und in ein ganz biederes fünfsternewirtshaus gewechselt.

jetzt fühlen wir uns wieder wohl: es gibt schnitzel, schweinsbraten, blutwurst, grammelknödel, speck, schinken, eierspeise und diverse andere köstlichkeiten.

und zwar zum frühstück!

 

25.12.

wir haben´s in den letzten tagen zuviel krachen lassen und werden uns daher jetzt zum meditieren in ein sechssterne hotel in lech am arlberg zurückziehen. so kann´s ja nicht weitergehen, auch wenn wir jetzt unbegrenzt kohle haben. dort werden wir maximal 3000 kalorien pro tag zu uns nehmen und uns auch sonst in verzicht üben. wir haben zb beschlossen, uns bis nächste weihnachten nichts mehr zu schenken. ausserdem werden wir versuchen, immer nur soviel einzuatmen, wie unbedingt nötig ist.

 

22.12.

wir haben wundervolle tage!

da wir für uns selber einen fonds eingerichtet haben, auf den wir jederzeit zugreifen können, nimmt das feiern kein ende! wir laden uns gegenseitig ein, machen die nacht zum tage und singen inbrünstig und in wiederholung die schönsten drei weihnachtslieder, die wir können: jingle bells, bohemian rhapsody und smoke on the water. herrlich!

diesem fonds kann auch das geld nicht ausgehen, weil wir ja geber und nehmer gleichzeitig sind! unser bankberater hat gemeint, das sei eine todsichere sache. wir haben vermutlich das perpetuum mobile erfunden!!!

18.12.

jeder will was geschenkt bekommen, aber keiner will was schenken. das ist die traurige wahrheit. man müssste sich ja gedanken machen, einkaufen gehen, in geschenkspapier einwickeln, eine weihnachtskarte schreiben und sich dass ganze fristgerecht überreichen. wir haben daher beschlossen, das geld für die geschenke einem fonds für gescheiterte musikstudenten zugute kommen zu lassen. dieser fonds wurde vor achtzehn jahren gegründet und kümmert sich ausschließlich um sieben musiker, zufälligerweise blechbläser, die seit jahren darauf warten, einmal im wembley stadion auftreten zu dürfen, es aber irgendwie noch nicht geschafft haben, dorthin zu kommen.

 

13.12.

robert glaubt, dass er von thomas ein deodorant bekommen wird.

thomas glaubt das gleiche von robert.

sie werden schon wissen warum.

roman hofft, dass er von prof. paul einen gebrauchten haarreifen bekommt.

prof. paul wiederum wünscht sich von zoltan eine dauerwellenmaschine.

gerhard wünscht sich von brandstötter ein schnitzel mit erdäpfelsalat.

zoltan wünscht sich von thomas ein deutschwörterbuch und von gerhard saubere fingernägel. das geht aber nicht, weil jeder nur einen wunsch frei hat.

brandstötter wettert schon seit tagen gegen diesen elenden konsumzwang, gegen materialismus und kapitalismus. der will einfach keine kohle ausgeben für weihnachtsgeschenke. er selber hätte aber gerne eine tuba mit fernsteuerung.

 

9.12.

wir haben beschlossen, uns heuer etwas zu weihnachten zu schenken.

momentan sind alle am grübeln, was sie wohl von den anderen bekommen werden.

 

23.11.
roman hat sich heute seine wöchentliche dusche gegönnt.

dabei hat er bemerkt, dass wir ihn wirklich überall geschoren haben. wir haben vermutet, dass er weinend zusammenbrechen würde, aber weit gefehlt! er hat sich am ganzen körper mit gleitcreme eingeschmiert und wir spielen seit drei stunden fangen mit ihm. so lustig war es schon lang nicht mehr!!

wir erwischen ihn einfach nicht, weil er so glitscht.

 

20.11.

wir haben ihn vorgestern geschoren.

alles weg.

und zwar überall.

er will jetzt seine menschenrechte auf lange haare beim eu-gerichtshof in strassburg einklagen. das kann er gerne machen, jetzt sieht er ja wieder wie ein mensch aus.

14.11.
ernähren tut er sich jetzt nur mehr von suppe und einigen reiskörnern pro tag. die suppe tropft natürlich und bleibt in seinem bart hängen. häßlich, häßlich.

deswegen hat er sich jetzt knoten in den bart gemacht, um dieses dünne geflecht irgenwie zusammenzuhalten.
noch häßlicher!

wir haben beschlossen, dass thomas am montag auf gruppenkosten eine bartschere kaufen wird. eine geräuschlose, aber sehr effiziente.

 

9.11.
wenn rindberger eine rolle für sich entdeckt hat, dann aber richtig. und der eremit scheint die rolle seines lebens zu sein.

er lässt sich gerade einen von diesen langen eremitenbärten wachsen. die von der ganz hässlichen sorte. sehr lang und sehr dünn. nicht die marke kräftiger vollbart sondern genau das gegenteil davon. was für eine verschwendung eines ehemals einigermaßen hübschen gesichtes!

 

6.11.

brandstötter hat vor zwei tagen aufgegeben.

er musste mal auf´s klo.

danach hat er gar nicht mehr aufgehört zu  reden.

rindberger hingegen scheint sich in seiner neuen rolle wohlzufühlen. er spricht nach wie vor kein wort und macht einen auf eremit. wir haben ihn jetzt einfach in eine ecke gesetzt, in der er nicht stört. zum spielen holen wir ihn heraus, dann setzen wir ihn wieder in die ecke. von uns aus kann´s so bleiben.

 

30.10.

wir haben ihnen auch noch ohrenschützer aufgesetzt.

jetzt machen sie´s mit den augenbrauen.

 

27.10.
wir haben ihnen die arme auf den rücken gebunden, aber die weigern sich weiterhin, miteinander zu sprechen. sie wackeln jetzt mit den ohren. sieht noch bescheuerter aus!

 

26.10.

also das sind schon zwei sture böcke. keiner will den anfang machen mit reden, aber notgedrungen müssen sie miteinander kommunizieren. also machen sie das per zeichensprache. was völlig bescheuert aussieht, weil sie ja gar keine zeichensprache können. die fuchteln einfach irgendwas in der luft herum. keiner kennt sich aus, es geht nur darum, das gesicht nicht zu verlieren.

 

18.10.

brandstötter und rindberger haben gestritten. brandstötter hat es besonders gut gemeint und eine tubakantilene mit vibrato gespielt. daraufhin hat roman ihm noch während des konzertes geflüstert, dass er hohe kunst auf niedrigem niveau mache. worauf die replik kam, dass das ja immer noch besser sei als gar keine kunst auf hohem niveau. seither sprechen sie nicht mehr miteinander.

 

15.10.

europa hat uns wieder!

brandstötter hat sich beim heimfliegen von australien 11 spielfilme angesehen.

das ist absoluter weltrekord.

prof. paul hat 16 mal nach der stewardess geklingelt und eine kleine packung erdnüsse geordert.

und robert ist schon vor dem start in brisbane im flieger eingeschlafen und erst nach der landung in wien wieder aufgewacht. momentan sind wir in der schweiz unterwegs und robert ist immer noch müde. vielleicht hat er einen genetischen defekt oder sowas? oder er durfte als kind nie früh zu bett gehen? oder er hat angst im dunkeln und schläft deswegen?

 

6.10.

und wir haben heute koalas gesehen.

das sind sehr niedliche kleine bärchen, die den ganzen tag schlafen. wenn sie nicht schlafen, fressen sie. und dann schlafen sie wieder.

unsere band ist zur einhelligen meinung gekommmen, dass der liebe gott die koalas vor augen gehabt haben muss, als er robert erschaffen hat.

 

3.10.

das denkunmögliche ist völlig überraschend über uns hereingebrochen.

wir sind geschockt und durcheinander.

wir haben ein känguru gesehen.

 

28.9.

fliegen ist super!

heute geht´s endlich los, wir freuen uns schon auf einen 24 stündigen gemütlichen flug in geräumigen, überdimensionierten, weichen sitzen, freundliches bordpersonal, gepflegte sitznachbarn und das entertainmentprogramm der fluglinie unseres vertrauens. brandstötter wird sich endlich alle angela jolie filme ansehen können, rother wird schon im flughafenbus in wien einschlafen und erst in melbourne wieder erwachen und zoltan, na ja zoltan, also äh zoltan…

kurz und gut möchte zoltan endlich wissen, was der begriff bordbar im gesamten beinhaltet.

und ganschs hintern hat sich bei der hinterngewerkschaft erkundigt, ob 24stündiges sitzen überhaupt gewerkschaftlich erlaubt ist.

 

24.9.

wir haben die bestätigung bekommen.

in österreich arbeiten die männer im sommer als bergführer und im winter als schilehrer.

und in australien arbeiten die männer im sommer als kängurus und im winter als mickey mouse.

das hat uns ein echter australier erzählt, der jetzt in österreich eine krokodilzucht betreibt. früher war er schauspieler. krokodiel dandi oder so ähnlich heißt der. das mit der krokodilzucht funktioniert aber nicht so gut, weil den krokodilen in österreich so kalt ist. jetzt überlegt er, einen wanderzirkus zu gründen mit schifahrenden kängurus. also auf gut deutsch mit österreichischen schilehrern, die sich ins kängurukostum werfen. das sind die auswüchse der globalisierung.

 

21.9.

nächste woche fliegen wir wieder nach australien. und diesmal lassen wir uns nicht für blöd verkaufen. wir haben beim letzten mal rausgefunden, dass es gar keine kängurus gibt, auch wenn uns alle das gegenteil erklären wollten. wir haben keins gesehen, aus, ende.

die machen das nur für die touristen. da werden männer in kängurukostüme gesteckt und müssen dann in der gegend herumhüpfen. die kommen alle aus disneyland, wo sie normalerweise in mickeymousekostümen rumrennen.

 

11.9.

unser instrumentensponsor schagerl hat sich zurückgezogen. er meinte, wenn wir jetzt nur mehr hardrock spielen, möchte er uns nicht bei jedem konzert einen neuen satz instrumente liefern müssen. der hat echt keine ahnung von einer guten show. brandstötters bart ist schon 2,5 zentimeter lang, thomas´ bart 1,7 zentimeter, nur prof. paul kommt nicht in die gänge. dafür hat er natürlich schon wallendes haupthaar vorzuweisen, was bei den beiden anderen noch nicht ganz der fall ist.

 

5.9.

geschafft. unsere erste hardrock cd ist fertig!!

wir wissen aber noch nicht, wann sie rauskommt, weil wir uns erst noch lange bärte für das coverfoto wachsen lassen müssen. und lange haare natürlich. was bei zumindest 50% der bandmitglieder für nicht unerhebliche probleme sorgen dürfte, da sie genetisch bedingt eher zu einem modischen kurzhaarschnitt tendieren. die cd wird die hardrockcharts stürmen, weil wir das mit der lautstärke ziemlich gut hinbekommen haben. im anschluss an die aufnahmen haben wir standesgemäß unsere instrumente zertrümmert.

hardrock ist geil!

1.9.

wir sitzen wieder einmal im tonstudio und zermartern uns die lippen, um irgendwas auf disc zu pressen. es ist fürchterlich!!! nix geht weiter, alles muss man zehn mal wiederholen, weil hinten und vorne nix stimmt und zusammen ist. und schuld sind immer die anderen, eh klar. unser toningenieur ist schon ganz bleich im gesicht, weil er weiß, was da wieder an nachbearbeitung auf ihn zu kommt.

und draussen scheint die sonne und die vögel zwitschern.

 

28.8.

es flutscht wieder!

gestern mussten die ersten zwei zuschauerreihen wegen zu großer lautstärke den saal verlassen, weil zoli eine sternstunde hatte. allerdings sind bei seiner posaune ein paar lötstellen aufgegangen, weil sie dem großen druck nicht standgehalten haben. zoli überlegt, auf eine posaune aus gusseisen umzusteigen. er erhofft sich dadurch mehr stabilität und einen noch fetteren klang. brandstötter hat sich bereit erklärt, ihm beim tragen zu helfen, so eine gusseiesenposaune ist ja nicht ganz leicht.

im winter könnte man das ding auch als ofen verwenden und kastanien drinnen braten.

 

26.8.

yeah!

es geht noch noch!!

wir haben gestern in limoges gespielt und im prinzip war alles in ordnung. zoltan hat gemeint, dass er noch zwei oder drei dezibel von seiner normalen lautstärke entfernt ist, thomas hatte nachher blaue lippen und robert meint, dass sein c´ nicht so duftig klang wie normal. das c´´´ sei hingegen sogar besser als vor dem urlaub gewesen. prof. paul merkte an, dass der rotwein beim letzten mal besser geschmeckt hatte und roman blies sich nur zwei minuten lang aus, um sich dann ganz dem nachtleben hinzugeben. brandstötter ist einfach nur selig, nicht mehr üben zu müssen.

 

23.8.

gott sei dank ist unser urlaub bald zu ende!
wir wollen wieder blasen dürfen!
dieses ganze herumgefahre und ausgespanne und sonnengebräune und urlaubsgeflirte und sich wohlgefühle wird doch völlig überschätzt!!
wir wollen endlich wieder wir selbst sein dürfen!

wer braucht denn einen latte macchiato auf mallorca?
gondeln in venedig?
blödes herumgekraxle auf sinnlosen schweizer alpengipfeln in dünner  luft?
disneyland in frankreich?
oder gar einen badeurlaub am millstättersee in kärnten?

wir nicht!!!!

vorne heisse luft und hinten lauter ton,
das ist unsere mission!

 

19.8.

gerhard und thomas haben mit brandstötter geredet.
bzw. haben sie es versucht.

seiner meinung nach braucht tubaüben noch weniger gehirntätigkeit als einen film mit jolie gucken.
deswegen übt er lieber.

er möchte im urlaub einfach keine unnütze energie verschwenden.

wo er recht hat, hat er recht.

16.8.

brandstötter übt.
auf seiner tuba.
im urlaub.
was das genau bringen soll, weiß eigentlich niemand.
was erwartet er sich davon?
dass er besser tuba spielen lernt?
und wer braucht einen besseren tubaspieler?

niemand braucht einen tubaspieler.
also braucht auch niemand einen besseren tubaspieler, so einfach ist das.
irgendwer muss mit dem armen kerl reden.

er soll doch mal ausspannen.
ein buch lesen.
oder zumindest ein comicheftchen. mit leicht verständlichen bildern. und einfacher handlung.
oder irgendeinen film mit angela jolie angucken. da kann er seine gehirntätigkeit nahezu ausschalten.

 

13.8.

roman ist aufgeflogen.
beim fitnesstest.
seine laktatwerte entsprachen in ungefähr  denen des masseurs der truppe.
der hat allerdings 108 kilogramm bei einer größe von 1,64 metern.
und ist 56 jahre alt.

aus der traum.
kein transfer.
keine millionen.
keine villa für die mamma.

und wir überlegen auch schon, ob wir ihn in dem zustand überhaupt noch mitspielen lassen sollen bei uns.
nur gut aussehen ist zu wenig!
die inneren werte müssen passen! laktatwert, leberwert und triglyceride.

 

11.8.

roman hat uns eine ansichtskarte aus dem trainingslager der italienischen fussballnationalmannschaft in neusiedl am see geschrieben!??
eigentlich wollte er dort zum windsurfen fahren, wurde aber dann mit einem der spieler verwechselt und gibt seither interviews am laufenden band. über frauen, über fußball im allgemeinen, über den italienischen fußball im speziellen, über´s kochen, über seine mamma und wie wichtig ihm sein familienclan ist. es wird gemunkelt, dass er für einen transfer nach england im gespräch sei. für eine dreistellige millionensumme.
natürlich nur, wenn seine mamma eine ordentliche villa auf clubkosten bekommt.

 

8.8.

robert macht das, was er in den ferien immer macht.

zunehmen.

 

4.8.

über prof. pauls urlaubsaufenthaltsort ist nichts bekannt. er hat angekündigt, sich mit einigen renommierten europäischen schneckenforschern treffen zu wollen, um neueste wissenschaftliche erkenntnisse bezüglich der überlebensfähigkeit von nackt- aber auch bekleideten -schnecken in basstrompeten (vorzugsweise in b gestimmt) in ariden gegenden auszutauschen. wir sind alles sehr neugierig auf die ergebnisse, zumal ja gerade prof. pauls basstrompete eher als humid zu bezeichnen ist. auf jeden fall werden seine bahnbrechenden erkenntnisse die menschheit wieder ein gutes stück weiterbringen.

 

1.8.

also was soll man sagen. brandon und zoltan finden sich so sympathisch, dass sie beschlossen haben, ihren sommerurlaub gemeinsam zu verbringen. und zwar in dem schon angesprochenen klo unseres lieblingspubs in finland. sie schätzen beide die offene, kreative und kommunikative atmosphäre, die dort herrscht. ausserdem bietet der raum optimale akustische bedingungen zum üben. 1,4 sekunden nachhall und wenn die spülung rauscht denkt man unwillkürlich an händels wassermusik.
ein ort für künstler eben.

30.7.

oh ja, es gibt facetten, von denen wir nichts ahnten.

die klotür des einzigen pubs im ortes ist nicht versperrbar. man unterhält sich also während der zu absolvierenden vorgänge in sitzender tätigkeit freundlich mit den vorbeikommenden menschen und versucht diese zu überzeugen, dass man seinen sitzplatz a) definitiv noch für eine weitere minute in anspruch zu nehmen gedenkt und b) ihn auch nicht teilen möchte. c) nein, auch nicht für eine halbe minute.
ausserdem haben wir gestern die drei youngsters von canadian brass getroffen. joe burgstaller, jeff nelsen und brandon ridenour. tolle kerle und echte gentleman. wir haben uns abgewechselt dabei, die klotür von aussen zu bewachen und den jeweils einsitzenden herren sorgenfreie drei minuten zu gönnen.

danach wechselten wir in die disco. wir haben über alles ausser über musik gesprochen. wer das wort musik aussprach musste eine runde bezahlen. wer das wort brass aussprach, zwei. wer canadian oder mnozil sagte, drei.

man kann schon jetzt von einem unvergesslichen abend sprechen.

 

28.7.

morgen reisen wir nach finnland, genaugenommen nach lieksa.

um die letzten beiden konzerte vor der sommerpause zu bestreiten.

wir waren vor zwei jahren schon einmal da und waren faziniert von der kultur des landes. die menschen waren alle freundlich und trugen zum trinken am abend ausschließlich holzfällerhemden in grau und blau. zum trinken während des tages trugen sie ausschließlich holzfällerhemden in rot und grün.

in der einzigen disco des ortes spielte live eine hardrockband. auch in holzfällerhemden. die damen und herren beherrschten fünf gitarrenriffs ganz meisterhaft, konnten lauter spielen als wir und begannen pünktlich um vier uhr morgens mit dem ersten set. was uns große bewunderung abrang!

finnland ist klasse, und vielleicht gibt es ja diesmal weitere facetten zu entdecken!

 

17.7.

wir haben gestern in der ausverkauften münchner oper gespielt.

robert fiel gleich am anfang der vorstellung in den nicht abgedeckten orchestergraben, weil er seine brille nicht aufhatte. und dann weigerte er sich, wieder aus dem graben herauszukommen, weil er auf dem notenpult eines cellisten ein magazin gefunden hatte, das wenig text und viele bilder enthielt.

von menschen, die wenig bekleidung anhatten.

genaugenommen von weiblichen menschen, die genaugenommen eigentlich gar nichts anhatten.

thomas, der in rausholen wollte, blieb dann auch unten.

roman auch.

es wurde eine der kürzesten opernaufführungen, die es jemals gab.

 

14.7.

in dieser woche spielen wir in deutschland drei verschiedene programme.

irmingard, das gelbe vom ei und magic moments.

das könnte gefährlich werden. soviel noten kann sich niemand merken.

wir überlegen, ob wir aus den drei shows nicht eine machen sollen.

nur zur sicherheit.

merkt eh niemand.

 

11.7.

wir sind wieder ganz in europa angekommen.

in wien regnet es.

gestern haben wir in interlaken in der schweiz gespielt und die hotelbar hat pünktlichst um 23.30 uhr geschlossen. und zwar ohne rücksicht auf uns und die zu erwartenden großen umsätze.

der zug zum flughafen genf hatte 10 minuten verspätung.

british airways konnte im computersystem zwar eine reservierung für die tuba finden, aber nicht, ob der extrasitz auch bezahlt wurde. brandstötter brauchte eine stunde zum einchecken.

die internetbenutzung im hotel kostet wieder etwas!

wir sind zuhause!!!!!!

 

9.7.

roman hat uns gerettet!

wir sind wieder in wien!

nachdem wir schon zwei tage am flughafen herumlungerten, ohne tickets (danke gerhard), ohne kohle (danke abgelaufene kreditkarte), ohne hoffnung (danke lieber gott) packte roman von hunger gepeinigt wild entschlossen seine trompete aus und spielte die heimwehmelodie. es dauerte keine viereinhalb sekunden, bis ein freundlicher manager des flughafens erschien und uns auf einen gratisflug  zu einer destination unserer wahl einlud, wenn nur roman sofort mit dem trompete spielen aufhörte.

danke roman!!!

 

7.7.

wir würden gerne nach hause fliegen.

gerhard hat sich erinnert, aber leider an nichts konkretes. seiner meinung nach wäre ab der landung in tokyo jeder für sein flugticket selbst verantwortlich gewesen. möglicherweise.

aufgrund diverser abende in diversen lokalitäten konnte er aber nicht einmal das mit sicherheit behaupten.

erinnerungsunvermögen aufgrund fortgeschrittenenen erinnerungsunvermögens sozusagen.

 

5.7.

morgen fliegen wir nach hause!

wahrscheinlich.

gerhard, der die reise gebucht hat, findet leider gerade die flugtickets nicht.

beim herfliegen hatten er sie naturgemäß noch, aber danach sind seine erinnerungen etwas verwaschen.

er ist sich nicht ganz sicher, ob er sie a) in einer bar in osaka gegen bares oder b) in einer bar in tokyo gegen diverses oder c) in einer bar in hiroshima gegen flüssiges eingetauscht hat.

prof. paul hat ihn mit durchaus martkanter stimme darum ersucht, sich zu erinnern.

 

2.7.

wir waren gerade eben in einem running sushi restaurant  zum mittagessen.
leider hat robert den titel des lokals falsch interpretiert und ist während des essens immer nebem dem förderband, auf dem das essen herumfährt, hergelaufen. weil er doch abnehmen will. er ist gelaufen und hat gegessen. gleichzeitig.

leider hat er mehr hunger gehabt als er während des laufens an kalorien verbrennen konnte, deshalb müssen wir wohl von einer negativen energiebilanz sprechen.

für die anderen gäste im lokal war es auch nicht so besonders gemütlich, zumal er dann auch noch zu schnaufen und zu schwitzen begann.

nächstes mal gehen wir wieder in ein sitting sushi.

 

1.7.

gestern abend sind wir in einen original bayrischen biergarten gegangen.

es gab ausschließlich bayrische spezialitäten!

misosuppe, reis und tofu.

hmpf.

 

28.6.

zum frühstück misosuppe mit reis.

zum mittagessen reis mit misosuppe.

zum abendessen misosuppe, reis und tofu.

hmpf.

25.6.

es gibt eine lösung: das österreichische infrastrukturministerium hat sich spontan bereit erklärt, den japanischen kollegen kurse anzubieten, wie man eine eisenbahn wirklich leitet. an folgende inhalte ist gedacht: wir schaffe ich es, züge nicht nur versehentlich sondern mit system zu spät kommen zu lassen. wie warte ich einen zug dahingehend, dass das triebfahrzeug (landläufig: die lokomotive) schon bei der abfahrt defekt ist. wie entschuldige ich mich nicht für pleiten, pech und pannen.

und der wichtigste kursinhalt: wie teile ich ein unternehmen in eine genügend große anzahl von sparten auf, um sicherzugehen, dass eine hand nicht weiß, was die andere tut.

 

wir fühlen uns jetzt schon ein wenig wohler.

die japanischen kollegen sind ungeheuer schnell im erfassen von situationen und lerninhalten und schaffen es bestimmt, uns die eine oder andere verspätung zu ermöglichen. womit sie sich schwertun könnten sind grundlose verspätungen, aber da fällt uns auch noch was ein.

 

 

23.6.

wir haben probleme, uns auf die japanische kultur einzustellen.

wir benützen als transportmittel ausschließlich die eisenbahn, sowohl die s-bahn als auch die superschnellen shinkansen und haben  in den ersten vierzehn tagen unserer tour keine einzige zugverspätung erlebt. keine einzige!!! nicht einmal um eine minute!!!!!!! wir halten das nicht mehr aus!!!  das macht uns fertig!!!

wir sind es als kunden der österreichischen und der deutschan bahn gewöhnt, dass ein zug mindestens zehn minuten verspätung hat. wenn nicht fünfzehn oder zwanzig. aber die japanische bahn schenkt uns nicht einmal eine minute! wir brauchen es, dass wir einmal pro woche einen anschlusszug wegen einer betrieblichen störung verpassen. wir haben ein recht auf unsere verspätung!!!!

wir kommen hier immer pünktlich an!!!!

wo soll das hinführen? irgendwer muss doch für einen solchen mißstand die verantwortung übernehmen! eine eisenbahn ohne verspätung ist keine richtige eisenbahn!

gebt uns nur einmal fünf minuten, sonst verlieren wir den glauben an das gute im menschen.

19.6.

robert hat sich vorgenommen, in japan gewicht zu verlieren. deshalb geht er in jedem hotel  ins fitnessstudio und unterhält sich mit den trainern über die verschiedenen sportgeräte. dann unterhält er sich mit den trainerinnen über die geräte. danach ist er erschöpft und muss einen imbiss zu sich nehmen. danach gibt es eine kleine siesta und dann kommt schon der nachmittagskaffee, der von verschiedenen japanischen süßspeisen untermalt wird.

wird sind uns nicht ganz sicher, ob dieses konzept zum erfolg führen wird.

16.6.

seit unserer ankunft hat sich wenig geändert. wir haben aufgrund der kurzen aufenthaltsdauer von einem monat hier in japan beschlossen, die zeitumstellung ausfallen zu lassen und verblieben in mitteleuropäischer sommerzeit. das heißt, dass wir immer kurz nach dem aufstehen am morgen (japanischer abend) ein konzert spielen und danach der tag (japanische nacht) für uns beginnt. am abend (japanischer morgen) gehen wir dann zu bett. nicht ohne vorher die gastronomischen seiten japans ausführlich genossen zu haben.

wir lieben dieses land! irgendwie ist es hier wie in schweden im winter. es ist immer dunkel und man braucht keine sonnencreme.

11.6.

wir sind angekommen.

zugegebermaßen um einen tag später als geplant. weil wir nämlich irrtümlich zuerst in manila gelandet sind. robert und sein pilotenfreund hatten so ein nettes gespräch im cockpit, bei dem es um sonnenbrillen, uhren und discotheken ging, dass sie nicht so genau obacht gaben, wo sie den flieger landeten. ausserdem sah man die stewardessen verdächtig oft mit diesen kleinen wodkaflaschen und mit knabberzeugs vorne in der kanzel verschwinden. was wiederum dazu führte, dass sich hinten wer um´s essen und trinken kümmern musste. was wir verbleibenden sechs natürlich gerne und in goßzügiger art und weise taten. wir führten also das catering und vor allem die bordbar ihrer finalen bestimmung zu und danch spielten wir noch ein wenig auf. es sollte sich ja jeder wohlfühlen an bord! es wurde ein wenig getanzt, hauptsächlich cha-cha-cha und rumba, und möglicherweise wurden auch ein bis zwei kinder gezeugt.

endlich in tokyo gelandet kugelte eine etwas ramponierte aber sehr fröhliche passagiermeute aus dem flieger, versicherte sich ewige treue und zerstreute sich.

9.6.

heute geht es los!

wir fliegen für einen monat nach japan!!
zwanzig konzerte!!

robert freut sich am allermeisten. er darf während des fluges vorn beim kapitän sitzen. das ist nämlich der cousin einer freundin der betreiberin eines sonnenstudios bei ihm um die ecke.

zur vorbereitung ist er in den letzten wochen jeden tag einmal mit dem kettenkarussell gefahren, damit ihm nicht schlecht wird. ausserdem hat er sich eine tolle  fliegeruhr, eine ray ban sonnenbrille und eine kapitänsmütze gekauft. in dem aufzug wurde er auch öfters in den angesagten discotheken wiens gesehen.

da will es einer wohl ganz genau wissen…

23.5.

gestern sind wir auf den klausenpass gefahren, um filmaufnahmen zu machen.

alles lief glatt, wir haben super gearbeitet! als wir zurückfahren wollten sind wir draufgekommen, dass sich der autoschlüssel in einem rucksack im kofferraum des mietautos befand. und das auto versperrt war. obwohl keiner von uns das auto abgesperrt hatte. weil sich das auto nämlich ganz einfach selber versperrt, wenn man den kofferraum schließt. nach einer stunde telefonieren und einer weiteren stunde warten kam der pannendienst, um uns nach einer einminütigen inspektion des autos lapidar mitzuteilen, dass man keine chance hätte, in das auto hineinzukommen. ausser mit einem zweitschlüssel. oder wenn man die scheibe einschlüge. der zweitschlüssel sei aber irgendwo in zürich. wir telefonierten wieder, diesmal länger, und heute wurde uns der zweitschlüssel geliefert. damit wir das auto wieder von der passhöhe holen konnten.

welcher ¶“¿¿¿, “¡¡≠0, ¿¿’E, völlig ver„„„¶[| ingenieur denkt sich so einen grenzenlosen schwachsinn aus.

danke vw passat, danke vw technik, danke vw.

20.5.

zoli wartet noch immer.

er steht vor dem bühnenausgang und wartet. wir bringen ihm ab und zu was zu essen und zu trinken vorbei, sonst verhungert uns der bursche.
gestern kam ein mädchen vorbei, wie er uns freudestrahlend erzählte.  leider war sie die freundin des posaunisten der band, die am tag nach uns in der location auftraten. doppelter knockout.

 

16.5.

so was blödes!

alles lief soweit ganz gut, die premiere des konzertes war ziemlich schnell vorbei, es war sogar zahlendes publikum da, wir machten uns siegestrunken auf den weg zum bühnenausgang, um die kreischenden fans zu beruhigen, um die babies zu küssen, um telefonnummern auszutauschen, um uns um die mädels zu kümmern, um die nacht zum tag zu machen und um jede rockband alt aussehen zu lassen.

wir warteten auf die groupies, aber da waren keine!!!

kein einziges!!!!!!

wir haben sicherheitshalber zwei stunden lang gewartet, aber die kamen nicht!

nichts, nicht einmal der hauch eines groupies war zu sehen.

wir brachen weinend zusammen.

das leben ist so öde.

13.5.

wir stehen wieder einmal knapp vor einer premiere und glauben, die ultimative erfolgsformel gefunden zu haben..

wir haben uns prof. paul ergeben und alle basstrompetenkonzerte einstudiert, die bisher geschrieben wurden. wir wollten nicht, er ließ uns aber keine andere wahl, weil er uns drohte, sonst auch noch ein okarinakonzert zu spielen.

robert hat heimlich die zeit mitgestoppt. wir kommen auf eine gesamtkonzertlänge für unser nächstes programm von 6 minuten und 23 sekunden. und da ist die 20 minütige pause nach den ersten drei basstrompetenkonzerten schon miteingerechnet.

alle in der gruppe sind begeistert, weil wir noch nie eine so kurze show hatten und uns dementsprechend natürlich mehr um unsere weiblichen fans kümmern können!!!

wer braucht schon zwei stunden blasmusik, wenn 6 minuten 23 auch reichen!!!!!

9.5.

prof. paul ist der unumstösslichen meinung, dass das ganze programm sich um einige wirklich attraktive basstrompetenkonzerte ranken sollte. ein oder zwei stücke, die nichts mit einem basstrompetensolo zu tun haben, würde es seiner meinung nach auch vertragen, auf keinen fall aber mehr als drei.

wir sind begeistert.

5.5.

wir werden ein neues programm machen.

wir sind uns einig darüber, ein neues programm zu machen.

wir möchten ein neues programm machen.

wir sind von der notwendigkeit, ein neues programm zu machen, vollkommen überzeugt.

wir können uns nur leider gar nicht darüber einigen, welche stücke wir spielen sollen.

 

3.5.

wir sind in wirklichen schwierigkeiten. in echten, tiefen, profunden schwierigkeiten. wir stehen vor einem massiven problem. nichts kleines, nein! ein ehrliches, großes problem! nichts, womit man scherz treiben könnte. auch alkohol ist keine lösung. viel tiefer, viel größer, viel beängstigender als uns lieb ist.

 

28.3.

wir kommen gerade von einem zweiwöchigen hawaiiurlaub zurück.

herr ikea hat uns doch noch rumgekriegt.

wie er das geld zusammengekratzt hat wissen wir nicht, aber er hat uns diese blöde sandburg echt abgekauft, und zwar für richtig viel kohle.

jetzt hat er eine sandburg und wir haben nichts.

man glaubt ja gar nicht, wieviel geld man in hawaii ausgeben kann.

am letzten tag musste robert sogar die schlüssel von seinem nagelneuen ferrari cabrio kombi zurückgeben, weil es sich das benzin nicht mehr leisten konnte.

14.3

der hat noch zweimal angerufen, der feine herr ikea!

und uns noch mehr kohle angeboten.

so nicht.

nicht mit uns!

 

11.3.

die ganze sache ist geplatzt.

weil wir über geld gesprochen haben.

er hat uns das ungefähr 200fache dessen angeboten, was irgendwie noch realistisch ist.

der glaubt wohl, wir sind blöd!

mit uns nicht!!

der wollte uns billig abzocken!!!

uns den mund wässrig machen, unser system kopieren und dann natürlich niemals bezahlen!!!! soviel wie der uns angeboten hat hat ja gar niemand!!! und schon gar keine kleine möbelfirma irgendwo in schweden mit zwei, drei filialen.

die möbelbranche ist auch nicht mehr das, was sie früher mal war.

sollen er und seine kunden halt weiterschrauben, ist uns doch schnurz!!!!!

8.3.

gestern haben wir herrn ikea getroffen. er dürfte wohl nicht nur in seinem ort eine filiale haben sondern in der nachbarstadt auch. wenn wir ihn richtig verstanden haben setzt er seine möbel nach einer art heimwerkerschraubsystem zusammen. beziehungsweise müssen das die kunden selber machen. die kaufen zuerst die teile bei ihm und müssen es dann trotzdem selber machen. der spart sich so einen haufen arbeit. wahrscheinlich hilft er am nachmittag immer seinem bruder im elektroladen.

sein etwas schräges firmenmotto ist: wohnst du schon oder schraubst du noch?

und genau hier liegt der hase im pfeffer. er möchte von diesem system wegkommen und auf unser absolut perfektes sand-wasser system, das ja vollkommen ohne schraubverbindungen auskommt, umstellen. prinzipiell sind wir nicht abgeneigt, aber man muss halt einmal über geld sprechen.

4.3.

herr ikea hat sich wieder gemeldet. er möchte unbedingt, dass wir die sandburg nach schweden mitbringen. irgendwie scheint er sehr interessiert zu sein, wie wir das ganze ding ohne schrauben zusammengebastelt haben. geduld und spucke, kann ich nur sagen. und viel wasser. egal, jetzt nehmen wir die burg erst einmal mit nach schweden. den bürgermeister haben wir rausgeworfen, der hat vielleicht gezetert.

 

ich trau dem herrn ikea auch noch nicht so richtig über den weg, aber was soll´s. am telefon war er sehr freundlich und hat uns gleich geduzt.

1.3.

gestern sind wir von einem gewissen herrn ikea aus schweden kontaktiert worden. der dürfte irgendwie einen kleinen familienbetrieb führen, der möbel oder tische oder irgendsowas herstell. von vorhängen hat er auch was erzählt. die näht wahrscheinlich seine frau. und lampen haben die auch. wahrscheinlich ist sein bruder elektriker. und ein geschäft, wo man schwedische lebensmittel kaufen kann, ist auch dabei. was ja keine große kunst ist, wenn man in schweden lebt.

der hat irgendwas von einem vorschlag geredet wegen der sandburg. uns kommt es ein wenig sehr komisch vor, aber bitte, anhören kann man sich das ganze ja einmal.

er wollte sich in den nächsten tagen nochmals melden.

27.2.

nächste woche gehen wir auf tournee nach schweden und das stellt uns vor einige schwierigkeiten. wir können unsere burg nicht solange alleine lassen. was ist, wenn es regnet? wird der bürgermeister in unserer abwesenheit loyal bleiben? wer garantiert uns, dass die kinder nicht die burg stürmen?
momentan tendieren wir dazu, die tournee abzusagen.

19.2.

gestern hat sich der bürgermeister persönlich bei uns gemeldet.
wegen der sandrückgabe und so.
wir haben ihn zu einem lokalaugenschein gebeten und jetzt bringen wir ihn nicht mehr raus aus der burg. glücklich und zufrieden sitzt er da mit einem gelben eimerchen und einer roten schaufel und vermischt wasser mit sand zu einer wundervollen braunen sauce, die zuerst gut formbar ist und dann steinhart wird.
mittlerweile ist er auch der felsenfesten überzeugung, dass es eine zumutung ist, dass die kinder ihren sand wiederhaben wollen. ein paar von seinen parteilakaien sind jetzt für ordner und bewachungsdienste freigestellt und wir können ungestört spielen.

16.2.

echt geil.
wir sind alle voll reingekippt.
sandspielen ist das größte!
gemeinsam haben wir eine sandburg gebaut, die alles bisher dagewesene in den schatten stellt. wir haben nächtens von allen umliegenden kinderspielplätzen peu a peu den ganzen sand zusammengeklaut und ein schloss von einer burg gebaut.
zwei stehen immer schmiere und schmeissen die kinder raus, die auch mitspielen wollen. sandspielen ist aber nix für kinder. sandspielen ist was für echte kerle!
die stadtverwaltung hat ganz vorsichtig angefragt, ob sie den sand wieder haben können.
Wegen der kinder und so…
Und weil die anderen sandkisten so leer sind.

Hä, hä, hä.

Nein, können sie nicht.

11.2.

aber es kommt kein sand…

weil sieben der lastwägen ihren sand direkt nach neapel gefahren haben, dort gibt es wohl eine größere baustelle, an der viele ehrenwerte menschen beteiligt sind.
drei der lastwägen waren nicht ausreichend motorisiert und sind schlicht und einfach nicht über den brennerpass gekommen.
weitere zwei lastwägen waren überladen und wurden sofort an der österreichischen grenze aus dem verkehr gezogen.

die restlichen fünf lastwägen sind gar nicht losgefahren, weil robert  beim verhandeln des fuhrpreises zwölf mit siebzehn vertauscht hat und daher nur für zwölf fuhren bezahlt hat…

unsere trompeter sind sehr niedergeschlagen.

das tiefe blech von mnozil brass hat sich daher spontan bereit erklärt,  einen nachmittag lang mit den trompetern auf einen kinderspielplatz ihrer wahl zu gehen, alle kinder aus der sandkiste zu vertreiben und auch nicht wieder hineinzulassen, um so robert, thomas und roman wenigstens einen nachmittag lang den traum von der eigenen sandburg zu verwirklichen.

9.2.

da stehen sie nun und warten mit dem sandschäufelchen in der hand…

6.2.

unsere tollen jungs vom hohen blech haben eine blitzsaubere, hochintelligente und überzeugende lösung für den transport der sandburg von italien nach österreich gefunden.
sie haben die sandkörner durchnumeriert, den ganzen sand dann auf 17 muldenkipper geschaufelt und werden die burg mithilfe der numerierung in österreich originalgetreu wieder aufbauen.
die können nicht nur blasen, die sind auch technisch ganz schön versiert. da muss man erst mal draufkommen…

 

4.2.

robert fühlt sich in italien nicht so wohl wie gedacht, und möchte seinen hauptsandburgwohnsitz nach österreich verlagern. was nicht ganz einfach werden könnte, weil die sandburg 44 meter lang, 38 meter breit und und 16 meter hoch ist. die vier wachtürme sind je 25 meter hoch. thomas und roman sind wieder nach italien gereist, um mit ihm gemeinsam nach einer lösung zu suchen.

wenn es um die wirklich wichtigen dinge im leben geht hält die trompetengruppe zusammen wie pech und schwefel.

27.1.

leider mussten wir robert in italien zurücklassen.
Er wollte und konnte sich von seiner sandburg, die er mittlerweile in echtgröße gebaut hatte nicht trennen. architektonisch ist die sandburg ist eine stilsichere mischung aus alcatraz, neuschwanstein und der villa von paris hilton. robert möchte damit im sommer, wenn die touristen kommen groß durchstarten und führungen gegen eintritt anbieten. ausserdem heißt er ab sofort natürlich nicht mehr robert rother sondern roberto di rota und man sieht sein gesicht vor lauter sonnenbrille nicht mehr. klassisch zurückgegeltes haar und diverse silber und goldkettchen an hals und armen unterstreichen seine transformation zum sandburgunternehmer.

24.1.

brandstötter hat heute einen echten klassiker geliefert.

er hat auf italienisch essen bestellt, obwohl er überhaupt kein italienisch spricht.

zuerst kam eine vorspeise, irgendwas mit fisch, worüber er sich sehr freute. dann kam eine zweite vorspeise, irgendwas mit fisch und muscheln, worüber er sich auch noch freute. danach wäre er für eine kleine hauptspeise bereit gewesen, hatte aber nicht mit der dritten vorspeise gerechnet, nämlich fisch überbacken in kleinen häppchen. nach der dritten vorspeise trat bei brandstötter das ein, was man als tiefes sättigungsgefühl bezeichnet. allerdings folgte jetzt die hauptvorspeise, natürlich nudeln alla siciliana con irgendwas obendrauf, die von brandstötter fälschlicherweise für die hauptspeise gehalten wurde. danach wurde ihm nur mehr eine gabel gebracht, und trotz einer leichten ermattung freute er sich auf eine süße nachspeise. fehlanzeige. jetzt kam fisch, in großer menge, frittiert, gebacken, gedünstet und sonstwie zugerichtet. da ihn der kellner ganz offensichtlich als nicht vertrauenswürdig einstufte und daher keine sekunde aus den augen ließ aß brandstötter alles bis auf die letzte schwanzflosse auf.

ehrlich gesagt wissen wir nicht, ob er heute am abend in der lage ist, ein konzert zu spielen, da er seit mehreren stunden auf seinem hotelbett liegt und außer kleinen seufzern im halbstundentakt keine weiteren lebenszeichen von sich gibt.

23.1.

mann oh mann, wir sind hier im tiefsten winter gelandet.

wir frieren uns bei +15 grad celsius den allerwertesten ab und es regnet in einer tour. jacken haben wir natürlich keine mitgenommen, weil süditalien für uns automatisch sommer, sonne und dolce vita heißt. robert hat sich schon einen dicken schnupfen eingehandelt, weil er überhaupt nur mit einem paar kurzer hosen, zwei t-shirts, flotten sandalen mit weißen tennissocken und seiner schnorchelausrüstung hier angekommen ist. jetzt sitzt er schon seit zwei tagen am strand und wundert sich, dass der eiskiosk geschlossen hat.

21.1.

welche freude! wir durften bereits um 04.45 uhr morgens das hotel verlassen, um den frühflug von berlin nach münchen zu erwischen. in münchen durften wir dann im anschlussflieger nach rom wegen dleichten schneefalles zwei stunden warten.

in rom durften wir dann nach brindisi umsteigen und waren schon um 16.00 uhr in unserem hotel in taranto.

auf allen drei flügen wurden uns sandwiches gereicht, die geschmacklich irgendwo zwischen alter zellulose und frischem fensterkitt  angesiedelt waren.

reisen ist super!

20.1.

wir sind heute eigens nach berlin geflogen, um uns bei unserem lieblingsitaliener gebührend auf unsere morgen beginnende italien tour einzustimmen. wir arbeiteten uns durch diversi antipasti zu den nudeln vor, danach gab es verschiedenen fleichgerichte aus dem piemont (für robert gab es wie immer eine tofupizza), im anschluss kamen wir nicht umhin, diverse süßspeisen auszuprobieren, um das ganze dann gemütlich bei einer käseplatte für 10 personen ausklingen zu lassen (robert hatte noch ein wenig hunger). danach ließen wir uns diverse italienische volkstänze vorführen, um nicht als völlige banausen dazustehen.

1.1.

wir latschten gestern am abend eine stunde durch moskau, um ein offenes lokal zu finden, das auch nur schwach frequentiert war.
die russen waren wohl alle auf dem roten platz, auch die russischen lokalbesitzer.
wir tranken bier aus großen gefäßen und wodka aus unmerklich kleineren.
spontane tanzeinlagen auf tischen und bänken wurden von russischen milizionären, allesamt brüder von ivan drago und alle über zwei meter groß, schnell und effizient beendet.

heute ist der tag des in uns gehens und der neuorientierung.
aber erst am nachmittag…

 

31.12.

thomas kommt nicht mit dem frühflug von bratislava über prag nach moskau, weil dieser von czech airlines ohne angabe von gründen gecancelt wurde.
danke czech airlines.

thomas kommt jetzt mit einem mittagsflug direkt von wien, und zwar mit air berlin.
tausend dank air berlin.
bezahlen mussten wir ihn aber schon.
danke czech airlines.

thomas trifft überpünktlich um 18.15 uhr im tschaikowsky konservatorium ein.
um 19.00 uhr spielen wir ein ausverkauftes Konzert vor ca. 1723 menschen.
danke czech airlines.

 

30.12.

wir sind heute in moskau angekommen.
um für diese stadt gerüstet zu sein führte uns der erste weg zum geldautomaten.
alle bekamen kohle, nur robert verweilte ungewöhnlich lange vor dem gerät und kam dann ohne geld zurück. er glaubt, dass ihn die kyrillischen schriftzeichen aus dem gleichgewicht geworfen haben und er deshalb auf die falschen knöpfe gedrückt hat. wir glauben, dass er seine bankomatkarte in den schlitz des gerätes hätte stecken sollen und nicht seine zimmerkarte vom hotel.

danach absolvierten wir das übliche besuchsprogramm: zehn minuten auf dem roten platz, zwei stunden im dahinterliegenden kauhaus gum.

am abend essen wir in landestypischen restaurants: prof. paul und brandstötter in einem amerikanischen steakhouse, gerhard in einer bayrischen schweinsbratenhütte, roman, robert und zoltan beim inder.

thomas kommt morgen mit dem frühflug von bratislava über prag nach moskau.

 

23.12.

wir haben unsere mission praktisch abgeschlossen!
robert sei dank!
dieser held des alltags hat sich seit dem abklingen seiner glühweinallergie mit dreifachem elan durch die weihnachtsmärkte gepflügt.
wie ein schneepflug schob er die menschenmassen auseinander und schuf uns so eine schneise, in der wir adlergleich von markt zu markt flogen und unbestechlich unsere expertisen im dienste der sache leisteten.
robert, du großer unter den kleinen, du mildtätiger unter den bedürftigen, du kerl unter den mundstückablutschern.

möge das christkind dir alle deine wünsche erfüllen, ganz besonders jenen nach der barbiepuppe, die du schon als kind so gerne gehabt hättest und die du nie bekommen hast.

18.12.

bertl is back!!

ein mann wie ein felsen!

ein kerl wie zeus!

ein hüne wie hannibal!

ein trompeter wie robert rother!

ein, äh…, wurscht.

bertl is back!!

 

14.12.

der advent ist eine knallharte zeit.

wir liegen momentan bei 21 absolvierten märkten. äussere (wetter) und innere (durst und hunger) widrige umstände sorgten dafür, dass wir in den letzten tagen nicht genug weihnachtsmärkte überprüfen konnten. ausserdem trat bei robert eine unvorhersehbare glühweinallergie auf, weswegen er als tester praktisch flachfällt. er hat ganz plötzlich doppelt bis vierfach gesehen und sein gleichgewichtssinn war nicht mehr vorhanden. ein zufällig anwesender arzt verordnete ihm umgehend vier liptauerbrote und riet ihm, für einige tage nur wasser zu trinken, um die allergie in den griff zu bekommen.

für uns bedeutet das nichts gutes.

die übrigen sechs müssen jetzt wirklich zusammenhalten.

 

3.12.

es geht uns gerade besonders gut, weil wir spielfrei haben!!!!

zeit für die wirklich wichtigen dinge im leben.

wir treffen uns jeden tag auf einem anderen weihnachtsmarkt in wien und führen anonyme punschverkostungen durch. die qualität ist durchwegs in ordnung, es hat sich aber momentan noch kein spitzenpunsch herauskristallisiert.

sieben märkte haben wir schon durch, zweiundvierzig liegen noch vor uns.

pro markt bewerten wir im schnitt 7, 22 punschstände.

pro punschstand brauchen wir im schnitt zwei bis drei stunden, weil wir natürlich auch den kinderpunsch, den glühwein und den grog testen. ausserdem die dargebotenen speck, wurst und schmalzbrote.

prof. paul meint, dass wir bis weihnachten möglicherweise  nicht alle 49 weihnachtsmärkte schaffen werden.

der wird sich noch wundern.

19.11.

wir sind wieder versöhnt! wir waren vier tage in fürth und haben einen super kneipe gefunden.

tapas und rotwein.

mehr muss auch gar nicht gesagt werden.

wir haben quasi eine viertägige tapas kur gemacht. sehr belebend für den organismus. und so gesund. wie ein jungbrunnen. die ganzen organe wurden gereinigt. und durchgespült.

das leben ist herrlich!

08.11.

wir sind mal wieder unterwegs und mussten uns gestern nach dem konzert unbedingt mit wein stärken. wir fanden eine vertrauenserweckende kneipe und verfügten uns umgehend ins innere. zur auswahl standen ein weißwein und drei rotweine. riesling, trollinger, pinot grigio und irgendeine rebsorte, deren namen wir noch nie gehört hatten.

es war ein desaster.

sowas klebriges, marmeladiges und gezuckertes hatten wir schon lange nicht mehr vorgesetzt bekommen, was den riesling und den trollinger betraf.

der pinot und die rebsorte, deren namen wir noch nie gehört hatten schmeckten verdächtig ähnlich und waren wahrscheinlich aus demselben kanister in flaschen gegossen worden.
in unserer not leerten wir alle vier weine zusammen und das ergebnis war deutlich besser als die einzelkomponenten. es wurde ein sehr lustiger abend, weil wir natürlich sofort das beste mischungsverhältnis herausfinden mussten.

der heutige tag verläuft solala, die augen könnten ein wenig größer und der kopf ein wenig kleiner sein…

27.10.

es ist vollbracht.

nach einer woche probenarbeit haben wir unseren ersten auftritt im goldenen saal des wiener musikvereines absolviert. die tonkünstler spielten in höchstform, der dirgent christian jäärvi entlockte der partitur nuancen, von denen bisher niemand wusste und wir bliesen, dass die stukkaturen leise von der decke rieselten. großer jubel des publikums und eine kleine nachfeier mit hundert leuten, die auch nicht von schlechten eltern war. musikalisch waren wir zwischen bach, schönberg und zappa angesiedelt, lautstärkemäßig zwischen ac/dc und metallica.

schöööööön.

20.10.

morgen ist es soweit! wir werden zum ersten mal mit symphonieorchester spielen. mal sehen, mal sehen. wir werden uns allergrößte mühe geben, jeder hat sich einen frack gekauft, die fingernägel sind poliert und die lackschuhe werden zweimal täglich auf hochglanz gebracht.

10.10.

prof. paul hat dem ganzen spuk ein ende bereitet. irmingard sei noch immer seine figur und wenn er sage, dass sie nicht schwanger zu sein habe, dann habe sie nicht schwanger zu sein.

ende der durchsage.

es bleiben zurück ein zerkrachtes ärzteteam, zwei geschmalzene honorarnoten von den rechtsanwälten und ein zerknirschter europäischer hochadel. wo es doch heutzutage so schwierig sei, echte aristokratenkinder zu zeugen. immer mischt sich was bürgerliches drunter. diese einmalige chance. unwiederbringlich vertan.

5.10.

wir haben die mittlerweile ein paar rechtsanwälte eingeschaltet.

die sollen jetzt einfach hin und herstreiten ob schwanger oder nicht.

der europäische hochadel hat sich auch zu wort gemeldet und betont, wie froh man sei, dass es endlich wieder mal nachwuchs in ausreichender zahl geben könnte.

queen elizabeth würde auf jeden fall zwei bis drei patenschaften übernehmen, prinz charles auch und beatrix von holland würde gerne die taufkerzen spenden.

ferderik von dänemark hat sich auch gemeldet und sich erboten, seine ganz private kleine 800 quadratmeter kapelle für die zeremonie zu öffnen. bertl hat ihn zurückgerufen und sich bedankt, er möchte aber doch lieber in seinem stift melk bleiben. seinetwegen können aber alle gekrönten häupter gerne zur taufe vorbeikommen.

25.9.

es wird kompliziert.

der urologe von prof. paul hat gesagt, dass er auf keinen fall schwanger ist.

die gynäkologin von irmingard behauptet, dass sie auf jeden fall schwanger ist.

da sowohl ärztin als auch arzt anerkannte kapazunder auf ihrem jeweiligen fachgebiet sind, findet momentan eine ziemlich heftige expertendiskussion auf höchster ebene statt.
die salzburger festspiele haben sich natürlich auch eingemischt und sich im falle einer schwangerschaft das vertragliche recht zusichern lassen, als koproduktionspartner der oper bei der namensgebung der prinzen mitwirken zu dürfen. herbert 1-7 würde ihnen gut gefallen, gerard schon weniger und bei jürgen wurden bedenklich die häupter gewiegt.

die ruhrtriennale wiederum sieht es deutlich entspannter, fordert aber aus gründen der gleichberechtigung zumindest vier mädchennamen, auch wenn das jetzt sagen wir für prinzen vielleicht ein wenig seltsam klingt.

taufpaten und innen werden gesucht.

19.9.

houston, wir kennen uns momentan gerade auch nicht so aus.

irmingard war gestern bei ihrer gynäkologin und die hat ihr freudestrahlend zur schwangerschaft gratuliert. sie trägt sieben kleine prinzen unter ihrem herzen, jeder mit einer kleinen krone auf dem kopf. bertl ist überwältigt vor glück und sucht gerade eine adäquate behausung für die kommende großfamilie.

ein größeres schloss irgendwo in europa würde den beiden schon reichen.

schönbrunn in wien würde den beiden ganz gut gefallen.

15.9.

houston, wir haben ein problem.

irmingard ist schwanger.

 

12.9.

da wir gestern in berlin spielten haben sich alle so nach und nach wieder eingefunden. irmingard und bertl, der schöne prinz aus melk knutschen die ganze zeit rum, als gäbe es kein morgen. küßchen hier, küßchen da und das ganze trallala.

irmingard hat sanft gerötete wangen und einen augenaufschlag wie eine fleischfliege. natürlich nur für bertl…

einen kleinen tick hat sie auch entwickelt: sie streichelt sich immer so komisch über ihren bauch.

 

6.9.
es ist ein bißchen einsam zur zeit. menschenleer die ganze szenerie. keiner da, nur aus den umliegenden wäldern hört man interessante und durchaus lustvolle geräusche.

wenn nur die gage schon da wäre, dann könnte man wieder auf etwas weniger anstrengende zeitvertreibe umsteigen.

shopping zum beispiel.

 

3.9.

wir haben es geschafft!

irmingard ist verheiratet.

bertl, der schöne prinz aus melk hat sie gekriegt und wird mindestens zwölf nachkommen mit ihr zeugen.

das hat er zumindest angekündigt.

alle anderen haben irgendwelche zofen von irmigard abbekommen und sind in den umliegenden wäldern zwecks gegenseitigen kennenlernens und des austausches von körperflüssigkeiten verschwunden.

sollten uns die salzburger festspiele in den nächsten tagen auch noch die etwas überfällige gage ausbezahlen kann man überhaupt von einem gänzlich gelungenen opernwerk sprechen.

 

12.8.

die arbeit ist uns über den kopf gewachsen, also haben wir den ganzen krempel hingeworfen und sind auf abenteuerurlaub gefahren. rafting, hiking, biking, climbing, eating, drinking, sleeping, snoaring und noch ein paar mehr gefährliche sachen. robert ist nach dem drinking aus dem bett gefalling und hat sich den kopf angehauing. er ist noch nicht wieder bei vollem bewusstsein, aber für die salzburger festspiele wird es schon reichen. solange er auf die bühne walking kann…

 

20.7.

es geht voran, aber es ist mühsam.

die trompeter können schon alles, aber das ist ja auch leicht, immer nur melodie zu spielen und ab und zu eine terz dazuzugeben.

die posaunisten üben ihre begleitmuster wie die wahnsinnigen und werden immer besser.

brandstötter hingegen übt unverzagt an seiner b-dur tonleiter herum, weil er glaubt, dass die ganze oper in b-dur geschrieben ist und er sich da schon irgendwie durchwursteln kann.

das könnte sich als fehler erweisen, zumal im zweiten teil nach der pause alles in es-dur ist.

wir sagen es ihm aber nicht, da muss er schon selber draufkommen.

11.7.

wir sind grade dabei, die oper auswendig zu lernen.

das ist vielleicht eine ……., also so was ………, ein extrem unnötiger …….

man sollte den regisseur ……. und die komponisten sollte man an den …….. aufhängen und die auftraggeber sollte man zuerst ……. und dann ………. und wenn sie dann um gnade winseln sollte man sie als draufgabe noch …………..

das wäre schön.

 

3.7.

wir sind in letzter zeit wieder ein bißchen durch die welt geflogen.

es scheint sich nix zu ändern.

thomas´ gepäck wurde beim umladen nach schweden nicht umgeladen, es war nicht möglich, das gepäck nach schweden nachzuliefern, es war aber auch nicht möglich, das gepäck nach hause zu liefern. ganz einfach aus dem grund, weil niemand wusste, wo es geblieben war. eine woche später wurde ein koffer auf dem flughafen in münchen gefunden, der zufällig thomas gehörte. wahrscheinlich wollte der koffer nicht nach schweden, sondern nach münchen, um dort eine weißwurst zu essen. oder vielleicht heimlich bier zu trinken. oder so.

fliegen ist super!

17.6.

wir stecken mitten in den proben zur oper.

irmingard hat sich etwas beruhigt und ist manchmal sogar nicht schroff zu uns. momentan sucht unsere kostümbildnerin noch royale stöckelschuhe in größe 45. sie müssen weiß sein und eine silberne spange vorne haben und die stöckel dürfen nicht niederer als sieben aber auch nicht höher als neun cm sein. die stöckel (auch stilettos wären  möglich) sollten evtl. abnehmbar sein, weil damit vielleicht jemand um´s eck gebracht werden wird. unser regisseur hat sich noch nicht so genau festgelegt. er meint aber, dass eine oper, wo nicht mindestens vier bis fünf handelnde personen ihr leben aushauchen keine oper ist, sondern eine soap oder allerhöchstens eine operette.
wir wissen noch nicht, wer frühzeitig hinscheiden wird, garantiert ist aber eine zwanzigminütige abschieds- bzw meuchelarie pro exitus.

7.6.

heute gewährte uns die holde eine audienz.

alle mnozils mussten sich auf knien ihr nähern und durften ihr dann das gepuderte händchen küssen. zuvor galt es allerdings, zwei stunden darauf zu warten, dass es unserer schönen zu erscheinen beliebte. die audienz dauerte sieben minuten, wir wurden instruiert, dass wir ab jetzt gewaschen und gekämmt sowie mit sauberen fingernägeln zu jeder probe und aufführung zu erscheinen hätten.

dass die besten trompeter der welt hier wunderbare recitals und vorträge halten geht angesichts des glanzvollen auftretens unserer prinzessin völlig unter.

 

6.6.

es wird nicht leichter mit unserer prinzessin.

gestern hatte die stutenmilch, die natürlich täglich gewechselt werden muss, nicht die von ihr gewünschte temperatur von 38,3° celsius. es waren nur 37,8° celsius. das zog eine kaskade übelster anschuldigungen nach sich, die sich gegen alle gerade anwesenden einschließlich der stuten richtete. da prinzessin geruhte, sich während des bades auch eine maniküre angedeihen zu lassen flogen sehr schnell die nagelfeilen und sonstigen accessoires durch das zimmer. eine nicht ungefährliche situation.

 

4.6.

wir sind gerade auf der international trumpet guild conference in banff/kanada und fallen ein wenig aus dem rahmen. prof. paul alias irmingard will und kann aus seiner rolle zwei monate vor der premiere nicht mehr heraus und fällt daher durch leicht exaltiertes benehmen auf. erstens wollte er/sie nicht mit dem auto, sondern mit einer kutsche vom flughafen zum hotel gebracht werden. zweitens hat er/sie im hotel umgehend eine kammerzofe angefordert und war entsprechend ungehalten, als das nicht sofort möglich war. drittens hat er/sie sich natürlich die mit abstand allergrößte suite ausgesucht, umgehend das wasser aus dem jacuzzi entfernen lassen und mit stutenmilch wieder auffüllen lassen. und viertens bleibt das prinzessinnenkrönchen natürlich auch beim baden und schlafen auf seinem hübschen köpfchen.

die kanadier wundern sich gerade ein wenig.

 

27.5.

nachdem in diversen klatschspalten diverser boulevardmedien anderes behauptet wird, möchten wir darauf hinweisen, dass die rollenverteilung zu unserer oper irmingard ausschließlich nach künstlerischen kriterien getroffen wurde. weiters möchten wir betonen, dass niemand von mnozil brass in einem wie auch immer gearteten naheverhältnis zum regisseur steht. dies ist schon allein aus unserem arbeitsverständnis und unserer liebe zur gattung oper gänzlich unmöglich.

26.5.

nachdem robert sich schnöde auf die besetzungscouch geworfen hat blieb uns auch keine wahl mehr. es setzte ein heftiges gebuhle um die gunst des regisseurs ein und keiner schreckte vor etwas zurück.

die rollenverteilung:

prof. paul gibt prinzessin irmingard

robert gibt bertl, den schönen prinzen aus melk

thomas gibt diverse rollen, unter anderem herolde und prinzen

roman gibt den kaiser

gerhard gibt einen indischen prinzen

zoltan gibt amor

brandstötter gibt einen pinzgauer bastardprinzen

 

18.5.

alles ist aus.

robert wird den prinzen spielen. warum er ihn spielt muss hier ja wohl nicht mehr erklärt werden. auch er…

9.5.

es ist entschieden.

prof. paul wird die prinzessin spielen.

aber ganz sicher nicht, weil er am besten dafür geeignet ist. nein, nein, das nicht. auch nicht, weil er so hübsch oder intelligent oder gar beides ist. oder weil er so toll basstrompete spielt. nein.

es ist ganz einfach so, dass er mit dem regisseur gevögelt hat.

schlicht und ergreifend.

es geht hier offensichtlich nicht um kunst, talent oder sonstwas.

es geht wieder mal nur um das eine.

es ist so enttäuschend.

dieser elende opportunist! das hätten wir nie gedacht von ihm. er sagt aber, er hätte es nicht mehr in seiner funktion als prof. paul sondern bereits in seiner rolle als prinzessin getan. er trage ja für sein ganzes reich eine große verantwortung und müsse einen nachkommen zeugen.

elendes gewäsch.

besonders hart hat es roman getroffen.

er hat nämlich auch mit dem regisseur…

 

5.5.

jetzt hat es auch robert erwischt. gestern ist er weinend zusammengebrochen.

seit einer woche hat er versucht, einen passenden prinzessinen-bh zu finden. für brustumfang 115 und körbchengröße g hat er aber in ganz wien nichts gefunden. er ist von dessousgeschäft zu dessousgeschäft geeilt und überall schlug ihm erstaunter unglaube entgegen. und eine maßanfertigung wäre einfach zu teuer. alleine der stoff wäre schon unerschwinglich und dann müsste man noch drei schneider bezahlen, die mindestens eine woche arbeit hätten. und zuallererst müsste man klären, ob man damen oder herrenschneider beschäftigt.

alles viel zu kompliziert.

wir haben beschlossen, dass robert einen stallburschen spielen darf, dafür braucht er nicht einmal ein neues kostüm.

28.4.

brandstötter fällt auch weg. seine tuba wäre zwar wirklich ein optimaler ersatz für eine prinzessinenhandtasche, aber das teil stinkt!!! wir haben seine tuba heimlich untersucht und vermuten, dass irgendein tier darin verendet ist. robert konnte sich auch noch daran erinnern, dass er bei unserer letzten recording session die reste seiner pizza in den trichter geleert hat. und thomas war ganz erstaunt, dass man auf dem ding auch spielen kann. er dachte immer, das sei ein wunderschöner großer aschenbecher und hat es auch dementsprechend benutzt. worauf ihn prof. paul erzürnt zurechtwies und ihm klarmachte, dass man in ein goldenes campingklo, was eine tuba ja unzweifelhaft sei, auf keinen fall zigarettenkippen werfen dürfe. als campingklo dürfe man sie aber natürlich jederzeit benutzen, was er auch ganz regelmäßig mache…

22.4.

jeder gegen jeden!

ein sibirisches eishockeymatch ist ein freundliches teekränzchen gegen das, was sich bei uns abspielt. jeder will die prinzessin sein. jeder! und keiner gibt nach.

thomas kann sie aber nicht mehr spielen, weil sich zoltan mit ihm einen heißen boxkampf geliefert hat und unglückseligerweise genau seine prachtvoll geformten lippen erwischt hat. die sehen jetzt aus wie diese aufgespritzten von dieser blonden dingsda aus dieser beach dingsda serie, aber mal zwei. wie der reifenschlauch eines trucks.

unmöglich für eine prinzessin.

in zoltans augen spiegelt sich aber auch nix mehr, schon gar keine puszta. der muss froh sein, wenn er aus diesen aufgequollenen blaurotgelben sehschlitzen überhaupt noch irgendwas zu sehen kriegt. thomas hat ihm sowas von einem doppelhaken links rechts zack bumm mitten auf´s aug gegeben, dass die erde jetzt noch bebt.

bleiben noch fünf über…

 

17.4.

jetzt will auf einmal jeder die prinzessin sein, eh klar!

thomas, weil er so sinnliche lippen hat.

robert, weil eine frau unter einhundertzehn kilogramm keine echte frau ist.

roman, weil er beine so schlank wie ein rehlein hat.

prof. paul, weil nur ein basstrompetist eine prinzessin überzeugend geben kann.

gerhard, weil er die schönsten ohren hat.

zoltan, weil sich in seinen augen die puszta widerspiegelt.

brandstötter, weil in seiner tuba alles platz hat, was sich normalerweise in der handtasche einer prinzessin befindet.

es ist zum verzweifeln!

keiner will mehr den heldischen prinz spielen, niemand will zofe sein und musik am instrument  machen will schon gar keiner mehr.

die probenarbeit ruht auf unbestimmte zeit.

 

10.4.

wir sind wieder ein wenig am streiten.

robert hat plötzlich seine weibliche seite entdeckt und will jetzt auf einmal unbedingt die prinzessin sein. wir lehnen das aber strikt ab, weil er aufgrund seines momentanen körperlichen umfanges eher zwei prinzessinnen verkörpert als eine. was heißt hier eher zwei, korrekt müsste es eher zweieinhalb heissen. das findet er voll diskriminierend, weil seiner meinung nach dicke prinzessinnen die gefragtesten sind. wir finden das nicht. wir denken einfach, dass es nicht praktikabel ist, weil ihn ausser einem gabelstapler momentan niemand auf händen tragen kann. und der stapler muss auch aufpassen, dass er nicht vornüberkippt.

7.4.

wir stecken schon mitten in den vorbereitungen für unser opernprojekt bei den salzburger festspielen. momentan spießt es sich ein wenig bei rollenverteilung. es ist nämlich so: irgendjemand muss irmingard spielen, eine prinzessin von edler herkunft aber zweifelhaftem benehmen. und das will sich natürlich keiner antun. momentan schaut es so aus, als ob roman in den sauren apfel beissen müsste. erstens haben seine guten manieren, wenn sie jemals vorhanden waren, im knast ein wenig gelitten. und zweitens bringt er aufgrund seiner wasserkur momentan die idelamaße für eine anorektische prinzessin mit. er will noch nicht so recht, aber wir bleiben dran.

 

30.3.

roman ist frei!

wer uns kennt weiß, wie sehr wir darum gekämpft haben, den schrecklichen justizirrtum aufzuklären, der an roman verbrochen wurde. wir sind von pontius zu pilatus gelaufen und haben sogar amnesty international eingeschaltet, um ihn freizubekommen. vergebens, es hat alles nichts genützt. erst als prof. paul angekündigte, ein benefizkonz

27.9.

zickenalarm!!!!!!!!!

tschäsmin hat sich voll mit herta in die wolle gekriegt, weil herta ihr auf punkt und komma gesagt hat, wo ihre problemzonen liegen. und so wie herta sich ausgedrückt hat sprechen wir da nicht von einzelnen zonen sondern eher von globalen arealen.

tschäsmin hat daraufhin angedeutet, dass sie in ihrem ganzen leben nicht mehr mit herta zur gleichen zeit auftreten kann, weil diese “um an die intelligenz einer amöbe heranzukommen sich gewaltig steigern müsse”.

prof. paul hat robert erklärt, was eine amöbe ist.

23.9.

wir haben es rausbekommen. herta war beim schuhe kaufen. irgendeine gefühllose verkäuferin hat wohl angedeutet, dass ihre waden wohl ein bißchen dings wären, na ja, nicht so ganz heidi klum mäßig, wohl mehr so in richtung marlon brando als er schon ein wenig älter war.

sie hat sich sehr gekränkt.

22.9.

herta will nicht mehr. sie will uns aber nicht sagen warum. ihr make up sieht auch ein wenig verwischt aus. hat sie geweint?

20.9.

schakeline hat sich enthaart. was sie nicht wußte ist, dass man den wachsstreifen mit einem ruck abziehen muss. sie hat es eher sehr langsam gemacht. der nachträglich konsultierte hautarzt hat uns im vertrauen gesagt, dass er solche verletzungen noch nie gesehen hat. und schon gar nicht am rücken und an den beinen.

18.9.

tschäsmin, schakeline und herta, wie die drei jetzt heißen haben heute in der früh den zug verpasst, weil sie mit dem make-up nicht fertig wurden. ausserdem hat herta einen geschwollenen knöchel, weil sie mit den high-heels noch nicht so richtig laufen kann. tschäsmin hat sich die drücker auf ihrer trompete rot gefärbt, damit sie mit ihrem nagellack korrespondieren.

17.9.

tschäsmin (schreib: yasmin), wie roman sich seit heute nennt hat uns mitgeteilt, dass sie es einfach nicht akzeptieren kann, dass sie die einzige frau in der band ist. sie will ab sofort einen 50%igen frauenanteil in der gruppe haben. zoltan und gerhard haben sich bereit erklärt, es probeweise als frauen in der gruppe zu versuchen.

16.9.

roman hat heute ultimativ von uns gefordert, dass ab jetzt er die prinzessin spielen möchte.

er könne das einfach besser als prof. paul.

ausserdem möchte er ab sofort eine eigene damengarderobe und natürlich ein eigenes wc, weil wir anderen beim kleinen geschäft nie den deckel hochgäben usw. usw.

15.9.

heimat bist du großer töchter!

roman kam heute im dirndl zum auftritt.

irgendwas geht in dem mann vor.

seine freundin rief uns an und sagte, dass sie ihr parfumfläschchen nicht mehr finde. und den roten bh. weiters fehlen ein lippenstift, vier handtäschchen, die neuen seidenstrümpfe und sechs romane von rosamunde pilcher.

14.9.

die tschechische bahn ist der österreichischen und deutschen bahn ebenbürtig! wir haben alle anschlusszüge von hinten gesehen.

geiles feeling!

am dritten umsteigebahnhof hat thomas erste anzeichen von hospitalismus erkennen lassen.

haben am abend die operette auf deutsch vor einem tschechischen publikum gespielt.

es gab viel gelächter auf beiden seiten. leider immer an den falschen stellen.

13.9.

roman hat sich heute fein herausgeputzt wegen der kinopremiere von freundschaft.

so ein schöner…

er kam im kleinen schwarzen.

nicht kleid. stringtanga!

wir vermuten, er hat den tag verwechselt und geglaubt, er müsse zum photoshooting für den “erotischen blechbläserkalender”.

 

19.8.

es regnet.
prof. paul ist extraordinär gut gelaunt.
robert rother auch.
irgendwas stimmt hier nicht.

18.8.

leiden an den nachwirkungen von gestern.

nachdem wir unser tagewerk schon um 10.00 uhr vollbracht hatten haben wir uns die wunderbare innenstadt von stockholm angesehen. sind nach 50 metern bei einem bigband konzert hängen geblieben und mussten bei schönstem wetter der dehydration vorbeugen. danach waren wir auf eine kleine party an einem großen see eingeladen. dort mussten wir bei schönstem wetter der dehydration vorbeugen. fuhren danach mit dem schiff zurück nach stockholm. keiner seekrank, trotzdem schlechter magen.

17.8.

noch immer schweden
03.00 uhr früh aufstehen
04.00 uhr früh soundcheck
06.00 uhr frühstücks tv show beginn
08.11 uhr erster auftritt
09.54 uhr zweiter auftritt

noch fragen?

16.8.

schweden

es gießt aus kübeln.

prof. paul tänzelt beschwingt und mit einem lächeln auf den lippen durch die gegend. wurde dabei beobachtet, wie er seinen regenschirm herzte und küsste. wir müssen reden…

 

15.8.

pontarlier

es ist warm und schön.
alle sind glücklich.
prof. paul ist schlecht gelaunt.

 

14.8.

bad hofgastein
es regnet noch immer.
gansch hat schnupfen.

prof. paul liebt solches wetter. vermutlich aufgrund eines anerzogenen protestverhaltens.

 

13.8.

tisens/südtirol
es regnet.

 

 

 

17.7.

bahnfahren macht froh und glücklich!
wenn man zeit hat!
wenn es einem egal ist, ob man die anschlüsse erwischt oder nicht!
in einer schönen länderübergreifenden gemeinschaftsaktion haben uns die deutsche und österreichische bahn gezeigt, wie man verspätungen  handhabt, wie man sie hegt und pflegt, wie  man sie vor allem ausbaut und zu einer großen verspätungssymphonie  anwachsen lässt.

das nennt man timing!

danke deutsche bahn, danke österreichische bahn!

 

16.7.

wir wissen nicht, wie es passieren konnte, aber zoltan hat prof. paul versehentlich mit leonhard angesprochen. gott sei dank ist zoltan aus seiner probezeit schon heraußen, sonst hätte allein prof. pauls blick ihn aus der gruppe hinauskatapultiert. wir haben zoltan sofort in einzelgesprächen klargemacht, wie wichtig etikette für eine blechbläsergruppe ist!

 

15.7.

konnten herrn prof. paul in einer aufreibenden nachtsitzung davon überzeugen, dass “prof. paul” als anrede für uns genauso ehrerbietig sei wie “herr prof. paul” und dürfen ihn jetzt wieder mit einem einfachen “prof. paul” ansprechen. waren danach ganz gerührt über den tollen zusammenhalt in unserer gruppe und sind wieder davon überzeugt, es noch weit zu bringen.

 

14.7.

unser lieber herr prof. paul hat uns heute mitgeteilt, dass wir das “lieber” in der anrede ruhig weglassen können, weil er keinen wert auf übertriebene nähe legt und das “lieber” schon so etwas wie eine gewisse verbundenheit zueinander impliziert. ein knappes “herr prof. paul” sei ihm  wesentlich lieber.

alles andere könnte als falsch verstandene kameraderie gedeutet werden.

 

13.7.

prof. paul ärgert uns.
hat in der früh robert alle vegetarischen sachen weggefuttert. absichtlich.
weil robert immer so große reisekoffer mit hat, die sehr schlecht gepackt sind und so viel platz im kofferraum wegnehmen.
dann hat prof. paul thomas als untergroßen fußballer bezeichnet, der zwar spiele wie ronaldinho, aber in einer höheren gewichtsklasse als ronaldo.
danach hat prof. paul sich vor uns allen aufgepflanzt und uns aufgefordert, ihn ab sofort nur mehr mit „lieber herr prof. paul“ anzusprechen, weil ihm „prof. paul“ zu respektlos klingt.
wir vermuten, dass unser lieber herr prof. paul auf einem selbstfindungsseminar im waldviertel war und dabei möglicherweise ein bißchen zu viele bäume umarmt hat.

12.7.

wir wissen jetzt, warum rother in amerika unauffindbar war. er hat beim abflug beim security check seinen laptop vergessen und ist mit der leeren tasche weiterspaziert. hat damit einen mittleren  auflauf an sicherheitspersonal  verursacht.  da er nur sehr schwache ausreden  zur hand hatte wurde er in sicherheitsverwahrung genommen.

 

11.7.

hatten letzte woche eine schwere tropische krankheit und konnten deshalb nicht in hamburg spielen- wm fieber. ein brasilianischer wunderarzt versprach uns hilfe, war aber leider ein scharlatan. wurden dann von einem deutschen, einem französischen und einem italienischen ärzteteam gerettet. es geht uns wieder gut.

 

13.6.

man spricht über uns.

entsetzlich!

und wieder wird nur lustiges berichtet!

Link 1

Link 2

irgendwas machen wir falsch!

 

11.6.

beim rückflug ist wieder kein extrasitz im system zu finden.

brandstötter kriegt einen tobsuchtsanfall und wird höflich aus der schlange gebeten. neuer check in bei einem anderen schalter.

es klappt, aber er hat für sein zusätzliches ticket zuviel bezahlt.

geld zurück.

steigt ins flugzeug ein und entdeckt eine freundliche ältere dame auf seinem sitzplatz. für die tuba ist ein extrasitz gebucht aber er hat jetzt keinen platz.

bei den stewardessen bricht jetzt hektik aus. brandstötter weint leise vor sich hin.

es kommt zu einer salomonischen lösung: brandstötter darf ausnahmsweise im frachtraum mitfliegen und kriegt dafür aber nix zu essen.

danke swiss air.

 

10.6.

und ab geht es in die schweiz. beim check in ist kein extrasitz für die tuba gebucht. nochmals bezahlen, alles wartet auf brandstötter und sein goldenes campingklo.

am abend sind wieder alle vereint. gerhard und zoltan sind ausgebrochen, robert hat sich verflogen und der rest sehnte sich nach den anderen. endlich wieder ein konzert zu siebt gespielt.

nur roman hätte lieber wieder alleine gespielt. hatte so ein komisches geldiges glitzern in den augen.

will er uns alle rausschmeissen?

 

9.6.

roman hat robert am flughafen getroffen. checkte gerade nach philadelphia ein.

wird auf der itg ein konzert geben, das nur 4 minuten dauern soll.

ein wagemutiger kerl! hatte noch ärmere eltern und wird den amis eine geschichte erzählen, die sie in eine massendepression stürzen wird, aber den glauben an das gute wachhält.

 

8.6.

alles ist gut gegangen!

roman hat das konzert alleine gestaltet. prof. paul hatte keine lust und gansch verpasste das konzert, weil er sich budschis computerspiele reinzog, während budschi in einem amerikanischen provinzknast schmort.

das konzert dauerte ungefähr 5 minuten. roman spielte zuerst seine lieblingsstellen aus der orchesterliteratur, was ungefähr 15 sekunden dauerte. danach kamen sein lieblingswitz und ein dank an seine eltern, die ihn unter größten opfern zu einem akkordeonvirtuosen ausbilden lassen wollten, aber nicht genug geld  dafür aufwenden konnten und ihm deshalb eine ausbildung zum tellerwäscher finanzierten.

ganz amerika hat geweint.

danach  kollektive fröhlichkeit im landmark, weil das konzert ursprünglich zwei stunden hätte dauern sollen und man sich also viele töne erspart hat.

 

7.6.

brandstoetter ist auch weg.

hat ein bisschen tuba geuebt, um sich auf das konzert vorzubereiten.

da es sich um einen trompetenkongress handelt ist auch das verboten.

musste den campus sofort verlassen und wird morgen nach europa abgeschoben.

thomas, roman und prof. paul werden das konzert zu dritt gestalten.

prof. paul musste auf die bibel und die amerikanische fahne schwoeren, dass er nur die basstrompete verwenden wuerde, posaunen sind auch verboten.

 

ordnung muss sein, auch im land der unbegrenzten moeglichkeiten.

 

6.6.

haben nun auch zoltan und gerhard verloren.

einer spontanen eingebung folgend, haben sie nach einem besuch des landmark (die einzige akzeptale bar im weiteren umkreis) beschlossen, sich im freien zu erleichtern. was in amerika verboten ist, ganz besonders dann, wenn man dabei von einer polizeistreife beobachtet wird. dem befehl hands up und turn around sind sie gerne nachgekommen und blickten zuerst in eine pistolenmuendung, danach in eine weitere, da es keinen befehl zur unterbrechung des gerade ablaufenden geschaeftes gegeben hatte. aug in aug, beide parteien die waffe in gefechtsstellung stand man sich also gegenueber. da unsere beiden helden ihre munition aber schon verbraucht hatten und sie die erforderliche strafe von 500 dollar nicht sofort begleichen konnten haben sie aus freien stuecken den erstatzweisen freiheitsentzug von je 5 tagen gewaehlt.

 

5.6.

06.00 uhr: treffpunkt am flughafen.

06.15 uhr: robert fragt in der schlange beim check in brandstötter unauffällig, ob man für die einreise nach amerika unbedingt einen reisepass braucht. brandstötter grinst und sagt, ein bibliotheksausweis und ein nettes lächeln tut´s auch.

06.18 uhr: robert fragt prof. paul, wie das eigentlich so sei bei der einreise in die usa.

06.19 uhr: robert verlässt im gestreckten schweinsgalopp die schlange beim check in und ist seither wieder einmal nicht auffindbar.

wir haben einen angenehmen flug zu sechst, prof. paul benützt roberts platz, um seine füße ausstrecken zu können. ankunft in philadelphia ok, fahrt zum campus ok, itg ok, über die quartiere kann man nochmals nachdenken, es mangelt an bettdecken, kleiderhaken und stühlen im zimmer.

müssen uns in der nächsten bar die nötige wärme für die nacht besorgen.

11.5.

sind von tokyo nicht direkt nach wien geflogen, weil gerhard in taiwan seine kuscheldecke vergessen hat. also über taipei nach wien.

sitzen dann endlich im flugzeug von taipei nach wien, als robert draufkommt, dass er seine heizdecke, die er in abu dhabi beim hinflug gekauft hat, in eine heizdecke mit zusätzlicher massagefunktion und stufenlos verstellbarer  temperaturregelung umtauschen möchte. dem kapitän des flugzeuges kommt das gelegen, er ist mit seiner heizdecke auch nicht zufrieden und möchte sie in ein multifunktionales küchenset umtauschen lassen.

verlassen endlich auch abu dhabi und sehen uns die gleichen filme wie vor zwei wochen an. verstehen jetzt schon viel mehr.

gansch findet meg ryan toll. darf sich in wien den film noch zu ende ansehen. alle anderen wollen aber schon raus aus dem flieger.

die crew ist auf gansch´s seite und macht die türen erst auf, als alle bis auf meg ryan und den typen der sie durch einen zungenkuss wiederbelebt, tot in der gegend herumliegen.

10.5.

haben rother wieder gefunden. und zwar im fitnessclub neben dem hotel. und zwar in einem massagestuhl. und zwar schlafend.

hatte eine gebrauchsanweisung fuer blockflöten in der hand, in der es unter punkt sieben heisst: blockflöten sind musikinstrumente und sollen auch nur für diesen zweck benutzt werden. folgen sie bitte den anweisungen, um beschädigungen oder verletzungen von personen zu vermeiden.

wo war der mann?

in einem swingerclub fuer blockflötisten?

9.5.

robert hat sich völlig assimiliert und schläft mittlerweile schon im stehen ein. gestern leider auch auf der bühne. mussten das konzert abbrechen und die leute bitten, im dezember wieder zu kommen.

haben dafür auf dem weg ins hotel, als er in der u-bahn wieder tief und fest schlief heimlich das abteil gewechselt und ihn seither nicht mehr gesehen.

heute abend wird uns freundlicherweise ein zenmönch anstelle von robert aushelfen. spielt zwar nicht trompete, schnarcht aber dafür nicht beim meditieren.

8.5.

zoltan will nicht budschi genannt werden. will auf keinen fall mit einem nicht mehr amtierenden und schon auf gar keinen fall mit einem momentan regierenden praesidententen einer eher größeren weltmacht verwechselt werden.

gansch`s aufnahme in die lower brass section wackelt gehörig, nachdem er heute völlig grundlos in einer unwichtigen sache und noch dazu nicht überzeugend brandstötter widersprochen hat.

haben 3 promoauftritte a 20 minuten absolviert. die anwesenden japanerinnen und japaner haben sehr gelacht.

werden wir hier etwa nicht ernst genommen?

lassen uns das nicht bieten und werden demnächst abreisen.

7.5.

rindberger hat sich von schuhgröße 46 auf schuhgröße 42 verkleinert. in japan gibt es, so wie in allen großen zivilisierten nationen dieser welt (england), linksverkehr. wenn man über die strasse gehen will schaut man deshalb zuerst nach rechts.

zoltan kiss’ neuer kurzname lautet budschi, weil er beim computerspielen immer so tolle geräusche von sich gibt, die wie busch, wudsch oder budsch klingen.

das tiefe blech von mnozil brass, auch slower brass genannt, ist ein herz und eine seele. das hohe blech bestenfalls drei herzchen und drei seelchen. gansch hat angefragt, ob er zur slow brass section wechseln darf, zumindest mental, weil er eigentlich wie ein posaunist empfindet. muss sich jetzt eine zugtrompete kaufen.

rother will zurück nach taiwan. ist gestern fast verhungert. nachdem er einer kellnerin mit rudernden armbewegungen und lauter stimme klargemacht hat, wie groß sein vegetarischer salat sein soll, hat diese ihn freundlich angelächelt und ist nie mehr wieder gesehen worden.

6.5.

flug taipei-tokyo

brandstoetter und professor paul sind sitznachbarn.

brandstoetter passt nicht auf und kleckert beim essen auf professor pauls hose und entschuldigt sich nicht in angemessener form. professor paul fordert ihn sofort auf, seine klebrige tubistenzunge in bewegung zu setzen. brandstoetter tut das, entschuldigt sich aber nicht sondern nennt professor paul einen abgetakelten waldhornisten, der gerade noch so als basstrompeter durchgeht.

professor paul fordert brandstoetter zum duell.

brandstoetter lehnt ab, weil er keinen wuerdigen adjutanten habe.

feiger hund.

5.5.

haben in taichung endlich jenes sagenumwobene gasthaus moshi gefunden, nach welchem wir vor vielen jahren benannt wurden.

moshi brass

im zuge unserer taetigkeit vor allem im deutschen sprachraum wurde der name etwas eingedeutscht, sodass wir jetzt schon seit laengerem mnozil brass heissen.

es tut gut, endlich ueber die eigenen wurzeln bescheid zu wissen!

mussten aufgrund tiefer dankbarkeit sofort wiener tofuschnitzel essen und mit ein paar krueglein vom guten asahi bier nachspuelen.

4.5.

professor paul hat nachgedacht.

sehr viel nachgedacht:

die disziplin der “inbrassiv impremierten artik” (ibipa) beschäftigt sich mit der problematik der definierbarkeit von mittels aerer impression tannierter emotion.

da die ibips den bereich des kreativen nicht berücksichtigt, gilt der faktor mno als der objektivste und somit wichtigste wert, geht es darum, die wirkliche qualität von musik zu ermitteln.

ein mno ist jener wert, ………….

das bedeutet, dass mnozil brass während eines konzertes musik im wert von 48,19 ausstösst.

danke, professor paul! wieder ist es der wissenschaft gelungen, die menschheit ein bißchen näher zu den sternen zu bringen.

3.5.

die welt ist an einer unvorstellbaren katastrophe vorbeigeschrammt.

kiss hat gedroht, die ungarische wunderwaffe einzusetzen.

eine pferdesalami von 1973.

um die bevoelkerung zu schonen mussten wir kapitulieren.

haben ihm folgenden vergleich angeboten: er darf sich die farbe des reiseweckers aussuchen und wir uns die lautstaerke.

spaetabends konnten wir den friedensvertrag unterschreiben, der als der friede von taichung in die geschichtsbuecher eingehen wird.

2.5.

ich sage nur zoltan.

11tes  mal.

mehr sage ich gar nicht.

ich sage nur fruehstueck, mittagessen und abendessen gestrichen.

ich sage nur bilaterale verstimmungen.

ich sage nur konsequenzen, sanktionen, diplomatische verhandlungen auf hoechster ebene.

die lage ist sehr kompliziert, stuendliche konferenzen, hektik, die botschafter werden wechselseitig vorgeladen usw.

vielleicht hilft ein reisewecker…

1.5

zoltan hat zum 10ten mal, seit er bei mnozil brass ist, verschlafen. muss heute abend ohne abendessen ins bett gehen und sich morgen zur strafe eine klavierfabrik ansehen.

haben am nachmittag die ostküste taiwans badenderweise besucht.

die verwegenen herren gansch, rindberger, kiss und füßl haben sich zwei mörder wahnsinns high tech wasser flitzdinger ausgeborgt und sind damit herumgesplappattert, dass selbst einem erfahrenen wassertrinker wie herrn brandstötter der mund offen stehen blieb.

die vier bekamen sofort best dotierte verträge für die world series der mörder wahnsinns high tech wasser flitzdinger rennen angeboten.

sie haben aus loyalität zur gruppe natürlich entrüstet abgelehnt.

professor paul hat sich im bus eine dvd angesehen, wo geschossen wurde. hat den bus augenblicklich verlassen und ist die restlichen 24 km zu fuß gegangen.

30.4.

nachdem wir vorgestern eine klavierfabrik besucht hatten wurden einige brutusrufe laut. also heute blechblasinstrumentenfabrik.

und jetzt mal ganz obektiv betrachtet: ein klavier zu bauen ist toll!

aber die kühnheit des blechs, die schnittigkeit der trichter, die zeitlose eleganz der ventile, das ist kunst! rohe archaik gepaart mit der zärtlichsten eleganz, das erfordert eine geistige geschmeidigkeit, wie es sie heutzutage fast nicht mehr gibt. haben diesen tempel der ästhetik tief erschüttert und innerlich aufgewühlt verlassen.

müssen das erlebte sofort und umfangreich nachbesprechen.

rauchverbot für alle.

29.4.

bisheriger höhepunkt der tour!

leonhard und thomas haben gestern in einer bar heimlich geraucht.

heute haben wir uns in taipeh das e 101 angeschaut, das mit 500 metern höchste gebäude der welt. und prompt wurde den beiden schon beim hinauffahren schlecht. oben angekommen mussten sie sich auch noch über´s geländer beugen, und dann ging´s los, aber hallo!

wieder unten angekommen bekamen wir eine nicht unerhebliche rechnung für fassadenreinigung über insgesamt 1000 meter überreicht, da sich die beiden auf verschiedenenen seiten hinuntergebeugt hatten…
obwohl wir am abend wieder ein konzert vor voller hütte gespielt haben wird diese tour mit einem leichten finanziellen defizit abgeschlossen werden. 40 000 fenster putzen zu lassen kostet einfach keinen pappenstiel.

28.4.

heute haben wir als besichtigungsprogramm eine klavierfabrik besucht, in der alte flügel wieder aufpoliert werden und nach europa und sonstwohin verkauft werden. die tragen dann so klingende namen wie gershwin, dresden oder auch swing.

wir möchtem nie wieder den vorwurf hören, dass blechbläser irgendwie nicht so ganz seien wie die anderen, nie wieder!

auch was musik betrifft und so!!!

oder wann ist jemals schon ein geiger oder ein pianist oder vielleicht sogar ein dirigent in einer werkstätte für blechblasinstrumente gesehen worden?

beim umziehen für´s konzert hat rother angedeutet, dass ihm bei der gestrigen massage vielleicht eine rippe angeknackst worden sein könnte und er deshalb vielleicht heute nicht ganz so laut spielen könne und überhaupt mit schmerzen nur 105% seiner normalleistung und auch wegen heimwehs und so weiter blablabla…

simulant!!!!!!!!!

27.4.

fuhren vom flughafen nach taichung, wo wir nicht ins hotel eincheckten, weil wir zu früh dran waren.

ließen uns deshalb erst mal eine massage nach taiwan art verpassen.

die masseure waren durchwegs kräftige burschen, die meistens auf uns draufgekniet sind und uns ihre knie und ellenbogen und was halt sonst noch spitz ist in die gepeinigte muskulatur trieben.

gansch hat als erster gestöhnt und deshalb verloren.

brandstötter hat überhaupt keinen mucks von sich gegeben, wahrscheinlich hat er geschlafen.

haben von 12.00-17.00 uhr im hotel geruht und durch eine spezielle schnellschlaftechnik mindestens 15 stunden geschlafen.

danach konzert in taichung.

konzert von 19.30-21.30 uhr, autogramme schreiben von 21.31-22.30 uhr.

zoltan kann seinen namen jetzt nach ungarisch und polnisch jetzt auch auf deutsch und englisch schreiben.

thomas hat uns in fehlerfreiem taiwanesisch vorgestellt und dafür stürmischen applaus erhalten. hat danach als zugabe noch irgendein schmutziges lied, ebenfalls auf taiwanesisch, gesungen.

noch stürmischerer applaus- a star is born…

uns ist es egal, wir haben kein wort verstanden.

26.4.

haben uns alle gut erholt von der schweiz tour um 07.30 uhr am flughafen in wien getroffen, um nach taiwan zu fliegen.

thomas hat sich bei einem konzert mit gansch and roses in graz erholt, robert, gerhard, leonhard und wilfried haben sich beim unterrichten erholt. nur roman und zoltan wirken etwas unausgeruht, keine ahnung, wo die ihre energien immer verplempern.

wir fliegen über abu dhabi, weil wir da immer schon mal hin wollten, um kaffee zu trinken und heizdecken einzukaufen. von da weiter nach taipei, wo wir gut erholt um 06.00 uhr morgens ankommen.

haben uns auf dem flug folgende filme angesehen: matrix 1-3, the producers, harry potter 4 und irgendwas mit sandra bullock und noch irgendwas anderes, wo man sich den titel auch nicht merken muss.

leonhard hat ausserdem einen film gesehen, wo ein mann eine frau küsste. hat aus feingefühl sofort seinen fernseher abgeschaltet.

22.4.
zoltan kiss hat heute sein probejahr erfolgreich absolviert und ist ab sofort stimm- blas- trink- und quatschberechtigtes vollmitglied von mnozil brass.

natürlich unter einer bedingung: er muß für unsere frauen, unsere kinder und uns und ihn eine party schmeißen, die sich gewaschen hat.

und weil wir schon davon reden: lieber herr rindberger, auf die party von dir warten wir jetzt schon seit einem jahr. bis jetzt wurde die party unter fadenscheinigsten vorwänden immer wieder verschoben: z.b. das zum grillen vorgesehene spanferkel hatte keine lust. z.b. aus dem bierfaß war bedauerlicherweise die kohlensäure entwichen und roman hatte sie noch nicht wieder hineinbekommen usw.

die fadenscheinigste aller begründungen: er wollte die zeit lieber zum üben nützen…
wie gesagt, allzu lange kann das so nicht mehr weitergehen.

 

21.4.

haben gestern ein wirklich tolles konzert gehabt und bei den zugaben adrian räber, einem wirklichen mnozil brass fan und hobbytrompeter, einen orden verliehen.

außerdem haben wir gemeinsam mit ihm eine c-dur tonleiter musiziert.

zudem hat sich das publikum von den sitzen erhoben und die schweizerische hymne intoniert.

was wir nicht wußten ist, dass die hymne bis auf ein paar wörter am anfang nur la, la, la als text hat. zumindest haben das alle singenden behauptet.

liebe schweizer, hier ist der text eurer hymne:

Trittst im Morgenrot daher,
Seh’ ich dich im Strahlenmeer,
Dich, du Hocherhabener, Herrlicher!
Wenn der Alpen Firn sich rötet,
Betet, freie Schweizer, betet.
|: Eure fromme Seele ahnt :|
Gott im hehren Vaterland!
Gott, den Herrn, im hehren Vaterland!

 

übt bitte den text ein wenig, sonst habt ihr bei der fußballweltmeisterschaft schlechte karten!

die zweite strophe wird auf anfrage gern nachgereicht.

 

20.4.

sind wieder mit der fähre über den bodensee gefahren.

diesmal ging alles glatt, unter anderem auch deswegen, weil herr rindberger den zug um den see herum genommen hat.

alle anderen haben sich an bord dieses luxusliners unglaublich wohlgefühlt und das getan, was man auf so einem schiff während einer zwanzigminütigen überfahrt halt so macht: ins kasino gehen, im swimmingpool plantschen, tolle frauen kennen lernen, mit dem kapitän zu abend essen usw.

 

19.4.

wir hatten bei klarem wetter und keiner brise eine tolle überfahrt über den see. leider wurde herr rindberger seekrank und sah sich ausserstande, am abend das trojanische boot zu spielen. er meinte, es würde ihm wieder schlecht davon.

gott sei dank stand seven auf dem programm!

 

18.4.

heute haben wir einen schwimmkurs gemacht, weil wir morgen mit der autofähre über den bodensee fahren werden. sicher ist sicher! auffällig war, dass vor allem die herren rorther, gansch und kiss viel mehr auftrieb hatten als die anderen. herr füßl hat im gegensatz dazu ziemlich viel wasser geschluckt. professor paul hat geschummelt: da das schwimmbecken nur 1,70 meter tief war hat er sich dauernd mit den füßen am boden abgestützt und mit den händen schwimmbewegungen vorgetäuscht. ihm wurde sofort sein kinderpinguinschwimmabzeichen von der badehose entfernt!

 

17.4.

heute werden im pooc nur mehr 396 verschiedene biersorten und  49  verschiedene whiskysorten angeboten. der älteste whisky stammt übrigens von 1969.

 

16.4.

haben in biel ein super konzert zusammen mit mit dem schweizer preisträger des salzburger stieres 2006 sowie zwei weiteren fachkollegInnen von ihm (spezialgebiet: slam poetry) gegeben. und zwar in einer bar in wirklich gutem 70er jahre design: pooc.

umgezogen haben wir uns in einem verkaufsraum, wo 400 biere und ca. 50 verschiedene whiskysorten angeboten wurden.

der älteste whisky von 1961.

 

15.4.

was für ein glorreicher tag!

brandstötter hat überhaupt gar nicht gegrinst, weil die bühne in uznach so nieder war, dass er sein seltsames tubadämpferhaltegerät nicht an seinem tubatrichter anbringen konnte und das ganze konzert ohne dämpfer spielen musste. hä, hä, hä.

er liegt jetzt völlig entkräftet im hotel und weiß nicht, wie er seinen luftstau vom pianissississimo spielen wieder wegbringt.

die schweiz ist ein tolles land mit tollen bühnen!

 

14.4.

sind heute von wien nach zürich geflogen.

alles ist angekommen, kein gepäck verloren gegangen, uns ist langweilig!

das konzert im mythenforum in schwyz lief super, über die aussentemperaturen müssen wir aber noch sprechen. was die temperaturen angeht, ist der mexikaner dem schweizer und dem österreicher doch um einiges überlegen.

10.4.

sind um 18.00 uhr in wien gelandet.

gerhards posaune ist nicht da.

danke british airways!

vielleicht liefern die die posaune ja direkt in die schweiz?

dort sind wir ab freitag.

 

9.4.

es war sehr schön, es hat uns sehr gefreut!

wie man im fotoalbum unschwer feststellen kann, haben wir für´s gestrige konzert leihanzüge vom feinsten gefunden.

marke “mittlerer beamter im mexikanischen unterrichtsministerium”

nach dem konzert gab es die allabendliche tequilaverkostung, gestern zur abwechslung bei einer privatparty.

zum konzert selbst kann man nur soviel sagen, dass wir wie immer fehlerfrei, humorfrei und angstfrei durch den abend gesegelt sind.

manchmal auch intonationsfrei.
british airways hat unsere instrument und unsere anzüge und den ganzen rest übrigens pünktlichst zwei stunden nach konzertende ins hotel geliefert.

danke british airways!

brandstötter hat gestern übrigens kurz zu grinsen aufgehört, als rother kurz vor konzertbeginn die üblichen paarungslockstoffe in form einer doppelten portion handelsüblichen mexikanischen samstagabenddiscoparfums großflächig auf seinem luxusbody verteilt hat.

 

8.4.

gestern abend haben wir die leihinstrumente endlich beisammengehabt und eine erste zaghafte probe damit abgehalten.

man kann folgendes festhalten: die trompete und das flügelhorn sind ok.

zoltan wird das konzert auf einer bassposaune bestreiten und diesem instrument neue dimensionen im hohen register verleihen.

gerhard lässt sich nichts anmerken und macht total auf cool. er spielt auf einer art tenorposaune, die ab und zu kleine kiekser ausstößt

am interessantesten ist der fall bei leonhard: er hat ein instrument bekommen, das definitiv aussieht wie eine posaune für alte musik, also  ca. 400 jahre alt. die posaune ist definitiv aber nicht älter als 90-100 jahre, das konnten wir anhand der verwendeten löttechnik bei den flicken am zug zweifelsfrei feststellen.

zum klang sei nur soviel gesagt: diese posaune klingt wie eine illegale massenvernichtungswaffe, kommt also unserem klangideal recht nahe.

da der posaunenzug aber massiv klemmt und sie mangels eines quartventils auch nicht als ventilposaune einsetzbar ist, wird noch nach einem ersatzinstrument ausschau gehalten.

brandstötter grinst noch immer.

danke british airways

 

7.4.

gestern am abend haben wir noch eine kleine margaritaverkostung vorgenommen, die qualität war vollkommen ausreichend.

jetzt sind wir gerade dabei, instrumente und anzüge für morgen zu organisieren, des weiteren natürlich zahnbürsten, t-shirts und sonst noch so manches.

british airways fliegt übrigens nur montags mittwochs und freitags nach mexico city, dh wir werden unser konzert morgen definitiv auf leihinstrumenten bestreiten.

danke british airways!

nachdem in der halle aber ohnehin nicht mehr als 2000 leute platz haben macht das nichts, weil wir ja fast unter uns sind.

schwieriger wird es wohl, sieben passende mnozil brass anzüge zu finden, da wir ja nur edelstes tuch an unsere körper lassen. ausserdem medaillen in ausreichender form. ausserdem passendes schuhwerk, blockflöten und keine socken für herrn brandstötter.

der läuft übrigens die ganze zeit mit einem grinsen im gesicht herum, weil seine tuba auf einem extrasitz im flugzeug mitgeflogen ist. so macht man sich beliebt bei den kollegen!!

 

6.4.

haben uns heute in der früh um 09.00 uhr noch schnell ein visum auf der mexikanischen botschaft in wien besorgt, weil sicher ist sicher. die leute auf der botschaft waren sehr nett zu uns, allen voran frau ita und der honorarkonsul.

abflug um 11.40 uhr in wien, zum umsteigen in london blieben uns 50 minuten zeit. der flug von london nach mexico city war angenehm, aber mit 11 stunden doch ein bißchen lang.

leider sind wir jetzt gerade draufgekommen, dass zwar wir den anschluss in london geschafft haben, unser gepäck und unsere instrumente aber nicht.

danke british airways!

Kommentare sind geschlossen.