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sherlock holmes
da hat doch jüngst das telefon geklingelt, und hans zimmer (ja genau, DER hans zimmer aus hollywood (der vom film hollywood, nicht der von der schaukel)) wollte wissen, ob wir für den film sherlock holmes 2 ein paar tunes einspielen könnten. das konnten wir. und wie! erste ergebnisse gibts auf youtube unter http://www.youtube.com/watch?v=op3diIVvhyY&feature=share wenn es so weitergeht wird noch was aus uns.neuer workshop
es wird wieder eine workshop woche mit mnozil brass geben, diesmal in der schönen schweiz in samedan in graubünden. die woche richtet sich an an musikstudenten und sehr gute laienbläser. alle infos zum thema gibt´s hier: www.brassweek.ch wir freuen uns über reges interesse, lustig wird´s allemal.interview auf 4barsrest
wir hatten das vergnügen, von 4barsrest interviewt zu werden. hier zum nachlesen: www.4barsrest.com/articles/2011/1276.aspProf. Paul spricht Gewichtiges
Antrittsrede des designierten Musikantenlandpreisträger 2011Kusel, am 2. November 2011
Eilig, auf den Reisen der vergangenen Tage zusammengetragene
Rede, unvollständig und lückenhaft, teilweise sinnfrei, vielleicht
auch wirr, aus dem Bauch heraus mit der hoffnungsvollen Bitte um
Absolution - der Angeklagte hat das Wort...sozusagen!
Sehr geehrte Damen und Herren!
Ich kenne SIE nicht und SIE MICH vermutlich auch nicht. Die in den
vorangegangenen Reden bereits zur Genüge erwähnten Fakten
über mein Dasein decken sich nun, da ich vor Ihnen stehe, gerade
mal mit der Tatsache, daß es mich wirklich gibt. Aber
Studienabschlüsse, Zeugnisse?...sind doch auch nichts als
papierene Notbehelfe, die ureigene instinktgesteuerte
Bildmachungsfähigkeit zu beeinflussen, sich im schlechtesten Fall
sogar unter Berufung auf vorgelegte Zeugnisse einer ehrlichen,
keineswegs unkritischen, aber eben aus dem Bauch getroffenen
Beurteilung entziehen zu können (eine Fähigkeit, die uns
abhandengekommen zu sein scheint)...mit soundsovielen
Studienabschlüssen, der muss ja gut sein, jaja, den nehmen wir,
super, wir haben es ja immer schon gewusst, und aus Wien kommt
er auch noch!!!
Trotzdem wissen Sie nun also zumindest soviel von mir, daß ich
DAS, was sie bereits über mich wissen, nun nicht mehr
wiederholen muss und es daher auch nicht tun werde.
Im August des heurigen Jahres erreichte mich ein Email. Ich war
zu dieser Zeit gerade in den USA unterwegs und zwar nur privat
und einmal nicht im Dienste des geblasenen Wortes. Der Absender
jener elektronischen Botschaft war ein gewisser, mir nicht ganz
unbekannter Herr Vanecek, seines Zeichens Roland. Er fragte
mich, ob ich mir vorstellen könnte, als Kandidat für den MLP 2011
ins Rennen zu gehen. Auf meine Frage, was denn das überhupt sei,
bekam ich lediglich die kurze Rückmeldung, er würde mir alles
erklären, wenn Zeit dafür sei, daß aber alles gut und recht und
vor allem meiner Statur durchaus zugänglich sei. Mit solcherlei
kryptischen Ansagen belastete ich mich also nicht länger und
pflügte weiter durch die Staaten, erst einmal über das Angefragte
nachdenkend...
Halt – hier ein Einschub, sehr geehrte-R Zuhörer-IN und
selbstredend ER – also Zuhör- ER -verständlicherweise sozusagen
rückgegendert. Ich bin von meiner Herangehensweise an mein
irdisches Dasein mittlerweile eigentlich eher der Vernunft
verpflichtet. Zumindest bilde ich mir das ein. (Warum diskutiert
man eigentlich immer nur über Ausbildungsplätze, NIE aber über
EINbildungsplätze?...von Beruf sozusagen DiplomEINbildner,
„Dieser Betrieb bildet heuer 2 Ezubis EIN.“ Gibt es eigentlich
auch ein Einbildungsbürgertum?...Fragen, die im Raum stehen, da
sollten wir mal nach Brüssel kabeln, die haben doch immer eine
Lösung parat...)
Verschiedene Ereignisse also - durch von mir persönlich
aufgebaute Versuchsreihen zum Thema Vakuum in der Hypophyse
und dessen Folgen auf mein Über-, und Unter-Ich wieder und
wieder duch mich selbst zu Fall gebracht– diese Ereignisse also
zwangen mich geradezu, eher Mutter Ratio zu folgen und mich
nicht am Rat Onkel Leichtsinn´s zu orientieren. Und da kommen
wir zu JENEM interessanten Phänomen, das mich letztendlich
heute und jetzt hier vor Sie, geneigtes Publikum, bringt.
Manchmal, eigentlich selten und durch nichts, aber auch durch
wirklich garnichts begründbar setzt jene Vernunftverpflichtung bei
mir einfach aus. Ja, einfach plopp!! Der Schalter blockiert, keine
innere Gegenstimmensprechanlage meldet Gefahr, kein rotes
Licht blinkt, nichts, gar nichts.
Als gäbe es nichts Normaleres in der Welt, so auch in diesem
aktuellen Fall, ich bin ja noch in den Staaten, habe gerade das
Death Valley duchfahren, wahrscheinlich die Hitze, oder Salz im
Hirn... ich sage also Hern Vanecek meine Bereitschaft zu, etwas
juckte und zuckte im Gewirr meiner Cerebralien, eine Stimme
sagte mir, das ich das machen sollte, nein ...will, nein...muss.
Und noch etwas, das muss hier gesagt sein, nicht als plumpe
Abiederung, sondern als meinen Anreiz steigernder und die
meinerseitige Zusage doch auch beeinflussender Faktor. Da war
und ist natürlich der Name des Lokalheros, Fritz Wunderlich.
„Jaja, jetzt kommt die obligate Lobeshymne auf den Sohn der
Söhne Kusels, naja, eine mehr oder weniger, ist eh schon alles
gesagt, haben wir ja alles schon gehört...Sie können schon
aufhören, es ist ja auch unsere Zeit...“
Und sei es drum, von MIR haben Sie es noch nicht gehört, deshalb
hier und jetzt:
Ja, dieser Mann war wirklich nicht von der ganz schlechten
Sängerfraktion. Eher einer von der guten und von dieser wiederum
einer von jener ganz oben, vorne, Parkett Mitte, wo die erste
Reihe nicht selten gerade einmal mit nur einem Sitzplatz bestuhlt
ist. Und dieser Stuhl ist halt nach wie vor okkupiert von Herrn
Fritz. Fritz W., mein ewiger Gewinner bei der Reise nach Ägypten,
sie wissen schon, die mit den Stühlen im Kreis. Er, der den
Stockerlplatz immer mühelos einzunehmen scheint. Da dreht er
sich keck aus dem Bild, wenn man zu ihm hinüberschaut, aber er
ist halt immer noch da und das ist gut so. SEIN WORT sagt mehr
als tausend BILDER. Ich mag ihn. Und er berührt mich und ich
kann nichts dagegen tun...ich will einfach mehr wissen über
ihn...aber ich schweife ab.
MLP..??..vielleicht ein gerade entdecktes Nervenleiden, oder
wieder irgendeine neue Wirtschaftssprache oder vielleicht so ein
seltsames Politikeresperanto...also doch wieder ein
Nervenleiden??
MLP.....Ein Musikantenlandespreis?? Wo bitte? In der Pfalz?
Bitt´schön ich komm´ aus Wien, nicht eben einem
wüstegobisch´em Wadi, was Musikanten anbelangt. Und rund um
Wien da liegt Niederösterreich, dort wo ich ganz nah an Wien
aufgewachsen bin. In einer Stadt, die ich gerne als kulturfreie
Zone bezeichne, als weissen Fleck auf der Karte jenes Landes, das
sich ungeniert als die Wiege der Musik nennt, das vor ein paar
Monden EUREN „Ludwig van“ ganz einfach zu „UNSEREM“ Wickerl
gemacht, vom Brahms Hansi ganz zu schweigen...der Bach, aus
wienerischer Sicht irgendwie auch einer von dort, da soll man
nicht so klein denken, für was haben wir denn die EU gegründet.
Sie sehen, im Grunde aber alles nichts mehr als lauter
Wikipedia´sches Zeugwissen – sie können es eh gleich wieder
vergessen.
A propos...
...haben Sie eigentlich gewusst, daß die erste schriftlich belegte
Musikantenzunft, nämlich die Nikolaibruderschaft 1288 in, na was
denken Sie denn? - natürlich Bingo! – in WIEN gegründet wurde.
Na ICH hab das natürlich...nicht gewusst. Aber zumindest mein
Meyer´s Lexikon wusste es in seiner Ausgabe von 1898, bestätigt
von ebenderselben Einmeter20langen Ausgabe der 1907er Fassung
(die übrigens auch nicht Ikeabillyregalkopatibel ist, nie war, und
es nun auch nicht mehr werden muss). Und das mit der
Nikolaibruderschaft wird schon stimmen – eh klar, da sind WIR –
sie merken schon, im postimperialen Majestatsplural lässt es sich
leichter auftreten – da sind WIR natürlich stolz, WIR, die Wiener
aus UNSEREM Wien an UNSEREM Wienfluß an der (unseren
selbstredend) schönen, aber leider ergrauten Donau.
So, den letzten Abschnitt könnten Sie eigentlich gleich wieder
löschen – Strg del (für die Apfelmenschen unter Ihnen - Apfel W) -
Sind sie sicher? – Yes, delete all, schade um den Speicherplatz.
Jaja, noch nie war Vergessen so einfach wie heute.
Also, Musikanten gibt es in meiner niederösterreichischen
Heimatstadt überhaupt keine. Aber deren Luft habe ich schon als
Kind von meinem ersten Lehrer, einem Vollblutmusikanten (und
übrigens einem Onkel meines geschätzen Kollegen und Freundes
Thomas Gansch) in der Musikschule eingeblasen bekommen, ohne
es zu wissen. Jaja, der Onkel Franz...jetzt ist er schon am 80er
vorbei, und spielt immer noch unterrichten tut er auch. Abrichten
hat man das bei den unsrigen Musikanten früher genannt. Damals
also die Musikanten, und heute die Hunde. („Musikanten an die
Leine!“ oder „Ich darf nicht hinein“ vor der Gaststätte, brav ist
er, der Burli, komm spiel dein Marscherl, brav, Oje, jetzt hast
wieder mitten auf den Gehsteig gespielt...
Später sollte ich bei ungezählten Musikanten weitere Portionen
jener geheimnisvollen Kunst eingelöffelt bekommen oder eher
umgekehrt, ich konnte mich deren nahrhaften Atzungen längst
nicht mehr entziehen.
Bradeln nennt man diese Tugend. Da kommen Musikanten
zusammen und spielen einfach auf, egal wo, schon auch im
Wirtshaus, aber nicht nur ebenda.
Bradeln – also um´s Bradl – den Braten spielen. Seinen Hunger mit
jenem Braten stillen, den jene-R Koch-öch-IN gebraten hat,
welche-R wiederum seinen-ihren (ich lass es jetzt dann besser
bleiben mit In und Innin)...der seinen also Hunger nach Musik mit
dem musikantischen Gebradle gestillt hat und stillt. Eine Win–win
Situation also. Alle haben was davon. Ein ungewuchteter Koch
kocht nicht gut und ein ungefüllter Musikantenmagen bradelt
schlecht und daraufhin kocht der Koch wieder schlecht worauf der
Musikantenmagen wiederum kracht und bröselt und daher schlecht
bradelt. Und das zieht alle runter, auch sie da vorne und auch sie
da hinten, alle. Morituri salutant!!
War eigentlich der Braten zuerst oder der Musikant?
Das Prinzip „Bradeln“ funktioniert übrigens auch mit Getränken,
Garagentoren oder ganzen Häusern – wenngleich die entsprechnde
musikantische Tätigkeit deshalb nicht trankeln, garagentürln oder
häuseln heisst. Um alles Irdische wird grundsätzlich nur gebradelt
und jetzt ist Schluss mit der Begriffsklärung.
Warum in aller Welt wird in ebenselbiger nicht immer noch
tagtäglich und überall um alles um die Wette gebradelt.
Musikalischer Tauschhandel also. „Ich gebe dir eine Tonleiter und
du gibst mir 5 Eier – bodengehaltene versteht sich – meine
Tonleiter ist ja schließlich auch CO2 neutral und hinterlässt bis
auf ein paar Kratzer im Hirn des Angeleiterten keinerlei
Rückstände. Umtausch übrigens nur unmittelbar nach der
Beleiterung gegen Vorsingen der Originalleiter“ – die Eier bleiben
immer beim Musikanten. Siehe auch die österreichische
Redewendung „Der Musikant spielt mit Eiern“ – im Nominativ
ohne Possesivpronomen...bitte entschuldigen Sie das Hinabgleiten
in subschubladiäre Gefilde – sie wissen schon – ich bin auch nur ein
Mensch...ich schweife ab.
„Ja ja, Früher“, sagen die Alten, „da ham´s noch gebradelt, da
war das noch normal, aber die Jungen heute, die können ja nix
und die interessiert auch nix und wenn DIE nur die Hälfte DESSEN
könnten, was WIR (aber das sagen wir den Jungen nicht) von
unseren Alten abschauen hätten sollen (es aber nicht gemacht
haben, aber das sagen wir unseren Alten nicht –die haben das
sowieso schon lange gewusst, es UNS aber nicht gesagt)...ja dann
wäre die Welt noch in Ordnung...so wie sie früher ja auch in
Ordnung war“...aber da war ja alles besser in der guten alten
Zeit, sogar die gute alte Zeit, oder habe ich da irgendetwas
durcheinander gebracht??
Und in der Pfalz, da waren sogar die Musikanten besser dran
als die anderen Handwerker. Man stelle sich das mal heute vor,
wo kämen wir denn da hin? „Dürfen´s denn das“, sagt der sich den
alten Kaiser verklärende Retroalpenbewohner „die sollen erst was
Gescheites lernen, so wie wir!!“ und in der Pfalz wir´s auch nicht
viel anders sein.
Oj oje, und vor lauter G´scheitsein haben wir ja übersehen, daß
wir selbst mittlerweile die Alten werden oder längst schon sind
und da heisst es – am Ball bleiben. Fort mit den alten Vorurteilen,
falls noch wer welche zuhause gelagert haben sollte. Weg damit
aus den Kellern der Köpfe.
Heute, gleich wie gestern und morgen gehört die Welt der jungen
Generation. Kinder an die Macht? Ja natürlich, aber nicht ohne
gute Vorbereitung. Die kostet Zeit. Und die kostet Geld. Qualität
hat eben ihren Preis. Und der ist zu entrichten.
Naja – Zeit haben wir. Aber Geld? Und da kommen Sie alle nun ins
Spiel. Geld...haben wir auch...alle. „Tausche ein Pils gegen einen
Tanz“, „Ein Kilo Sauerkraut für ein Liebeslied!“ „Ich geb dir
meine Gummibärlisammlung, wenn du mir keine
Gutenachtgeschichte mehr erzählst...“ und so weiter. Mein Gott,
was gäbe das für eine Tanzwut, ganze Tsunamis an Liedern
würden die Gassen unterspülen, Sauerkraut hätte das ganze Jahr
Saison! „Haribo macht alle froh“...und sie müssten keine
Gutenachtgeschichten mehr erzählen...dabei sind DIE ja immer
die schönsten, ganz ohne Krokodil und Pfefferpistole...schade
dann, kein Nachteil ohne Nachteil also.
„Musikanten“ vielleicht die letzte Bastion, die nicht aus China
importiert werden kann. Wenn gleich der Gedanke trotz alldem
nicht ganz ohne Reiz ist...German Musikant – Made in China – no
Weichmacher, you understand? 8Schätze included in all keys –
sweet und sour...ich schweife ab.
„Was kann er denn, der Wunderwuzzi aus Wien?“, werden sich
einige unter Ihnen fragen. Und sie werden lachen, genau dasselbe
frägt sich der Wunderwuzzi hier heroben auch. Seit dem Anruf
einer charmanten Dame aus Kusel, die mir freudig – und habe ich
da nicht sogar ein wenig Stolz durchgehört? – mitteilte, daß die
Wahl des neuen MLP auf mich gefallen sei, es also einen MLP-LP
gäbe. „Ja,was kann er denn nun wirklich?“
Liebe Mitmenschen, was ich kann, weiß ich NICHT so gut wie DAS,
was ich NICHT kann. Ich kann zum Beispiel NICHT das Rad neu
erfinden, und auch die Quadratur des Kreises ist mir fremd und
wird folglich in den kommenden 3 Jahren nicht auf der
Speisekarte angeboten werden können. Gute Kreise sind rar
geworden und geeignete Quadrateure beinahe unbezahlbar, sogar
jene aus China.
Aber besteht nicht genau darin geradezu der Reiz der Sache.
Wir werden uns gemeinsam daran machen, die wesentlichen
Probleme dieser Welt zu lösen, die Naturgesetzte auf die Seite
schiebend, Einstein, Newton, Aristoteles und wie sie alle heissen
lässig mit dem kleinen Finger grüßend. Weg mit der Schwerkraft,
braucht eh keiner mehr.
Zu gerne zitiere ich mich an dieser Stelle selbst, indem ich sage:
„Des einen Leid, des Sigmund Freud“
Ich werde SIE, nein, und an dieser Stelle nehme ich mir das erste
Mal das Recht der verbalen Annäherung, ich werde EUCH
brauchen. Die Jungen und die Alten und die Mittleren auch.
Manderln und Weiberln, ALLE!! Ohne EUCH funktioniert hier rein
gar nichts und wird es auch in den kommenden drei Jahren nicht
tun.
Wenn ich hier etwas zu sagen hätte, ich würde nicht zögern, die
Forderung aufzustellen, man möge doch bitte unbedingt Abstand
vom Gebrauch des Konjungtives nehmen. Denn das Paradoxon der
Möglichkeitsform ist ja meist die unmittelbar damit verbundene
Unmöglichkeitsmachung des gerade sich selbst in Aussicht gestellt
habenden. Genau deshalb ist die jüngste Generation mehr
logischer-, als unverschämterweise dazu übergegangen, eine
Wunschäußerung nicht mit dem uns Alten ins Genick
eingebrannten Konjungtiv einzuleiten („Oma ich hätte gerne eine
Trompete“, sondern auf das Fehlen der Trompete in der privaten
Ausstattung ganz einfach mit einem charmanten „Ich will eine
Trompete“...bis „wenn ich keine Trompete kriege, dann...usw.“
hinzuweisen. Knigge hin oder her. Müssen wir Alten heutzutage
mittlerweile nich mehr dankbar als verärgert ob solchen
Verhaltens sein, und es geradezu als höhere Weihe empfinden,
daß es nur eine Trompete ist und nicht irgendeine Spielkonsole,
auf der man um die Wette Trompeter virtuell abknallen oder
zumindest die Lefzen irgendeines Gegners auf den Fidschiinseln
oder sonst wo verstümmeln kann. (Nix für ungut, aber manchmal
muss das auch sein, sonst könnte ja jeder daher kommen...sind
wir uns doch ehrlich)
Auf gut wienerisch also übersetzt: „ Des Glück is a Vogerl...“
Wenn WIR also, und damit meine ich jetzt nicht MICH in corpore
imperatoris, sondern UNS alle, gerne etwas täten wollten
müssten, dann MÜSSEN wir es nur einfach TUN WOLLEN, denn
dann passiert es auch. Rächen wir uns doch an den Kleinen,
machen wir es doch genau wie die. Aus basta, wäre doch gelacht!
Und pfeifen wir doch drauf, was der Nachbar dazu sagt, er pfeift
ja auch drauf, was ich zu sagen habe, vielleicht sollten wir
stattdessen miteinander drauf pfeifen, wer weiss, welch
unentdeckter Kunstpfeiffer in seinem sinnlosen Kleingärtlein vor
sich hinschlummert, bis dato bestenfalls die Tujenhecken des
Nachbarn mutterseelenalleine massakriert habend.
Ein von mir überaus geschätzer Kollege sagte dazu immer nur:
„Heilung erfolgt in der Gemeinschaft“ – und DER war kein Pfarrer,
sondern...ein Musikant natürlich.
Der Schlüssel zu diesem Glück ist wahrscheinlich, und da sind wir
uns ja ohnehin einig, zu allervorderst – an dieser Stelle sei mir der
von mir uneigeschränkt missgebilligte Gebrauch eines Pleionasmus
erlaubt – also zu aller-S-tvorder-S-t an erste-S-ter Stelle...kommt:
...DIE MUSIK...ja, die Musik...wie bitte?..Musik halt..Nicht
genug?...wie meinen Sie das?...Zu wenig...weit...zu wenig weit?
...habe ich da nicht ein kritisches Zucken an der rechten Wange
von Herrn Wunderlich entdeckt?...NATÜRLICH!! Natürlich dürfen
Theater und die Improvisation nicht zu kurz kommen.
Theaterpielen und improvisieren können SIE auch, sehr geehrte
Damen und Herren, sie tun es ja gerade, indem Sie mir zuhören,
jeder kann das, nicht nur diese Laiendarsteller an den Börsen und
Banken dieser Welt, die uns gerade so manches X zu einem U
verbiegen wollen. Ja natürlich, nennen wir es einfach Kunst, oder
noch einfacher, LEBEN, in welcher Besetzung auch immer, an
welchem Ort auch immer, einfach so, ohne Programmzettel und
Förderansuchen, äh...nicht das Sie jetzt glauben, das kostet
deshalb gleich nix, Herr Landesrat. Kostenlos ist nicht umsonst!!
Der Wiener sagt: „Umsonst ist der Tod...und der kostet das Leben.
Ich gehe sogar soweit, zu behaupten, daß ein Leben OHNE Kunst
NICHT möglich ist ohne ein Leben MIT Kunst.
Sehr geehrte Damen und Herren, einen Wunsch habe ich an Sie
und an mich:
Geben wir einander die Chance, lassen wir es 3 Jahre krachen,
vielleicht entpuppt sich ja am Ende das Rad als hoffnungsloses
Auslaufmodell und weder Quadrate noch Kreise wird es länger zu
optimieren gelten. (das überlassen wir einfach den Chinesen)
Ich verspreche, die mir zur Verfügung stehende Zeit Ihnen, der
Stadt und dem Landkreis zu widmen, zu einem Gutteil leider aus
der Ferne, aber das bekommen wir schon hin. Manchmal liegt
eben tatsächlich in der Kürze die Würze. Und wenn gar nix zu
gehen scheint, kann ich Sie beruhigen...„Ein bissel was geht
immer.“
Und wenn am Ende noch etwas Farbe im Kübel übrig sein sollte, so
könnten wir ja dieser wunderlichen Weihstätte hier noch einen
frischen Anstrich verleihen, ER hätte es sich eigentlich verdient,
und er würde sich freuen, hat er mir gsagt, glauben Sie´s mir...
Ich bedanke mich für Ihre vorschussgelorbeerte Ohrleihung,
entschuldigen Sie nocheinmal so manche Wirrnis in dem eben
Gesprochenen.
Wir werden verdammt noch mal viel Spaß miteinander haben!!
Auf eine spannende Zusammenarbeit und mit MEINEM Dank für
das MIR entgegengebrachte Vertrauen IHRERSEITS verbleibe ich
vorerst als der nun IHRIGE Leonhard Paul.
Danke